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Pressemitteilung BoxID: 592096 ((BDA) Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände e.V.)
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BDA, BDI, IW Köln und Stifterverband: Zehn Vorschläge zur Hochschulfinanzierung

(PresseBox) (Berlin, ) Die deutsche Wirtschaft hat zehn Vorschläge formuliert, um das System zur Finanzierung von Forschung, Lehre und Studium weiterzuentwickeln. Das Konzept sieht unter anderem vor, die bisher befristete Bundesfinanzierung zu verstetigen - am besten durch eine Grundgesetzänderung. Außerdem sollen BAföG-Empfänger stärker gefördert und gut verdienende Absolventen an den Kosten ihres Studiums beteiligt werden.

"Die aktuelle Hochschulfinanzierung ist in der Forschung zu kurzatmig und setzt in der Lehre falsche Anreize", sagt Marion Schick, Vorsitzende des Arbeitskreises Hochschule/Wirtschaft von BDA, BDI und Hochschulrektorenkonferenz sowie Personalvorstand der Deutschen Telekom. Zukünftig sollten Drittmittelprojekte attraktiver ausgestaltet werden, indem stets die vollen Kosten in Rechnung gestellt werden und der Staat einen zusätzlichen Forschungsbonus von zehn Prozent gewährt. Kooperationen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft werden so gefördert, und Hochschulen gewinnen finanzielle Freiräume für die gezielte Schärfung ihres Profils.

Derzeit ist es für Bundesländer finanziell attraktiv, Studienplätze abzubauen und darauf zu setzen, dass Akademiker aus anderen Bundesländern zuwandern. Ein bundesfinanzierter Absolventenbonus soll dieses falsche Anreizsystem in der Lehre beenden. Zudem soll es sich für Hochschulen in Zukunft mehr lohnen, sich um exzellente Lehre zu bemühen: "Wir schlagen ein 'Förderwerk Hochschullehre' vor, das nach dem Vorbild der Deutschen Forschungsgemeinschaft Lehrprojekte in einem Peer-Review-Verfahren auswählt und fördert", erläutert Volker Meyer-Guckel, stellvertretender Generalsekretär des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft.

Für die Studienfinanzierung schlägt die Wirtschaft vor, Studierende aus einkommensschwachen Haushalten besser zu fördern. Von den knapp zehn Milliarden Euro, mit denen der Staat Studierende und ihre Eltern unterstützt, werden nur 18 Prozent nach Bedürftigkeit vergeben. Hans-Peter Klös, Geschäftsführer Bildung und Arbeitsmarkt beim Institut der deutschen Wirtschaft Köln, sagt: "Wir müssen Bedürftige stärker unterstützen, indem wir das BAföG reformieren und gut verdienende Absolventen stärker an ihren Studienkosten beteiligen." Dafür sollten in Deutschland flächendeckend nachgelagerte Studiengebühren ab einer bestimmten Einkommensgrenze eingeführt werden.