Becker Mewis Duct®

Hamburg, (PresseBox) - Der Becker Mewis Duct® ist eine hocheffiziente Düse zur Energieeinsparung, die auf der SMM vor 2 Jahren zum ersten Mal vorgestellt wurde. Die Düse wurde nach ihrem Erfinder, Friedrich Mewis, benannt und wird von Becker Marine Systems entwickelt, produziert und vertrieben. Er wird vor dem Propeller installiert und verbessert den Wasserzustrom zum Propeller. Die Installation des Becker Mewis Duct® wird bisher zu 60% bei Retrofits und zu 40% bei Neubauten durchgeführt.

Auf Grundlage zahlreicher Testfahrten mit Schiffen mit und ohne dem Becker Mewis Duct® kann die statistisch zuverlässige Aussage getroffen werden, dass der Becker Mewis Duct® im Durchschnitt 6% Treibstoff einspart. In Kombination mit einem Becker-Ruder ist eine Treibstoffersparnis von bis zu 8% möglich. Verglichen mit anderen Energieeinsparvorrichtungen ist der Becker Mewis Duct® die einzige Lösung, die alle drei Energieeinsparprinzipien in einem nutzt: Harmonisierung des Propeller-Zustroms, Reduzierung des Nabenwirbels und Erzeugung eines Vordralls.

Der Erfolg spricht für sich. Die 81 bereits installierten Becker Mewis Duct® haben im August diesen Jahres zusammen die Marke von 120.000 Tonnen eingespartem CO2 durchbrochen. 300 Bestellungen sind bereits bis August 2012 bei Becker Marine Systems eingegangen, wovon 200 Bestellungen allein aus diesem Jahr stammen.

Fragen an den Geschäftsführer von Becker Marine Systems, Dirk Lehmann:

Die meisten Neubauten entstehen in Asien. Wo fertigt Becker den Becker Mewis Duct® bzw. in welcher Weise kann Becker den asiatischen Markt bedienen?

Dirk Lehmann: Das ist richtig, die meisten Neubauten und auch die meisten Retrofits werden in Asien durchgeführt. Der asiatische Markt ist wichtig für Becker Marine Systems, daher werden die Produktionskapazitäten dort weiter ausgebaut. Es gibt aber auch Fertigungsstätten in Europa. Somit kann Becker Marine Systems sehr schnell auf Kundenanfragen reagieren. Vor allem Retrofits können kurzfristig und flexibel umgesetzt werden. Dafür werden die Werftmitarbeiter vor Ort von einem Becker Service Team angeleitet. Der Einbau bei Retrofits dauert im Durchschnitt 5 Tage. Das Service Team von Becker kümmert sich dabei auch um die Klassifikation der Becker Mewis Duct®.

Warum profitieren nur Frachter und Tanker von dem Becker Mewis Duct®? Wäre eine Entwicklung für z.B. Containerschiffe denkbar?

Dirk Lehmann: Der Becker Mewis Duct® ist nur für Vollformschiffe, wie Tanker und Bulker, geeignet. Containerschiffe, Fähren usw. sind im Gegensatz dazu sehr schlank unter Wasser und dadurch schneller. Der zunehmende Wasserwiderstand der Becker Mewis Duct® egalisiert dann die Einsparung. Aber auch für diese schnellen Schiffe wurde als Weiterentwicklung des Becker Mewis Duct® eine Lösung entwickelt. Der Becker Twisted Fin®.

Becker Twisted Fin®

Die Energieeinsparung durch den Becker Mewis Duct® wird ab einer Geschwindigkeit von ca. 18 Knoten durch erhöhten Strömungswiderstand egalisiert, deshalb ist dieser die Lösung für Tanker, Bulk Carrier und Schwerlastschiffe. Für alle schnelleren Schiffe bringt Becker Marine Systems nach gut zwei Jahren Entwicklung nun den Becker Twisted Fin® auf den Markt.

