Energieversorger 2019

Gemischte Ergebnisse der Energieversorger 2019

(PresseBox) ( Köln, )
Das Center für kommunale Energiewirtschaft stellt die aktualisierte Studie zur Wirtschaftlichkeit von Energieversorgern vor. Die Ergebnisse der Analyse zeigen eine durchwachsene Umsatz- und Ergebnisentwicklung der vier großen Energieversorger. Die veröffentlichten 3 der 8 KU sind deutlich schlechter als 2018.

Der Bruttostromverbrauch in Deutschland hat nach Schätzungen der AGEB 2019 um 2,5 % auf 579,7 Mrd. kWh abgenommen (2018: 594,8 Mrd. kWh). Besonders deutlich war die Abnahme im verarbeitenden Gewerbe mit -4,1 % durch den Rückgang des Wirtschaftszweiges um 5 % im Jahre 2019, während private Haushalte mit -0,7 % dazu beitrugen und der Bereich Handel, Gewerbe und Dienstleistungen noch einen Zuwachs von 0,1 % aufweist.

8 KU

Bei den 8 KU (große kommunale Unternehmen) haben für 2019 nur Enercity, Mainova und MVV ihre Abschlüsse veröffentlicht. Für 2018 Rheinenergie, N-ergie, entega und die Stadtwerke Leipzig, sowie die Stadtwerke München.

Enercity konnte die Umsatzerlöse im Jahre 2019 deutlich um ein Viertel steigern. Vor allen der Umsatz mit Strom ist um 57,3 % auf 1.540 Mio. € gestiegen und der Umsatz mit Gas um 12 % auf 1.312 Mio. €. Die erhöhten Umsätze resultieren zur Hälfte aus den Handelsgeschäften mit Strom und Gas. Das Betriebsergebnis ist durch den erhöhten Materialaufwand um 5 % auf 107,6 Mio. € gesunken.

Da der Umsatz bei MVV im Jahr 2019 um 6 % gesunken ist, verringerte sich das bereinigte Ergebnis (EBIT) um 1 %.

Die Mainova konnte zwar 2019 den Umsatz um 10,5 % erhöhen, das Ergebnis hat sich allerdings mehr als halbiert (EBIT -58 %). Dies wird mit dem verschärften Wettbewerb begründet.

2018

Bei den Stadtwerken München konnte 2018 der Umsatz von 7,2 Mrd. € auf 8,3 Mrd. € gesteigert werden. Der EBIT ist allerdings um 92 Mio. € auf 522 Mio. € zurückgegangen. Dies hing mit erhöhten sonstigen Erträgen des Vorjahres aus der Entkonsolidierung des Bayerngas Norge Teilkonzern und der Rückerstattung der Brennelemente-Steuer im Vorjahr von ca. 650 Mio. € zusammen.

Bei N-ERGIE ist zwar 2018 der Umsatz um 1 % gestiegen. Das Ergebnis (EBIT) ist allerdings um knapp ein Drittel (-29 %) abgestürzt. Dies resultiert ausschließlich aus dem Rückgang der sonstigen Erträge, die im Vorjahr durch die Auflösung einer Rückstellung für Gerichtsverfahren um 52 Mio. € niedriger war. Damit wird das Ergebnis um diesen außerordentlichen Ertrag bereinigt, so beläuft sich der Rückgang auf -5,5 %.

Entega konnte den Umsatz 2018 um knapp 11 % auf 1,57 Mrd. € steigern. Der EBIT konnte mehr als verdoppelt werden (+121 %).

Rheinenergie konnte den Umsatz um 9 % auf 4,3 Mrd. € steigern. Der EBIT konnte nur um 1,4 % auf 185 Mio. € erhöht werden.

Die Stadtwerke Leipzig haben den Umsatz um 13 % auf 4,9 Mrd. € gesteigert, während das Ergebnis (EBIT) um 62 % auf 158 Mio. € - aufgrund der um 40 Mio. € erhöhten Gewinnabführung der Tochtergesellschaften – gestiegen ist. Ohne diese Erhöhung wäre das EBIT um 15 % gestiegen.

