Nachhaltige Rohstoffe für die Chemie

Berliner Gipfel ruft zu stärkerer Nutzung nicht-fossiler Ressourcen auf

Leverkusen, (PresseBox) - • Pflanzen und CO2 vielversprechende Alternativen zum Erdöl
• Mehr gemeinsame Anstrengungen und Gründergeist nötig
• Start-ups als „Resource Innovators 2017“ ausgezeichnet

Die Chemieindustrie sollte nach Ansicht von Experten verstärkt nachhaltige Rohstoffe wie Pflanzen und CO2 nutzen, um die begrenzten fossilen Quellen zu schonen. Zu mehr gemeinsamen Anstregungen auf diesem Gebiet riefen am Dienstag die Teilnehmer eines Rohstoffgipfels an der Technischen Universität Berlin auf, den die Hochschule zusammen mit der DECHEMA Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie sowie dem Werkstoffhersteller Covestro ausgerichtet hatte. Es gebe bereits zahlreiche vielversprechende Ansätze, um chemische Produkte weitgehend ohne Erdöl zu produzieren, betonten Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft.

Deutschland hat nach Ansicht der Gipfelteilnehmer auf dem Gebiet, auch dank öffentlicher Fördermaßnahmen, eine Führungsrolle, die es auszubauen gelte. Das volle Innovationspotenzial sei aber noch nicht ausgeschöpft. „Vor allem kommt es darauf an, gute Ideen rasch umzusetzen. Daher muss die Gründerkultur speziell in der Chemiebranche gefördert werden“, resümierte DECHEMA-Geschäftsführer Kurt Wagemann, der einen Impulsvortrag hielt und die zentrale Podiumsdiskussion moderierte.

Ideenwettbewerb mit internationalen Start-ups

Als Signal für mehr Gründerspirit diente auf der Veranstaltung ein Ideenwettbewerb. Fünf Start-up-Unternehmen aus den USA, Großbritannien, den Niederlanden und Deutschland präsentierten dem Publikum Projekte, bei denen Biomasse und CO2 als Kohlenstoffquellen anstatt von Erdöl genutzt werden. Drei von ihnen wurden als „Resource Innovator 2017“ ausgezeichnet und erhielten ein von Covestro gestiftetes Preisgeld.

Die fünfköpfige Jury umfasste neben Professor Wagemann auch Professor Reinhard Schomäcker vom Institut für Chemie an der TU Berlin sowie Dr. Markus Steilemann, Vorstand für Innovation, Vertrieb und Marketing bei Covestro, außerdem Professor Robert Schlögl, Direktor am Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft, und Sonja Jost, Geschäftsführerin des Chemieunternehmens DexLeChem.

Von der Idee zur Umsetzung

An der anschließenden Podiumsdiskussion nahm ferner Steffen Krach teil, Staatssekretär für Wissenschaft und Forschung in der Senatskanzlei des Regierenden Bürgermeisters von Berlin. Krach betonte: „Berlin ist die Startup-Hauptstadt Deutschlands, und wir wollen die Rahmenbedingungen dafür weiter verbessern.“ Professor Schlögl beklagte eine fehlende „Kultur der Risikobereitschaft“. Nötig seien mehr Technologiezentren, um von der Idee zur Umsetzung zu kommen.

Jost sagte: „Der heutige Gipfel beweist, dass die Megatrends und Zukunftsthemen Digitalisierung und Nachhaltigkeit die Chemieindustrie bereits heute prägen und unsere Lösungen vollkommen neuartige Möglichkeiten für Green Business eröffnen.“ Steilemann hob hervor, wie wichtig und fruchtbar die Zusammenarbeit von forschungsorientierten Unternehmen und anwendungsnaher Wissenschaft sei. „Dadurch hat Covestro rasch erste CO2-basierte Produkte entwickeln und auf den Markt bringen können.“

TU-Professor Schomäcker sprach sich ebenfalls für den Ausbau von Kooperationen besonders auch innerhalb der akademischen Welt aus, um Forschung zielgerichtet voranzubringen. Als positives Beispiel hob er das Exzellenzcluster UniCat hervor, das Naturwissenschaftler und Ingenieure unterschiedlicher Hochschulen und Institute im Raum Berlin vereine und Synergien schaffe.

Über die Technische Universität Berlin:


Die Technische Universität Berlin zählt mit ihren rund 34 500 Studierenden, zirka 120 Studienangeboten und 40 Instituten zu den großen, international renommierten und traditionsreichen technischen Universitäten in Deutschland. Herausragende Leistungen in Forschung und Lehre, die Qualifikation von sehr guten Absolventinnen und Absolventen und eine moderne, serviceorientierte Verwaltung kennzeichnen die Universität in Deutschlands Hauptstadt – im Zentrum Europas. Das Leistungsspektrum ihrer sieben Fakultäten steht für eine einzigartige Verbindung von Natur- und Technikwissenschaften mit Planungs-, Wirtschafts-, Sozial- und Geisteswissenschaften an einer technischen Universität. In der Hauptstadtregion ist die Technische Universität Berlin die einzige Universität, an der man ingenieurwissenschaftliche Fächer studieren kann.

Über die DECHEMA:

Die DECHEMA Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e.V. führt Fachleute unterschiedlicher Disziplinen, Institutionen und Generationen zusammen, um den wissenschaftlichen Austausch in chemischer Technik, Verfahrenstechnik und Biotechnologie zu fördern. Die DECHEMA sucht nach neuen technologischen Trends, bewertet diese und begleitet die Umsetzung von Forschungsergebnissen in technische Anwendungen. Über 5.800 Ingenieure, Naturwissenschaftler, Studierende, Firmen und Institutionen gehören dem gemeinnützigen Verein an. Gemeinsam mit der DECHEMA Ausstellungs-GmbH ist er Veranstalter der ACHEMA. Mehr unter www.dechema.de

Zukunftsgerichtete Aussagen


Diese Presseinformation kann bestimmte in die Zukunft gerichtete Aussagen enthalten, die auf den gegenwärtigen Annahmen und Prognosen der Unternehmensleitung der Covestro AG beruhen. Verschiedene bekannte wie auch unbekannte Risiken, Ungewissheiten und andere Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, die Finanzlage, die Entwicklung oder die Performance der Gesellschaft wesentlich von den hier gegebenen Einschätzungen abweichen. Diese Faktoren schließen diejenigen ein, die Covestro in veröffentlichten Berichten beschrieben hat. Diese Berichte stehen auf www.covestro.com zur Verfügung. Die Gesellschaft übernimmt keinerlei Verpflichtung, solche zukunftsgerichteten Aussagen fortzuschreiben und an zukünftige Ereignisse oder Entwicklungen anzupassen.

Covestro AG

Mit einem Umsatz von 11,9 Milliarden Euro im Jahr 2016 gehört Covestro zu den weltweit größten Polymer-Unternehmen. Geschäftsschwerpunkte sind die Herstellung von Hightech-Polymerwerkstoffen und die Entwicklung innovativer Lösungen für Produkte, die in vielen Bereichen des täglichen Lebens Verwendung finden. Die wichtigsten Abnehmerbranchen sind die Automobilindustrie, die Bauwirtschaft, die Holzverarbeitungs- und Möbelindustrie sowie der Elektro-und Elektroniksektor. Hinzu kommen Bereiche wie Sport und Freizeit, Kosmetik, Gesundheit sowie die Chemieindustrie selbst. Covestro, vormals Bayer MaterialScience, produziert an 30 Standorten weltweit und beschäftigt per Ende 2016 rund 15.600 Mitarbeiter (umgerechnet auf Vollzeitstellen).

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