Papierindustrie: Mehr Wettbewerb am Energiemarkt dringend nötig

Wien, (PresseBox) - .
- Neben hoher Eigenstromerzeugung ist Papierindustrie auf Fremdstromlieferungen angewiesen
- Strompreise bis zu 20 Prozent gestiegen
- Gesetzgeber soll Ownership Unbundling vorantreiben und Netzengpässe beseitigen

Der europäischen Ebene kommt in der Energiepolitik immer größere Bedeutung zu - am Energiemarkt ist jedoch von Wettbewerb noch lange keine Rede. Das hat die EU-Kommission bereits mehrfach festgestellt - zuletzt in dem am 19. September veröffentlichten Kommissionsvorschlag zum 3. Gesetzespaket zum Energiebinnenmarkt.

Die ersten Schritte zur Entwicklung des Energiebinnenmarktes haben zwar bereits zu Effizienzsteigerungen geführt, von einer vollständigen Liberalisierung sind einige Mitgliedsstaaten aber noch weit entfernt.

Deshalb sind insbesondere hinsichtlich des Unbundlings - der Entflechtung von Erzeugung und Netz – Maßnahmen auf gemeinschaftlicher Ebene erforderlich. Austropapier, die Vereinigung der Österreichischen Papierindustrie, begrüßt das vorgelegte Energiepaket, denn Ownership Unbundling und die Beseitigung der Netzengpässe in Europa sind gemeinsam zu sehen.

„Durch ihre Marktmacht sind große Energieerzeuger in der Lage, die Preise künstlich hochzuhalten. Wir anerkennen die Notwendigkeit hoher Investitionen im Energiesektor – mehr Wettbewerb ist aber dringend erforderlich. Künstlich hochgehaltene Energiepreise schaden der Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Papierindustrie enorm. Wir agieren am globalen Markt und können einseitige Kostenbelastungen nicht im Produktpreis unterbringen“, stellt Ferdinand Fuhrmann, Generaldirektor der Smurfit Kappa Nettingsdorfer und Energiesprecher der Österreichischen Papierindustrie, fest.

Durch den hohen Grad an Eigenstromversorgung in hocheffizienten Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen trägt die Papierindustrie wesentlich zum Klimaschutz, zur Netzentlastung und zur Versorgungssicherheit bei. Neben ihrem überdurchschnittlich hohen Anteil an Bioenergie aus CO2-neutralen Brennstoffen setzt die Branche primär auf Erdgas und bezieht auch Strom vom Netz.

Trotz Spitzenleistungen beim effizienten Energieeinsatz betragen die Energiekosten bis zu 20 Prozent der Gesamtkosten einer Papierfabrik und zählen damit neben den Rohstoffkosten zu den wichtigsten Kostenfaktoren. „Allein die Einrechnung der CO2- Kosten demonstriert die Marktmacht einiger Stromriesen. Der mangelnde Wettbewerb am Energiemarkt zeigt sich auch daran, dass es bei Strom- und Gaslieferungsangeboten weder vom Preis noch vom Modell her Unterschiede gibt.

Lösungsansätze, wie etwa die Beseitigung künstlicher Engpässe, müssen konstruktiv diskutiert und rasch umgesetzt werden, um auch den Industriestandort Österreich attraktiver zu machen " ergänzt Mark Lunabba, Vorstandsdirektor der SCA Graphic Laakirchen.

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