Marktverzerrungen bleiben bestehen

(PresseBox) ( Stuttgart, )
Die Euro-Schuldenkrise hat die Märkte nach wie vor fest im Griff. Die Verlautbarung des spanischen Finanzministers, Schwierigkeiten beim Zugang zu den internationalen Finanzierungsmärkten zu haben, steigerte die Verunsicherung noch mehr und schickte die Aktienbörsen zu Beginn der Woche auf Talfahrt. Dabei wurde nur ausgesprochen, was "die Märkte" bereits wissen: Aufgrund der Höhe der Staatsverschuldung ist eine nachhaltige Finanzierung mit Zinssätzen um circa 6 Prozent nicht möglich. Der spanische Hilferuf reiht sich ein in die Phalanx der Kräfte, die erheblichen Druck auf die Bundesregierung ausüben, mehr für die Stützung der europäischen Peripheriestaaten zu leisten. Bis zu den griechischen und französischen Parlamentswahlen wird die Unsicherheit auf jeden Fall beherrschendes Thema auf dem Parkett bleiben. Zumal die deutsche Wirtschaft nun erste Anzeichen zeigt, von den europäischen Turbulenzen in Mitleidenschaft gezogen zu werden. Der starke Auftragsrückgang der deutschen Industrie von -1,9 Prozent im Mai lässt aufhorchen. Die Eurozone steht kurz davor, in die Rezession abzurutschen. Der DAX unterschritt seit langem wieder einmal die psychologisch wichtige 6.000- Punkte-Marke. In den nächsten Tagen dürfte diese Marke heftig umkämpft bleiben. Es darf nicht vergessen werden, dass der DAX zum Jahresanfang immer noch im Plus liegt, während die europäischen STOXX-Indizes deutlich im Minus notieren. Dies war durch die bessere wirtschaftliche Lage in Deutschland wohlbegründet. Weitere Gewinnmitnahmen könnten bei weiteren schlechten Wirtschaftsdaten aber die 6.000-Punkte-Marke des DAX ernsthaft in Gefahr bringen.

Daher stehen deutsche Staatsanleihen bei internationalen Investoren hoch im Kurs. Und dies im wahrsten Sinne des Wortes. Die Rendite 10-jähriger Anleihen ermäßigte sich auf historische Tiefen und notiert unter 1,20 Prozent. Je höher die Renditen der europäischen Problemländer steigen, desto tiefer fallen die deutschen Renditen. Im kurzfristigen Laufzeitensegment griffen Investoren teilweise sogar zu negativen Verzinsungen, nur um ihre Kapitalanlagen in einem sicheren Hafen zu wissen. Ein Ende dieser Flucht in Qualität ist nicht absehbar. Die Bewertungsunterschiede zwischen Qualitätsaktien und Anleihen nehmen immer absurdere Züge an. Bevor aber seitens der Politik keine eindeutigen Rahmenbedingungen zum Umgang mit der Euro-Schuldenkrise aufgestellt werden, dürften sich diese Marktverzerrungen nicht lösen. Die Renditen deutscher Anleihen werden ohne konkrete Schritte zur Lösung der europäischen Schuldenkrise bis auf weiteres auf einem tiefen Niveau verharren.
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