Der Becker Twisted Fin® hat keine beweglichen Teile, wird vor dem Propeller installiert und erzeugt einen Vordrall. Damit bietet das System schnellen Schiffen spürbare Energieeinsparungen. Der Düsenring ist deutlich kleiner im Vergleich zum Becker Mewis Duct® und verfügt über ein schlankeres Profil. Die Finnen im Inneren des Düsenringes werden über die Düse hinaus nach außen verlängert. Um eine Wirbelbildung mit Kavitation am Ende der Finnen zu verhindern, hat Becker spezielle Endkappen für die Finnen entwickelt - ähnlich den von modernen Flugzeugtragflächen bekannten Winglets. Der kleine Düsenring erzeugt Schub, sorgt für die nötige Stabilität der Finnen und verhindert Vibrationen.

Computational Fluid Dynamics (CFD) Tests zeigen eine durchschnittliche Treibstoffersparnis von 3% für Containerschiffe. Die besten Ergebnisse werden mit der Kombination eines Becker Twisted Fin® und dem Becker TLKSR® twistierten Ruder erzielt. Die ersten Modellversuche folgen im 4. Quartal diesen Jahres.

Fragen an den Geschäftsführer von Becker Marine Systems, Dirk Lehmann:

Gibt es bereits Interessenten für den Becker Twisted Fin®?

Dirk Lehmann: Ja, es gibt bereits zahlreiche Interessenten und erste Aufträge. Große Containerreedereien, aber auch asiatische Werften zeigen großes Interesse am Becker Twisted Fin®.

Ist der Becker Twisted Fin® wie die Becker Mewis Duct® für Neubauten und Retrofits geeignet?

Dirk Lehmann: Ja, der Becker Twisted Fin® ist wie die Becker Mewis Duct® für beide Varianten geeignet, dabei gelten die gleichen Einbauzeiten.

Wattenmeerfähre

Die Umwelt steht bei Becker Marine Systems nicht nur in Sachen Manövriertechnik und Propulsionsverbesserung im Vordergrund. Das Unternehmen stellt sich mit stets neuen Ansätzen der Verantwortung, die Schadstoffemissionen der Schifffahrt weltweit zu reduzieren. Mit Blick auf den kostbaren und fragilen Nationalpark Wattenmeer vor den Toren Hamburgs entstand der Gedanke, für den europäischen Küstenverkehr eine emissionsfreie Fähre mit geringst möglichem Tiefgang zu entwickeln.

Die von Becker Marine Systems in enger Zusammenarbeit mit der SCHRAMM Group GmbH & Co. KG neu entwickelten Schwesternschiffe "Fering" und "Öömrang" sind ein gemeinsames Design von Ingenieurbüro für Schiffstechnik Ingo Schlüter GmbH & Co. KG und dem Ingenieurbüro SDC Ship, Design und Consult GmbH. Die beiden Fähren werden die ersten Schiffe mit LNG HYBRID Antrieb sein. Dieser Antrieb besteht aus einer Kombination von Batterien und LNG Block-Heizkraftwerk Gasmotoren. Die Gasmotorengeneratorsätze versorgen die Batterien und die Batterien geben Energie an hocheffiziente Elektrofahrmotoren ab. Die große Batteriekapazität der Schiffe wird nachts zusätzlich mittels überschüssiger Windenergie aufgeladen. Erstmals kann ein "grüner" Fährbetrieb durch den Handel mit CO2 Emissionszertifikaten eingeführt werden, d.h. dass Emissionszertifikate aus Energieeinsparungen anderer Produkte von Becker Marine Systems gegeneinander verrechnet werden können. Die neue "Wattenmeerfähre" trägt somit nicht weiter zur Belastung der umweltsensiblen Küstengewässer mit Schwefeloxiden und Abgaspartikeln bei. Der CO2 Ausstoß verringert sich um 40%, der Stickoxidausstoß sogar um 90%. Jeder Fahrgast kommt nicht nur in den Genuss eines flexiblen Buchungssystems mit Beförderungsgarantie für Stammkunden, sondern leistet durch seinen Ticketerwerb einen spürbaren Beitrag für den Umweltschutz.

