"Die Landwirtschaft braucht weltweit neue Lösungen" - Wende in der Herbizidforschung gefordert

Symposium zu neuen Wegen in der Unkrautbekämpfung

(PresseBox) ( Monheim,, )
.
- In allen wichtigen Anbaugebieten der Welt nehmen Unkrautresistenzen zu
- Seit über 25 Jahren keine Herbizide mit neuartigen Wirkmechanismen auf dem Markt

Um die großen Probleme in der Landwirtschaft heute und morgen in den Griff zu bekommen, muss die Forschung auf dem Gebiet der Unkrautbekämpfung jetzt dringend intensiviert werden. Darin sind sich alle Teilnehmer eines von Bayer CropScience organisierten zweitägigen Symposiums in Frankfurt und Monheim einig. Sechzehn renommierte externe Teilnehmer, darunter die Chemie-Nobelpreisträger Professor Robert Huber und Professor Hartmut Michel, sprachen mit rund 40 Experten von Bayer CropScience über mögliche Lösungen und Vorgehensweisen.

"Seit über 25 Jahren hat die weltweite Pflanzenschutzindustrie kein wirtschaftlich bedeutendes Herbizid mit neuem Wirkmechanismus mehr für Flächenkulturen entwickelt und auf den Markt gebracht - unter anderem eine Folge der Konsolidierung der Industrie, die mit einer deutlichen Reduktion der Forschungsaufwendungen für neue Herbizide einherging", sagte Dr. Hermann Stübler, verantwortlich für die Herbizidforschung bei Bayer CropScience in Frankfurt am Main. "Der Selektionsdruck hinsichtlich Herbizidresistenz ist bei Unkräutern in allen wichtigen Feldkulturen wie z. B. Getreide, Mais, Reis und Soja enorm, und die Anzahl der zur Verfügung stehenden wirksamen Herbizide hat ganz erheblich abgenommen. Unkrautresistenzen werden daher zu einem zunehmendem Problem, das die landwirtschaftliche Praxis verändert und die langfristige Wirtschaftlichkeit der Pflanzenproduktion weltweit gefährdet", fügte Professor Stephen Powles, Direktor an der Universität von Western Australia, ergänzend hinzu.

Ziel des Symposiums war es, Möglichkeiten für eine dringend notwendige Forschungswende in der Unkrautbekämpfung zu erörtern und völlig neue Forschungsansätze zu diskutieren. Zu diesem Zweck befassten sich die Teilnehmer in verschiedenen Arbeitsgruppen z. B. damit, wie das "System Pflanze" mit seinen Prozessen und Steuerungen molekular zu verstehen ist, welche neuen Methoden für die Entdeckung von Herbiziden mit neuartigen Wirkmechanismen zur Verfügung stehen und welche Möglichkeiten es für Kooperationen mit führenden pflanzenwissenschaftlichen Instituten gibt. Die erfolgreiche Moderation der Workshops und die daraus resultierenden Empfehlungen sind dem Einsatz von Prof. Herbert Waldmann, Leiter des Max-Planck-Instituts (MPI) für molekulare Physiologie, Prof. Detlef Weigel, Leiter des MPI für Entwicklungsbiologie, sowie zwei Pionieren der Pflanzenmolekularbiologie und Gründern verschiedener Biotech-Unternehmen zu verdanken - Prof. Lothar Willmitzer, Leiter des MPI für molekulare Pflanzenphysiologie, und Prof. Marc Zabeau, Leiter der Abteilung für Technologietransfer der Universität Gent.

Bei der Präsentation der Ergebnisse betonte Prof. Willmitzer, dass der Bedarf an neuen Herbiziden mit alternativen Wirkmechanismen und/oder resistenzbrechenden Eigenschaften dringlicher denn je ist. "Dies lässt sich erreichen, indem man die Forschung auf dem Gebiet der Pflanzensystembiologie intensiviert, systematisch nach neuartigen In-vivo-Technologien zur Phänotypisierung sucht und anschließend die zugrundeliegenden molekularen Zielstrukturen und Mechanismen erforscht. Diese wissenschaftlich anspruchsvolle Aufgabe lässt sich mit innovativen Kooperationsmodellen bewältigen, z. B. auch durch die Einrichtung von ,Science Hubs' an wissenschaftlichen Hotspots, in denen die Industrie Ressourcen gemeinsam mit öffentlichen Forschungseinrichtungen wie z. B. Max-Planck-Instituten nutzen kann", sagte Prof. Willmitzer weiter. "Wir müssen nach neuen Quellen für neuartige Substanzen suchen. Dazu zählen auch Naturstoffe. Und wir müssen uns intensiver mit unseren Kollegen im Bereich der Pharmaforschung austauschen. Als weitere Innovationsmöglichkeit kommt die Entwicklung echter synergistischer Kombinationen in Betracht, die neuartige herbizide Wirkmechanismen miteinander kombiniert", fügte Prof. Willmitzer ergänzend hinzu.

Zukunftsgerichtete Aussagen

Diese Presseinformation kann bestimmte in die Zukunft gerichtete Aussagen enthalten, die auf den gegenwärtigen Annahmen und Prognosen der Unternehmensleitung des Bayer-Konzerns bzw. seiner Teilkonzerne beruhen. Verschiedene bekannte wie auch unbekannte Risiken, Ungewissheiten und andere Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, die Finanzlage, die Entwicklung oder die Performance der Gesellschaft wesentlich von den hier gegebenen Einschätzungen abweichen. Diese Faktoren schließen diejenigen ein, die Bayer in veröffentlichten Berichten beschrieben hat. Diese Berichte stehen auf der Bayer-Webseite www.bayer.de zur Verfügung. Die Gesellschaft übernimmt keinerlei Verpflichtung, solche zukunftsgerichteten Aussagen fortzuschreiben und an zukünftige Ereignisse oder Entwicklungen anzupassen.
Für die oben stehenden Pressemitteilungen, das angezeigte Event bzw. das Stellenangebot sowie für das angezeigte Bild- und Tonmaterial ist allein der jeweils angegebene Herausgeber (siehe Firmeninfo bei Klick auf Bild/Meldungstitel oder Firmeninfo rechte Spalte) verantwortlich. Dieser ist in der Regel auch Urheber der Pressetexte sowie der angehängten Bild-, Ton- und Informationsmaterialien.
Die Nutzung von hier veröffentlichten Informationen zur Eigeninformation und redaktionellen Weiterverarbeitung ist in der Regel kostenfrei. Bitte klären Sie vor einer Weiterverwendung urheberrechtliche Fragen mit dem angegebenen Herausgeber. Bei Veröffentlichung senden Sie bitte ein Belegexemplar an service@pressebox.de.