Die Marktmeinung aus Stuttgart

(PresseBox) ( Stuttgart, )
Die weltweiten Regierungen haben ihre Regenschirme aufgespannt und ihre jeweiligen Banken daruntergestellt. Das US-Bankensystem wird teilweise verstaatlicht, und die Regierung investiert inzwischen die ersten 250 Milliarden Dollar. Damit hat das Staatsdefizit in 2008 den Rekordstand von 455 Milliarden Dollar erreicht. EZB-Chef Trichet ließ sich sogar zu dem Satz hinreißen, er sei glücklich und beeindruckt von den Maßnahmen, die die EU-Staaten beschlossen hätten. Die Frage bleibt, ob die jeweiligen Regierungen auch wirklich in ihren Parlamenten ihre Vorschläge gesetzlich durchbringen können oder ob nicht doch wieder Abstriche gemacht werden müssen; und auch die Banken, die nicht die staatliche Hilfe in Anspruch nehmen müssen, werden es mit ihren neuen Anteilseignern nicht ganz einfach haben, wie z.B. Morgan Stanley, bei denen sich nun Japans Mitsubishi Group beteiligt hat. Hier ist die augenblickliche Euphorie völlig fehl am Platz. Die Krise ist auch in der Investmentfondsbranche angekommen, insbesondere die Geldmarktfonds leiden unter extremem Abfluss. Um die Liquiditätsnöte nicht noch höher zu schrauben, hat sich inzwischen die Regierung Luxemburgs entschieden und nun alle notwendigen Schritte unternommen, um diese Liquidität zu sichern. Auch die Lage am Rentenmarkt bleibt weiter angespannt, nach wie vor ist kein vernünftiger Handel in Pfandbriefen möglich. Dass die meisten Investoren nach wie vor den Markt skeptisch sehen, zeigt sich auch an den Aktienindizes. Zwar konnte der DAX von seinem Tiefststand sich gravierend erholen, bleibt aber nun knapp oberhalb seiner wichtigen Unterstützungsmarke von 5.000 Punkten. Der Euro Stoxx 50 liegt trotz Erholungsphase noch weit unter seiner alten Unterstützungsmarke von 2.600 Punkten und erst ab dieser Marke wäre eine leichte Erholung möglich. Auch der Dow Jones Index konnte noch nicht wieder seine 9.500-Punkte-Marke erreichen, die ihm dann ein weiteres Aufwärtsstreben möglich machen würde.

Die Überschrift "Hauptrisiko gebannt, Kernproblem bleibt" ist sicherlich richtig. Dies zeigt auch deutlich, dass die meisten Marktteilnehmer verunsichert bleiben. Zwar haben die Ängste, bezogen auf die Finanzkrise, vorübergehend nachgelassen, aber die Sorgen um Unternehmensgewinne und die Wirtschaft bleiben im Vordergrund und bis auf wenige Ausnahmen müssen die meisten Unternehmen Gewinnwarnungen aussprechen. So zeigen die Aktienkurse auch wieder nach unten und dies macht deutlich, dass es noch nicht gelungen ist, den Markt in ruhigeres Fahrwasser zu bringen. Trotz allem ist unüberlegtes Handeln nicht angebracht. Der Markt wird bestimmt von Trading-Aktionen, aber Extremverwerfungen nach unten sind weiterhin gute Anlässe, um selektive Käufe vorzunehmen. Bei den Branchen sehen wir ein klares Untergewichten in der Logistik, im Einzelhandel und bei den Titeln der Bau- bzw. Baustoffbranche. Übergewichten raten wir für die Pharma-, Versicherer- und Versorgerbranche. Bei den Einzelwerten bleiben wir bei unserer Empfehlung zum Kauf von Nestlé, Bayer, Beiersdorf, Royal Dutch und Barrick Gold.
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