Die vier großen Energieversorger 2019

E.ON konnte den Umsatz 2019 auf 41,5 Mrd. € um rund 11,4 Mrd. € gegenüber dem Vorjahreswert erhöhen. Verantwortlich für diesen Anstieg ist mit 10,4 Mrd. € die Übernahme der innogy-Gruppe im September 2019. Der Umsatz im Bereich Energienetze ist um 1 % auf 8,87 Mrd. €, der Bereich Kundenlösungen um 6 % auf 23,6 Mrd. € gestiegen. Das bereinigte EBIT ist um 8 % auf 3,2 Mrd. € gestiegen. Davon entfallen 1,9 Mrd. € auf den Bereich Energienetzte.

Bei RWE verzeichnete der Außenumsatz einen Rückgang um 2 % auf 13,1 Mrd. €. Dieser war vornehmlich durch den Energiehandel verursacht, der um 700 Mio. € zurückging. Doch trotz des Handelsvolumens, konnte aufgrund der guten Handelsperformanz der EBIT um 514 Mio. € verbessert werden. Dies führte zu einer Verdoppelung des EBIT im RWE Konzern auf 1,27 Mrd. €

Vattenfall konnte in 2019 wieder kräftig zulegen. Der Umsatz stieg um 10 %, auf 16,6 Mrd. €, der EBIT konnte um ein Viertel (25,5 %) auf 2,2 Mrd. € gesteigert werden. Die Umsatz- und Ergebnisverbesserung wurden vor allem durch die Stromerzeugung verursacht. Vattenfall erzeugt nach wie vor 60 % des Stroms mit Atomkraftwerken und 40 % mit Wasserkraft. Dadurch hat sich das Ergebnis bei der Stromerzeugung um 66 % verbessert. Die Umsätze und Ergebnisse sind in den anderen Bereichen nahezu gleich geblieben, nur der Bereich Netze musste bei gleichem Umsatz einen Ergebnisrückgang von 20 % hinnehmen.

EnBW hatte 2019 einen Umsatzrückgang von knapp einem Zehntel (-9,9 %) von 20,8 Mrd. € auf 18,8 Mrd €. Der Umsatzrückgang geht ausschließlich auf die Bereiche Erzeugung und Handel (- 2,8 Mrd. €) zurück, der Bereich erneuerbare Energie wächst um mehr als ein Drittel  (36,8 %) auf 653 Mio. €. Dies hinterlässt auch Spuren im EBIT, der um ein Drittel (31,9 %) auf  597 Mio. € steigt.

Bei drei der vier großen Energieversorgern ist die Situation wie bei E.on und EnbW durch den hohen Ergebnisanteil bei den Netzen geprägt, bei Vattenfall durch die hohen Anteile der Stromerzeugung durch Wasser- und Atomkraft.

Die Stromanbieter haben in 2020 auf den Ergebnisverfall reagiert: Drei Viertel der Stromanbieter haben die Strompreise für private Haushalte durchschnittlich um 6,8 % erhöht.

Das Center für kommunale Energiewirtschaft am INeKO, einem Institut an der Universität zu Köln, hat anhand der veröffentlichten Jahresabschlüsse aus 2017/18 von insgesamt 556 Energieversorgungsunternehmen und 194 Netzgesellschaften zwei aktualisierte Studien veröffentlicht. Dabei wurden neben den Abschlüssen der Unternehmen auch die Sparten Strom und Gas einer Analyse unterzogen. Die Analyse umfasst die wichtigsten 40 Kennzahlen und Daten zur Bewertung der Wirtschaftlichkeit. Dabei werden innerhalb der Unternehmensgrößen Durchschnittszahlen ermittelt und die Kennzahlen der Unternehmen übergreifend verglichen.

 

 
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