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Pressemitteilung BoxID: 869993 (Covestro AG)
  • Covestro AG
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Neue Daten belegen: INSQIN® halbiert den CO2-Fußabdruck von beschichteten Textilien

Covestro veröffentlicht Lebenszyklusanalyse von wasserbasierter Polyurethan-Technologie

(PresseBox) (Leverkusen, ) Covestros INSQIN® ist gemäß einer aktuellen Lebenszyklusanalyse ("life-cycle assessment", LCA) eine nachhaltigere Methode zur Produktion von beschichteten Textilien als herkömmliche Technologien.

Die Ergebnisse zeigten, dass der Einsatz von wasserbasiertem Polyurethan (PU) bei der Herstellung von PU-Kunstleder, einem der Schlüssel-Materialien des Textil-Sektors, den CO2-Fußabdruck des Materials im Vergleich zu herkömmlichen, lösemittelbasierten Technologien erheblich reduziert. Laut der Studie ist das relative Treibhauspotenzial, von der Wiege bis zur Fabrik, für 1.000 Quadratmeter an wasserbasiertem PU-Kunstleder 45 Prozent niedriger als bei lösemittelbasiertem Material1. Eine kritische Überprüfung der LCA-Studie durch unabhängige Dritte bestätigt die Konformität mit den ISO-Standards ISO 14040:2006 und ISO 14044:2006.

Nick Smith, Covestros globaler Chef für Textilbeschichtungen, sagt: "Die LCA-Studie liefert eine weitere Bestätigung des positiven ökologischen Beitrags von INSQIN®. Es veranschaulicht Markenherstellern, dass diese Technologie ihnen dabei helfen kann, ihre Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Errungenschaften bei der Reduktion des CO2-Fußabdrucks sind nicht nur für Mode- und Sportbeklei-dungsmarken, sondern auch für die Automobil- und Möbelindustrie wichtig."

Die LCA-Studie liefert qualitativ hochwertige Daten zu den ökologischen Vorteilen von wasserbasiertem PU. Außerdem bietet die Technologie Arbeitshygiene- und Sicherheitsvorteile, die insgesamt Kunden die Möglichkeit geben, bewusstere Entscheidungen zur PU-Materialbeschaffung zu treffen.

Die Studie erfasste eine umfassende Auswahl an Parametern, um den ökologischen Beitrag von wasserbasiertem PU - von der Rohmaterial-Gewinnung bis hin zur Herstellung beschichteter Materialien - mit der Leistung herkömmlicher PU-Technologien zu vergleichen, die auf das Lösungsmittel Dimethylformamid (DMF) zurückgreifen.

CO2-Fußabdruck und Versauerung reduzieren

Laut der LCA-Studie haben 1.000 Quadratmeter des mit INSQIN® hergestellten PU-Kunstleders ein relatives Treibhauspotenzial von 6.900 Kilogramm CO2-Äquivalent, während es bei lösemittelbasiertem Material 12.700 Kilogramm CO2-Äquivalent sind.

Wie signifikant die Auswirkungen dieser Reduzierung sind, zeigt folgendes Beispiel: Würde die gesamte Textilindustrie zu Covestros wasserbasierter PU-Technologie wechseln, dann wäre die daraus folgende Treibhausgasreduktion vergleichbar mit der Beseitigung aller Autos, die heutzutage auf den Straßen von Beijing, oder von London, Hong Kong und Los Angeles zusammengenommen, fahren.

Während INSQIN® einen wesentlich geringeren CO2-Fußabdruck hat als lösemittelbasierte Vergleichsmaterialien, hat die detaillierte Studie gezeigt, dass 85 Prozent der Reduzierung des globalen Treibhauspotentials auf den geringeren Energieverbrauch des Transferbeschichtungsprozesses zurückzuführen ist, der durch das wasserbasierte PU ermöglicht wird und den konventionellen Koagulationsprozess ersetzt könnte. Mit anderen Worten liegt also der wahre Nutzen der INSQIN®-Technologie in den Prozessen, die durch sie ermöglicht werden.

Die Nutzung von INSQIN® zur Beschichtung von Textilien mit PU hat zudem das Potenzial, die Versauerung in unserem Wasser und unserem Boden im Vergleich zu herkömmlichen Technologien um 20 Prozent zu reduzieren.

Wasserverbrauch reduzieren

Einer vorangegangenen, internen Covestro-Studie nach benötigt die Herstellung von PU-Kunstleder mit INSQIN® 95 Prozent weniger Prozesswasser als die Herstellung mit konventionellem PU. Die so erreichten Wassereinsparungen können einen enormen sozialen Beitrag in wasserarmen Herstellungsländern haben. Würde die gesamte Textilindustrie zu INSQIN®wechseln, könnte genug Wasser gespart werden, um die tägliche Wassernutzung von fast 340.000 Menschen in China abzudecken.

Diese Arbeit demonstriert, wie Innovation in der Chemie weitreichende Vorteile bringen kann, indem sie auch einen Wandel der Prozesstechnologien ermöglicht. Damit werden entscheidende Fortschritte für die gesamte Innovation der Textilindustrie erreicht.

Dr. Lydia Simon, globale Nachhaltigkeitsbeauftrage für Lacke, Klebstoffe und Spezialprodukte bei Covestro, sagt: "Das Denken in Lebenszyklen ist entscheidend, wenn wir die Herausforderungen, der Zukunft nachhaltig überwinden wollen. Lebenszyklus-Studien helfen dabei, das Potential unserer Technologien zur Reduzierung von Umwelteinflüssen zu quantifizieren, und tragen dadurch zur Quantifizierung nachhaltigerer Lösungen bei."

1 Das (relative) Treibhauspotenzial (GWP) einer chemischen Verbindung ist eine Maßzahl für ihren relativen Beitrag zum Treibhauseffekt. Sie gibt damit an, wie viel eine festgelegte Masse eines Treibhausgases im Vergleich zur entsprechenden Menge CO2 zur globalen Erwärmung beiträgt. Quelle: Wikipedia

Covestro AG

Mit einem Umsatz von 11,9 Milliarden Euro im Jahr 2016 gehört Covestro zu den weltweit größten Polymer-Unternehmen. Geschäftsschwerpunkte sind die Herstellung von Hightech-Polymerwerkstoffen und die Entwicklung innovativer Lösungen für Produkte, die in vielen Bereichen des täglichen Lebens Verwendung finden. Die wichtigsten Abnehmerbranchen sind die Automobilindustrie, die Bauwirtschaft, die Holzverarbeitungs- und Möbelindustrie sowie der Elektro-und Elektroniksektor. Hinzu kommen Bereiche wie Sport und Freizeit, Kosmetik, Gesundheit sowie die Chemieindustrie selbst. Covestro, vormals Bayer Materi-alScience, produziert an 30 Standorten weltweit und beschäftigt per Ende 2016 rund 15.600 Mitarbeiter (umgerechnet auf Vollzeitstellen).