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Pressemitteilung BoxID: 228561 (Baden-Württembergischer Handwerkstag e.V.)
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Handwerk zu Werkrealschule: Nicht auf halbem Wege stehen bleiben

(PresseBox) (Stuttgart, ) Wer die Bildungsstandards an Hauptschulen senken wolle, der erweise nicht nur den jungen Menschen einen Bärendienst, sondern konterkariere auch gerade in Baden-Württemberg die aktuellen Bemühungen um eine Werkrealschule, warnte Landeshandwerkspräsident Joachim Möhrle. Die Werkrealschule müsse möglichst rasch die Hauptschule ersetzen und damit allen Schülern die Chance auf einen mittleren Bildungsabschluss geben.

Möhrle: "Wenn die Kultusminister der Länder heute in Bonn über eine Anpassung der Leistungsanforderungen an das tatsächliche Niveau der Hauptschüler entscheiden, dann entscheiden Sie auch über die Zukunft junger Menschen." Das Handwerk brauche Bewerber mit hoher Basiskompetenz. Wer diese nicht schon aus der Schule mitbringe, werde sich vergeblich um einen Ausbildungsplatz bemühen. Schon jetzt blieben viele Lehrstellen mangels qualifizierter Bewerber in Handwerksbetrieben unbesetzt. Man könne nicht einfach die Augen davor verschließen, dass die Anforderungen der Arbeitswelt immer höhere Qualifikationen voraussetzten.

Baden-Württemberg schnitt bei den jüngsten PISA-Ergebnissen insgesamt verhältnismäßig gut ab. Wären da nicht die Sorgenkinder von der Hauptschule. Mindestens jeder zweite Schüler liegt beim Lesen gerade mal auf Grundschulniveau, in Mathematik sind es 47 Prozent und knapp 43 Prozent der Hauptschüler erreichen in den Naturwissenschaften allenfalls nur die Kompetenzstufe 1. Nicht nur für das Handwerk als Hauptausbilder von Hauptschülern sei dies ein nicht tragbares Ergebnis, sagte Möhrle. Hier dürfe man nicht auf ein Absenken der Anforderungen ausweichen.

Stattdessen müsse an den Schulen die individuelle Förderung massiv gestärkt werden. Aus diesem Grund sei die Handwerksorganisation bereit, das Projekt Werkrealschule als wichtigen Teilschritt zu unterstützen. Sie könne aber nur erfolgreich sein, wenn sie dem jeweiligen individuellen Förderbedarf der Schüler gerecht werde. Dazu gehöre auch obligatorisch die Ganztagesschule, eine Umetikettierung alleine jedenfalls wäre ein Schuss in den Ofen. Möhrle: "Wir dürfen da jetzt nicht auf halbem Wege stehen bleiben."