Die Marktmeinung aus Stuttgart

(PresseBox) ( Stuttgart, )
Die internationalen Aktienmärkte zeigen sich zu Jahresbeginn in einer freundlichen Stimmung. Positiv wurden die Geschäftszahlen von dem US-Unternehmen Alcoa und von Siemens aufgenommen. Die guten Zahlen der Industriefirmen täuschen allerdings nicht darüber hinweg, dass einige konjunkturelle Rahmendaten nach wie vor düster aussehen. In den USA ist es die Arbeitslosenquote, die unverändert hoch ist und trotz lockerer Geldpolitik nicht spürbar zurückgehen wird. Darüber ist sich selbst die US-Notenbank über das Gesamtjahr 2011 hinweg einig. In Europa wird der konjunkturelle Erfolg weiterhin von den Peripherieländern abhängen. Im augenblicklichen Fokus liegt Portugal. Der portugiesische Ministerpräsident Sócrates ist zwar überzeugt, dass er den Rettungsschirm nicht benötigt, allerdings sieht dies die portugiesische Zentralbank anders. Die zehnjährige Staatsanleihe mit einem Volumen von 1,25 Mrd. Euro sollte am Markt ohne Probleme aufgenommen werden, ansonsten wird es für dieses Land äußerst schwierig, weiterhin Geld zu erhalten, und dies, obwohl China mehrmals geäußert hat, dass es portugiesische Anleihen kaufen will. Insbesondere die Banken hoffen inständig auf den Rettungsschirm, schließlich haben sie in den eigenen Büchern über 230 Mrd. Euro an portugiesischen Staatsanleihen liegen. Dies ist auch der Grund, weshalb im Gegensatz zu den anderen Branchen der Bankbereich in der Kursentwicklung nach wie vor keinerlei Steigerung verzeichnen kann. Die Indizes sehen auf den ersten Blick noch positiv aus.

Der DAX hat zwar seinen Aufwärtstrendkanal seitlich verlassen, würde aber erst ab dem Unterschreiten der Marke von 6.850 Punkten ein Rückfallpotential entwickeln bis 6.400 Punkte. Nach oben müsste er die 7.000-Punkte-Marke nachhaltig überschreiten, um neue Höchstkurse generieren zu können. Der Euro Stoxx 50 liegt weiterhin in seinem Seitwärtstrendkanal zwischen 2.650 und 2.600 Punkten. Der Dow-Jones-Index zeigt eine überkaufte Situation. Zwar ist die Aufwärtslinie Richtung 12.000 Punkte noch intakt, aber erste Schwächeanzeichen bilden sich ab, so dass Rückschlagsgefahr bis 11.000 Punkte durchaus möglich wäre.

Das Damoklesschwert der Länderrisiken bleibt zwar bestehen, aber die Investoren an den Aktienmärkten, insbesondere in Deutschland, schieben diese Situation erst einmal in den Hintergrund und feiern gute Unternehmensergebnisse sowie den Anstieg des Bruttoinlandsproduktes um 3,6 % im letzten Jahr. Dies treibt auch den DAX wieder über die 7.000-Punkte-Marke. Deutschland bleibt somit der Musterknabe, der mit exzellenten Import- wie Exportzahlen aufwarten kann und mit einer niedrigen Inflationsrate auskommt. Dies sieht in den Schwellenländern komplett anders aus, insbesondere die steigenden Nahrungsmittelpreise sorgen in Brasilien, China und Indien für hohe Inflationsraten. Die Preise für Agrarrohstoffe wie Weizen, Mais und Soja sind in den vergangenen Monaten drastisch gestiegen. Weitere Preisanstiege sind vorhersehbar durch die extremen Wetterperioden. Die letzte große Anstiegsrallye bei Nahrungsmittelpreisen gab es vor der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise 2008. Ein Vergleich zur heutigen Situation ist sicherlich nicht angebracht, aber trotz allem bleiben viele konjunkturelle Rahmeneckdaten im roten Bereich. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob das schwierige geopolitische Umfeld Oberhand behält oder ob die guten Unternehmenszahlen und auch die Prognosen bis weit ins Jahr 2011 hinein die übrigen Rahmendaten überdecken können. Wir sehen für die nächsten sechs Monate eine Schwankungsbreite im DAX zwischen 6.450 und 7.300 Punkten und nehmen ein Übergewichten in den Branchen Pharma, Gesundheitswesen, Medizintechnik und Telekommunikation vor. Banken, Technologie und Versicherungen stellen wir auf Untergewichten. Bei den Einzelwerten stellen wir auf Kauf die KWS Saat, Synthes und KPN.
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