"Fering" und "Öömrang" sind weit über die erste Planungsphase hinaus. In Zusammenarbeit mit der Reederei SCHRAMM Group, den Energiepartnern EON Hanse Wärme und Gasnor, der Klassifaktionsgesellschaft Bureau Veritas und den Schiffsdesignern von Ingo Schlüter Marine Consultants und SDC Ship Design & Consult entsteht ein neues Fährdesign, das schon im Sommer 2014 auf der Route Dagebüll-Föhr-Amrum in Dienst gehen wird. Die neuen Fähren übertreffen selbst die stärksten Umweltschutzvorgaben und werden bei einer Länge von 71m, einer Breite von 15,30m und sehr geringem Tiefgang von 1,50m Platz für 490 Passagiere und 52 Autos haben. Auf dem Stand von Becker auf der diesjährigen SMM wird ein Modell der neuen Fähre "Fering" zu sehen sein. Die beiden Schiffe werden von europäischen Werften gebaut und mit modernster LNG HYBRID Technik dafür sorgen, dass der Betrieb im fragilen Umfeld des Wattenmeeres so schadstoffarm wie nur möglich erfolgt - ohne das die Passagiere gegenüber dem Wettbewerb höhere Ticketpreise in Kauf nehmen müssen. Neben den Projekten "Fering" und "Öömrang" arbeitet Beckers LNG HYBRID Abteilung an weiteren Anwendungen dieser umweltfreundlichen Antriebstechnologie.

Fragen an den Geschäftsführer von Becker Marine Systems, Dirk Lehmann:

Auch die LNG HYBRID Technologie hat, wenn auch stark verringert, CO2 Emissionen. Warum wird die Fähre trotzdem als emissionsneutral beworben?

Dirk Lehmann: Wir messen die entstehenden Schadstoffe CO2, Stickoxide und Methanslip in Echtzeit und kommunizieren die gemessenen Werte offen gegenüber der Kundschaft. Die CO2 Äquivalente werden mit entsprechendem Kauf von CO2 Zertifikaten neutralisiert.

Wird es weitere Fährlinien geben?

Dirk Lehmann: Ja. Es sind bereits vier weitere Projekte in Nordeuropa geplant.

LNG HYBRID Barge

Becker Marine Systems hat in enger Zusammenarbeit mit der SCHRAMM Group GmbH & Co. KG und den Partnern Ingo Schlüter GmbH & Co. KG, EON Hanse Wärme GmbH, AIDA Cruises, Bureau Veritas sowie Gasnor AS die LNG HYBRID Barge als umweltfreundliche und schadstoffarme Lösung für die Stromversorgung von im Hafen liegenden Kreuzfahrtschiffen entwickelt.

Bisher erzeugen im Hafen liegende Kreuzfahrtschiffe die für den Bordbetrieb notwenige Energie mithilfe ihrer schiffseigenen Dieselmotoren. Die Nutzung dieser Maschinen führt im Hafenbereich zu einer hohen Belastung mit Schad- und Schwebstoffen in Form von Rußpartikeln.

Das neue Konzept löst dieses Problem, indem die Energie auf der schwimmenden LNG HYBRID Barge aus umweltfreundlichem Flüssigerdgas (LNG) mit Hilfe von mehreren Generatoren, die an sehr effiziente Gasmotoren gekoppelt sind, gewonnen wird. Der erzeugte Strom kann je nach Bedarf in das Versorgungsnetz des Kreuzfahrtschiffes eingespeist werden. Das benötigte Flüssigerdgas wird modular geliefert, da dies günstiger ist als die Bunkerung. Eine LNG-Tankstelle, die die Versorgung jederzeit sicherstellt, wird von der SCHRAMM Group GmbH & Co. KG in Brunsbüttel errichtet. Die SCHRAMM Group wird auch Betreiber der LNG HYBRID Barge im Hamburger Hafen werden.

Durch die LNG HYBRID Barge wird der Emissions- und Partikelausstoß während der Hafenliegezeit deutlich reduziert. Im Vergleich zum bisher genutzten Dieselmotor werden zukünftig während der Hafenliegezeit keine Schwefeloxide (SOx) mehr produziert. Die Emission von Stickoxiden (NOx) verringert sich um bis zu 80%, der Ausstoß von Kohlendioxid um weitere 30%.

Ein weiterer Vorteil ist die ganzjährige Nutzung des Systems. Der Hamburger Energieversorger EON Hanse Wärme GmbH plant die gewonnene Energie außerhalb der Kreuzfahrtsaison in das Stadtnetz einzuspeisen und so täglich ca. 11.000 Haushalte (auf Basis von 4 Personenhaushalten) mit Strom und Wärme zu versorgen.

