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Pressemitteilung BoxID: 111264 (Bayerische Landesapothekerkammer)
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Apotheker warnen vor Arzneimittelfälschungen aus dem Internet

(PresseBox) (München, ) Arzneimittelfälschungen sind längst kein Problem mehr, das nur Entwicklungsländer betrifft - fernab von deutschen Apotheken und Patienten. Auch die EU hat inzwischen verstärkt mit dieser Problematik zu kämpfen, wie die neuesten Zahlen der europäischen Zollbehörde auf alarmierende Weise belegen: Über 2,5 Millionen gefälschter Produkteinheiten haben die Zollbeamten 2006 an den Grenzen der EU sicherstellen können. 2005 waren es noch 500 000 Einheiten gewesen. 80% der Fälschungen im Arzneimittelbereich entfallen dabei auf die Herkunftsländer Indien, Vereinigte Arabische Emirate und China.
Der zuständige EU-Kommissar lobt in diesem Zusammenhang die verstärkten Zollkontrollen im letzten Jahr, verweist aber gleichzeitig auf die anhaltende Bedrohung für die Gesundheit und Sicherheit der EU-Bürger.

"Der dramatische Anstieg der Arzneimittelfälschungen in den letzten Jahren stellt eine ernstzunehmende Gefahr auch für Patienten in Deutschland dar", warnt Dr. Ulrich Krötsch, Präsident der Bayerischen Landesapothekerkammer. "Täuschend ähnliche Verpackungen machen es für die Patienten z.T. unmöglich eine Fälschung von einem Original zu unterscheiden. Das kann schwerwiegende Folgen haben."

Internethandel als neue Herausforderung für den Zoll

Die Grenzwächter der EU machen zudem auf die veränderten Handlungswege aufmerksam, auf denen Kriminelle ihre gefälschte Ware in die EU befördern - hierzu zählen in erster Linie der Postversand und der Vertrieb über das Internet.
Bereits Anfang des Jahres hatte das Zentrallaboratorium Deutscher Apotheker (ZL) bei Testkäufen im Internet aufgedeckt, dass Arzneimittel von unseriösen Versandanbietern häufig von zweifelhafter Qualität oder gefälscht sind. Zudem werden sie z.T. teurer verkauft als in der öffentlichen Apotheke. Im speziellen Fall nahm das ZL den Internetversand des verschreibungspflichtigen Medikaments Propecia unter die Lupe, das auf den menschlichen Hormonhaushalt wirkt, und kam zu erschreckenden Ergebnissen für die Patienten.

Auch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat vor wenigen Wochen ausdrücklich vor dem Erwerb von Medikamenten aus unsicheren Online-Quellen gewarnt. Insbesondere bei Anbietern verschreibungspflichtiger Arzneimittel außerhalb der EG sei große Vorsicht geboten: Hier sei die Seriösität der Internet-Händler durch den Verbraucher genau zu prüfen.

"Ein gut gemeinter Rat. Leider ist die Seriösität für den einzelnen Verbraucher meist nicht so leicht nachvollziehbar", warnt Krötsch und empfiehlt als einzig mögliche Alternative für den Patienten den bewährten Weg in die Apotheke des Vertrauens: "Nur das hoch entwickelte und kontrollierte Liefersystem in Deutschland kann das Risiko gefälschter Arzneimittel ausschließen und die fachkundige Versorgung der Patienten sicherstellen. Und nur die kompetente Beratung der Apotheker vor Ort kann vor den Gefahren einer missbräuchlichen Anwendung der Medikamente schützen."