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Pressemitteilung BoxID: 591425 (Bauwirtschaft Südbaden)
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Badisches Stuckateurhandwerk: Stabile Geschäftslage im Frühjahr 2013

Sanierung und Modernisierung weiter Hoffnungsträger

(PresseBox) (Bühl, ) Das badische Stuckateurhandwerk verzeichnet im Frühjahr 2013 eine nach wie vor stabile konjunkturelle Lage. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Situation jedoch etwas abgeschwächt. Dies ergab eine aktuelle Erhebung des Fachverbandes Ausbau und Fassade Baden unter seinen Mitgliedsbetrieben. "Vor allem im Ein- und Zweifamilienhausbau sind die Auftragsbestände weiterhin recht hoch. Im Wirtschaftsbau und im öffentlichen Hochbau wird die Lage dagegen von der Mehrzahl der Betriebe als unbefriedigend bezeichnet", stellte Vorsitzender Michael Bleich anlässlich der Mitgliederversammlung des Verbandes am 19. April 2013 in Bühl fest.

Im Ein- und Zweifamilienhausbau bezeichnen 71 Prozent der befragten Unternehmen ihre Auftragsbestände als ausreichend oder verhältnismäßig groß. Dieser Anteil liegt im Mehrfamilienhausbau nur noch bei 36 Prozent. In den Sparten Wirtschaftsbau und Öffentlicher Hochbau klagen jeweils 79 Prozent der Firmen über zu wenige Aufträge. Hoffnungsvoll stimmen die Bewertungen der Betriebe im Bereich Altbausanierung und Modernisierung: Hier melden mehr als drei Viertel der Unternehmen ausreichende oder verhältnismäßig große Auftragsbestände.

Nach wie vor haben die Stuckateurbetriebe mit einer harten Wettbewerbssituation am Markt zu kämpfen. 50 Prozent der Firmen klagen über eine schlechte Zahlungsmoral der Bauauftraggeber.

Vor dem Hintergrund der stabilen Nachfragesituation verzeichnen 43 Prozent der Unternehmen einen Arbeitskräftemangel bei Facharbeitern.

Bauen im Bestand ist wichtiger Zukunftsmarkt

Die Zukunftshoffnungen des Stuckateurhandwerks richten sich vor allem auf den hohen Baubedarf im Bereich der Modernisierung und Sanierung. Vor dem Hintergrund langfristig weiter steigender Energiepreise erkennen immer mehr Hausbesitzer den finanziellen Vorteil, den ihnen eine verbesserte Gebäudedämmung und damit verbunden ein deutlich reduzierter Energieverbrauch bringt. Einen Anreiz für die energetische Gebäudemodernisierung bieten auch die umfangreichen öffentlichen Förderprogramme.

Fachverband fordert Wiedereinführung der degressiven AfA

Angesichts der seit Jahren viel zu niedrigen Fertigstellungszahlen im Wohnungsbau fordert der Fachverband Ausbau und Fassade Baden die Wiedereinführung der degressiven Abschreibung sowohl für Neubauten als auch für energetische Sanierungsmaßnahmen. Ein solcher Schritt ist auch im Hinblick auf die zunehmende Wohnungsnot und steigende Mieten in Ballungszentren und größeren Städten unabdingbar. Zusätzlich setzt sich der Verband für eine bedarfsgerechte Ausweitung der öffentlichen Bauinvestitionen ein.

Konsequentes Vorgehen gegen Scheinselbständigkeit unabdingbar

Sorge bereitet den Stuckateurfirmen die Tätigkeit zahlreicher Scheinselbstständiger auf heimischen Baustellen. Oft handelt es sich bei der Billigkonkurrenz um Arbeitskräfte aus den neuen osteuropäischen EU-Mitgliedsstaaten, die als selbstständige Ein-Mann-Betriebe auftreten. Diese Betriebe werden als günstige Arbeitskräfte auf den Baustellen im Rahmen einer ARGE eingesetzt. Damit entfallen die Bezahlung auf Mindestlohnniveau sowie Sozialabgaben. Der Fachverband appelliert an die zuständigen Hauptzollämter, mit aller Konsequenz gegen Scheinselbstständigkeit und Mindestlohnverstöße vorzugehen. Nur so können die Existenz der regional ansässigen Stuckateurbetriebe sowie der hier angesiedelten Arbeitsplätze zu gesichert werden.