Polysilizium-Einfuhren nach China fallen stark

Bernreuter Research: Fabrikschließungen in Südkorea führen zu 30-%-Rückgang

(PresseBox) ( Würzburg, )
China hat 2020 deutlich weniger Polysilizium, den Rohstoff für Solarzellen, importiert als im Vorjahr. Laut chinesischer Zollstatistik sanken die Polysilizium-Importe um 30 % von 144.503 Tonnen (t) im Jahr 2019 auf 100.776 t im vergangenen Jahr.

“Obwohl Südkorea noch größere Mengen aus Lagerbeständen das ganze Jahr über nach China exportierte, hat die Stilllegung einer
Produktionskapazität von 60.500 Tonnen – bei OCI und Hanwha im ersten Quartal – ihre Spur hinterlassen”, sagt Johannes Bernreuter, Kopf von Bernreuter Research und Autor von The Polysilicon Market Outlook 2024, dem neuen Report des Polysilizium-Marktexperten.

Hohe Industriestromtarife in Südkorea zwangen sowohl OCI als auch Hanwha Solutions im Februar 2020 zu der Ankündigung, die stromfressende Produktion von Polysilizium mit Solarqualität im Land einzustellen. Folglich sackten die südkoreanischen Polysilizium-Exporte nach China von 48.881 t im Jahr 2019 auf 15.331 t im vergangenen Jahr ab. Auf dem Höhepunkt 2016 und 2017 lagen sie noch über 70.000 t, bevor der dritte Polysilizium-Hersteller des Landes, Hankook Silicon, 2018 in Insolvenz ging.

“Südkoreas Polysilizium-Industrie wurde von chinesischen Produzenten aus dem Feld geschlagen, die extrem niedrige und subventionierte Stromtarife von Kohlekraftwerken in den westlichen Regionen Xinjiang und Innere Mongolei genießen,” sagt Bernreuter. Spiegelbildlich zu Südkoreas Niedergang stieg Chinas Anteil am weltweiten Solarsilizium-Ausstoß von 55 % im Jahr 2017 auf 80 % im Jahr 2020.

Polysilizium-Importe aus den USA – bereits durch untragbare Zollraten nach unten gedrückt, seitdem 2015 ein Schlupfloch geschlossen wurde – fielen ebenfalls stark von 9.227 t im Jahr 2019 auf 2.659 t im vergangenen Jahr. Der steile Absturz spiegelt offensichtlich die Schließung der Fabrik von REC Silicon in Moses Lake im Bundesstaat Washington im Juli 2019 wider.

Obwohl die deutschen Polysilizium-Fabriken von Wacker Chemie von Mai bis Juli 2020 mit einer reduzierten Auslastung von 70 % liefen, gingen die Importe aus Deutschland nur leicht zurück von 52.667 t im Jahr 2019 auf 50.061 t im vergangenen Jahr, da das Unternehmen in der zweiten Jahreshälfte Lagerbestände abbaute. Wackers Anteil an Chinas
Polysilizium-Importen erhöhte sich auf 50 % – derselbe Anteil, den Südkorea auf dem Höhepunkt 2016 hatte.

Neben Wacker ist nur noch die Tochter von OCI in Malaysia eine wesentliche Importeurin; deren Anteil kletterte 2020 auf 23 %. “Wir erwarten, dass sich 2021 der gemeinsame Importanteil von Wacker und OCI Malaysia 90 % nähern wird”, sagt Bernreuter voraus.

Chinesische Importdaten seit 2010 und eine gründliche Analyse der Auswirkung von Zöllen auf den Polysilizium-Markt liefert The Polysilicon Market Outlook 2024. Der 76-seitige Report enthält ausgeklügelte Szenarien zu Angebot und Nachfrage, detaillierte Prognosen zu Polysilizium-Preisen und Cash-Produktionskosten bis einschließlich 2024 sowie die jüngsten Entwicklungen beim vorherrschenden Siemens-Prozess, der Fließbettreaktor-Technologie und bei aufbereitetem metallurgischen Silizium (UMG-Silizium). Weitere Informationen über den Report finden Sie unter: https://www.bernreuter.com/polysilicon/industry-reports/polysilicon-market-outlook-2024/
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