Unerschütterlicher Optimismus

Die Marktmeinung aus Stuttgart / von Michael Beck

(PresseBox) ( Stuttgart, )
Eine gute Nachricht: Die Sonne scheint! Aber leider nur an den internationalen Aktienbörsen. Im hierzulande arktischen Frühling glauben frierende Aktieninvestoren an die Fortdauer der seit über vier Jahren andauernden Hausse. Ihr Optimismus ist unerschütterlich, ungeachtet diverser Warnzeichen seitens der fundamentalen Wirtschaftsfaktoren. Zwar zeigen diese, außer in Europa, keine unmittelbaren rezessiven Entwicklungen an, aber sie liefern beileibe keine Gründe, dass die Aktienmärkte jeden zweiten Tag einen neuen Rekordstand markieren müssten. Ein weiteres Zeichen dieser Risikofreude ist der fulminante Rückgang der "Risikowährung" Gold beziehungsweise Silber sowie erste Kursrückgänge der als sehr sicher geltenden Bundesanleihen und US-Treasuries. Insbesondere ein möglicher Zinsanstieg im Anleihemarkt könnte eine weitere Fortsetzung der Rekordjagd an den Aktienmärkten behindern. In Japan musste nach dem Einschwenken in eine extrem expansive Geldpolitik bereits mehrfach der Staatsanleihen-Handel unterbrochen werden, weil die Verluste zu stark waren und einen Handelsstopp auslösten. Immer wieder beruhigt sich die Lage, aber diese Vorgänge zeigen, dass die enormen Staatsverschuldungen immer argwöhnischer beäugt werden.

Die Zentralbanken müssen demnächst aufzeigen, wie sie sich ein Exit aus ihrer jahrelangen Geldflut-Politik vorstellen. Die US-Fed hat zurzeit die größten Spielräume, da sich die dortige Wirtschaft trotz Belastungen aus der automatischen Haushaltseinsparung relativ robust zeigt. Sie würde dies gerne mit einem Stopp oder zumindest einer Reduzierung der monatlichen Anleihekäufe in Höhe von 85 Milliarden US-Dollar tun. Damit riskiert sie aber, dass die internationalen Aktienmärkte sehr nervös auf das Ende der expansiven Geldpolitik reagieren und in eine ausgeprägte Konsolidierungsphase eintreten könnten - mit allen unerwünschten Nebenwirkungen auf die wirtschaftlichen Entwicklungsmöglichkeiten. Aus diesem Grund dürfte Ben Bernanke ein weiteres Mal beruhigend auf die Märkte einreden und das Anleihenkauf-Programm wohl unverändert weiterführen. Die Rekordjagd könnte also weitergehen, allerdings mit einem zunehmend flauen Gefühl.

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