„In der bayerischen Politik sind die Lokalen gut aufgehoben“

(PresseBox) ( München, )
Um die Zukunft des lokalen Rundfunks ging es in dem von Staatsminister Markus Söder moderierten Workshop der CSU Medienkommission "Willkommen daheim! Erfolgskonzepte für den Lokalfunk" im Rahmen der BLM-Lokalrundfunktage.

Der Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien, Prof. Dr. Wolf- Dieter Ring, stellte zur aktuellen Situation fest, dass die Ergebnisse der Funkanalyse Bayern erneut den Erfolg der lokalen Hörfunk- und Fernsehsender bestätigt hätten. Eine Herausforderung für die Lokalen sieht er u.a. in Kooperationsmodellen mit Plattformbetreibern im Internet. Dabei sind aus seiner Sicht Unternehmen wie Google weder geeignete Kooperationspartner noch Konkurrenten. Auch das Thema Digitalradio sei für die lokalen Anbieter wichtig, so der BLM-Präsident. Hier müssten alle Beteiligten endlich handeln, damit der Durchbruch diesmal geschafft werde. Im Bezug auf den Bayerischen Rundfunk lobte Ring die Zusammenarbeit vor allem im technischen Bereich, mahnte aber andererseits ein finanzielles Engagement des BR in den Aus- und Fortbildungskanälen (afk) an. "Der Bayerische Rundfunk stellt seit Jahren afk- Mitarbeiter ein, ohne sich selbst am afk zu beteiligen. Das sollte sich endlich ändern", so Ring. Was die zukünftige Finanzierung des lokalen Fernsehens angeht, sieht Ring im angestrebten Gebührenmodell, das auch aus seiner Sicht nicht zu Lasten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks gehen darf, die einzig vernünftige Lösung. Ring zeigte sich überzeugt, dass die lokalen Anbieter den dabei geforderten Qualitätsmaßstab erfüllen werden.

Der Geschäftsführer des Verbands Bayerischer Lokalrundfunk, Willi Schreiner, sieht im bisher erreichten eine solide Basis für die lokalen Rundfunkanbieter. Digitalradio sei eine neue Herausforderung, die auch Strukturänderungen mit sich bringen werde. Um die Zukunft zu meistern, müssten die lokalen Anbieter einerseits die Stärken des eigenen Medium kennen und andererseits die Stärken der Konkurrenten. Außerdem werde es verstärkt um Kooperationen gehen. "Alleine wird kaum ein lokaler Anbieter bestehen", so Schreiner. Die Lokalen müssten auch den Mut haben Neues zu probieren. Dass es dabei zwangsläufig auch zu Fehlern komme, sei zweitrangig. Zur Qualität des lokalen Fernsehens sagte Schreiner, dass man in den Lokalstationen keine Angst vor Qualitätskontrollen habe: "Wir haben sowohl in neue Mitarbeiter als auch in Technik investiert. Auch die Tatsache, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk immer mehr Material von lokalen Fernsehanbietern kauft, zeigt, dass die Qualität stimmt."

Für den Vorsitzenden des Medienrats der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien, Dr. Erich Jooß, ist trotz der guten Basis der lokalen Rundfunkanbieter der Trend zum Internet offensichtlich. Stärkere Ausdifferenzierungen bei den Internetangeboten würden den Wettbewerb auch für die lokalen Anbieter verändern. Deshalb müsste der lokale Rundfunk in Inhalte investieren, um seinen derzeitigen Vorsprung zu halten. Im Bezug auf Digitalradio zeigte sich Jooß überzeugt, dass es neben vielen neuen Musikkanälen auch neue Wortprogramme geben werde. Auch Jooß machte sich für eine Teilfinanzierung der lokalen Fernsehanbieter aus der Rundfunkgebühr stark. "Auch der bayerische Rundfunk muss letztlich anerkennen, dass die lokalen TV-Anbieter in ihrem Verbreitungsgebiet eine Grundversorgung leisten", so Jooß. Das müssten sie auch tun, denn letztlich werde sich ihre Zukunft mit ihrer Nähe zu den Menschen entscheiden.

Prof. Dr. Hans Stockinger, Mitglied der CSU-Landtagsfraktion und Rundfunkrat, sieht Lokalradio und Lokal-TV als unverzichtbare Bestandteile der bayerischen Medienlandschaft. Es habe sich gelohnt, sich politisch dafür einzusetzen, so Stockinger. Er zeigte sich überzeugt, dass der bayerische Gesetzgeber alles tun werde, um lokales Fernsehen auch in Zukunft in Bayern zu ermöglichen. In eine endgültige Lösungen dürften nicht nur die Kabelkunden einbezogen werden, sagte Stockinger. Im Bezug auf Digitalradio sei es an der Zeit, dass endlich ein digitaler Ruck durch das Land gehe.

Bei so viel Zuspruch von allen Seiten für den lokalen Rundfunk in Bayern fiel es Staatsminister Markus Söder leicht, in seinem Schlusswort festzuhalten: "In der bayerischen Politik sind die Lokalen gut aufgehoben."
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