Im Herbst 2013 soll die "AIDAsol" als erstes Kreuzfahrtschiff weltweit in der Hamburger Hafen City durch die LNG HYBRID Barge von Becker Marine Systems mit Strom versorgt werden. Becker Marine Systems erfährt eine sehr breite und kooperative Unterstützung der zuständigen Mitglieder aus Wirtschaft und Politik in Hamburg.

Frage an den Geschäftsführer von Becker Marine Systems, Dirk Lehmann:

Gibt es bereits Planungen für den Einsatz an weiteren AIDA Kreuzfahrtschiffen in anderen Häfen?

Dirk Lehmann: Aufgrund des großen Interesses an dem Projekt, gibt es bereits Gespräche mit anderen Häfen und anderen Kreuzfahrtreedereien über den Einsatz der LNG HYBRID Barge an verschiedenen Standorten weltweit.

Orderhighlights Ruder

Becker Marine Systems wurde von STX Offshore & Shipbuilding beauftragt, die größten jemals gebauten Vollschweberuder von 93m2 für Zodiac Containerschiffe zu entwerfen und zu liefern. Der neue Auftrag erfolgt für Becker Marine Systems bewährtes twistiertes TLKSR® (Twisted Leading Edge King Support Rudder) für die 400m langen und 54m breiten 16.000 TEU Containerschiffe. Die Produktvorteile und die außerordentliche Referenzliste für Ruder, die größer als 75m2 sind, überzeugten STX, ihre Ruder bei Becker Marine Systems zu bestellen. Dieser herausragende Auftrag für sechs der größten Containerschiffe weltweit setzt die lange, sehr professionelle und zuverlässige Geschäftsbeziehung zwischen STX Offshore & Shipbuilding und Becker Marine Systems weiter fort. Die Ruder werden in Europa und Asien bei Becker Marine Systems Zulieferern hergestellt, die erste Lieferung ist für September 2013 geplant und die Lieferung des sechsten und letzten Ruders findet voraussichtlich im April 2015 statt.

Die Bundesregierung hat ein neues Tiefsee-Forschungsschiff bestellt, um die vorhandene "Sonne" zu ersetzen. Die Bestellung wurde von der Meyer Neptun Werft ausgelöst, nachdem Becker Marine Systems ihnen ein spezielles Heracles Flossenruder angeboten hat. Das Becker Ruder gibt dem Schiff die notwendige Manövrierfähigkeit für hohe und niedrige Geschwindigkeiten. Die beiden Becker Ruder haben eine Rudergröße von je 7,26m2 und einen maximalen Winkel von 2 x 45°. Nach Angaben der Werft wird das Forschungsschiff 2014 ausgeliefert.

Becker Marine Systems hat einen Vertrag mit der Dalian Shipbuilding Group und Hudong Zhonghua Shipbuilding über die Lieferung von 8 twistierten Vollschweberudern (TLKSR®) geschlossen. Die effizienten 75m2 Ruder werden an 10.000 TEU Containerschiffen für China Shipping Container Lines (CSCL) installiert. Die große Erfahrung mit hocheffizienten Vollschweberudern einerseits und der überzeugenden Ergebnisse nach Tank- und Kavitationstests waren die Hauptgründe für die Wahl von CSCL für Ruder von Becker Marine Systems für ihre Containerschiffe von 335m Länge und einer Reisegeschwindigkeit von rund 24 Knoten. Alle Schiffe werden bereits 2013 geliefert.

Frage an den Geschäftsführer von Becker Marine Systems, Dirk Lehmann:

Wo liegen die Vorteile eines Becker Ruders gegenüber konventionellen Rudersystemen?

Dirk Lehmann: Becker Marine Systems bietet für seine Ruder langjährige Garantien und vielfältige Serviceleistungen. Ruder von Becker Marine Systems werden individuell angepasst, somit sind Schiffe mit einem Becker-Ruder effizienter gegenüber konventioneller Rudertechnik in Hinblick auf die Treibstoffersparnis und die Manövrierfähigkeit, zudem sind sie deutlich robuster. Darüber hinaus hat Becker Marine Systems erfolgreich elektronische Systeme, wie z.B. BIMS (Becker Intelligent Monitoring System for Rudder Force Measurement), entwickelt, die in der Lage sind, die Betriebskosten im dauerhaften Einsatz der Schiffe zu reduzieren.

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