AKTIONÄRSBRIEF: Unser Unternehmen in Zeiten von Covid-19 - das Glas ist drei Viertel voll

Von Dirk Markus

(PresseBox) ( Grünwald, )
Wir erleben außergewöhnliche Zeiten. Wir sitzen im Homeoffice, verbringen unseren Arbeitstag in Zoom- und Webex-Videokonferenzen, befinden uns ständig in Gesellschaft unserer Familien und verlassen kaum das Haus. Wir passen auf unsere Kinder auf und verbringen mehr Zeit mit unseren Partnern (etwas, das wir alle zu schätzen lernen, so hoffe ich). Ständig lesen wir Blogs und Newsletter rund um das Thema Corona, verfolgen die Neuinfektions- und Todesraten in verschiedenen Ländern und fragen uns manchmal, ob all dies nur ein böser Traum ist, und wenn dem so ist, wann er enden wird.

Was bedeutet das alles für AURELIUS Equity Opportunities?

Der Ausblick ist aktuell nicht ausschließlich düster: Einige unserer Portfoliounternehmen beobachten aktuell sogar positive Auswirkungen der Covid-19-Krise auf ihr Geschäft. Obwohl sich selbstverständlich niemand eine solche Situation gewünscht hat, verkauft Conaxess in Skandinavien Rekordmengen an Knäckebrot und Nudeln und Idealworld TV-Shopping verzeichnet in Großbritannien einen starken Anstieg von TV-Konsum und Umsatz.

Wie lange die derzeitige Situation andauern wird und wann wir hoffen können, wieder zur Tagesordnung überzugehen, ist vor allem eine medizinische Frage und liegt damit außerhalb unserer Kontrolle. Es ist jedoch wichtig festzustellen: Selbst, wenn die derzeitigen außerordentlichen Lock-Down-Maßnahmen deutlich länger andauern würden, als die aktuell von den meisten Kommentatoren kommunizierten sechs bis acht Wochen, würde unser Schiff nicht untergehen!

Das AURELIUS-Schiff ist stabil wie immer. AURELIUS Equity Opportunities verfügt derzeit über insgesamt mehr als 400 Millionen Euro in Cash, wovon über 200 Millionen Euro auf nicht betriebsnotwendige (überschüssige) Barmittel entfallen.

Für einige unserer Portfoliounternehmen sind dies natürlich – wie nicht anders zu erwarten – Zeiten, in denen ihr Geschäft auf eine harte Probe gestellt wird. Insbesondere verbraucherorientierte Unternehmen sehen sich mit einem doppelten Schock sowohl auf der Angebots- als auch auf der Nachfrageseite konfrontiert:


CalumetWex musste seine Ladengeschäfte in ganz Europa schließen;
Transform Beauty-Krankenhäuser in Großbritannien werden vom NHS für die Behandlung von Covid-19-Patienten umfunktioniert;
HanseYachts muss die Produktion wegen fehlender Teile verlangsamen;
Office Depot sieht, wie große Firmenkunden ihre Bestellungen für Büromaterial senken, da ihre Mitarbeiter von zu Hause arbeiten.


Eine Reihe unserer Portfoliounternehmen haben Schwierigkeiten, Herr der Lage zu bleiben und mit dramatischen Veränderungen auf ihren jeweiligen Märkten umzugehen. Für einige Unternehmen ist das Ausmaß der aktuellen Veränderungen größer als die Herausforderungen während der Finanzkrise. Während damals die Nachfrage in stark betroffenen Sektoren wie der Automobilbranche vorübergehend um 30 Prozent zurückging, liegt in der aktuellen Corona-Krise in den meisten traditionellen Non-Food-Einzelhandelsgeschäften der Umsatz derzeit praktisch bei Null.

In den kommenden Wochen und Monaten werden wir möglicherweise schwierige Entscheidungen für einige unserer Portfoliounternehmen treffen müssen, insbesondere für diejenigen, die bereits vor der Krise mit Schwierigkeiten zu kämpfen hatten. Jeder einzelne Verlust eines Portfoliounternehmens ist bedauerlich, aber bis zu einem gewissen Grad sind diese Verluste auch ein Teil des Private-Equity-Geschäfts im Allgemeinen und dem Investieren in Sondersituationen im Besonderen. Der Vorstand beobachtet die Situation in allen unseren Portfoliounternehmen genau, und hat es sich zum Ziel gesetzt, mit gutem Beispiel voranzugehen und einen Teil der Last, die wir alle jetzt zu tragen haben, selbst zu schultern. Der AURELIUS Vorstand hat daher beschlossen, seine Gesamtgehälter für das zweite Quartal 2020 um 25 Prozent zu kürzen.

Darüber hinaus haben wir vor einigen Wochen eine Reihe von Maßnahmen zur Bekämpfung dieser Krise eingeleitet. Diese sind darauf ausgerichtet:


unsere Mitarbeiter zu schützen: durch Social Distancing in den Betrieben und Lagerhallen, durch Desinfektion und Tiefenreinigung von Arbeitsplätzen und durch Homeoffice-Regelungen, wo immer möglich;
unsere Liquidität und Umsätze zu schützen: durch systematisches Reduzieren unserer Kapazitäten, zusätzliche Sparmaßnahmen und die Inanspruchnahme von staatlichen Programmen wie bspw. Kurzarbeit; außerdem werden wir, wie in unserem Jahresbericht 2019 angekündigt, der Jahreshauptversammlung am 18. Juni 2020 vorschlagen, den Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2019 vollständig auf neue Rechnung vorzutragen;
das Portfolio zu schützen: indem unser aus fast 100 Experten bestehendes Task-Force-Team so eng wie möglich mit dem Management der entsprechenden Portfoliounternehmen zusammenarbeitet.


Für uns als Investoren und M&A-Professionals sind und bleiben dies Zeiten großer Anspannung, aber auch Zeiten großer Chancen. Wenn wir investieren, befinden sich die entsprechenden Unternehmen in der Regel in Sondersituationen, die in eine der folgenden drei Kategorien fallen:


Strategiegetriebene Sondersituationen sind der am häufigsten auftretende Fall: Ein Geschäftsinhaber hat aus strategischen Erwägungen heraus beschlossen, ein bestimmtes Unternehmen nicht mehr länger halten zu wollen. Unternehmensausgliederungen und Familiennachfolgeregelungen sind hierbei typisch. In der Regel gibt es keinen konkreten Auslöser für eine Veräußerung, vielmehr ist der derzeitige Eigentümer der Ansicht, dass er nicht der beste Eigentümer für ein bestimmtes Unternehmen oder einen bestimmten Geschäftsbereich ist.
Ertragsbedingte Sondersituationen sind seltener und treten typischerweise dann auf, wenn der Eigentümer eines Unternehmens beobachtet oder erwartet, dass eine Tochtergesellschaft eine reale Ertragsverwässerung verursacht und damit einen starken Verkaufsdrang auslöst, oft noch vor Ende eines Geschäftsquartals.
Liquiditätsbedingte Sondersituationen treten nur sehr gelegentlich auf: Ein Verkäufer benötigt kurzfristig Cash und ist bereit, Vermögenswerte/Tochtergesellschaften quasi über Nacht zu veräußern.


Während strategiegetriebene Sondersituationen ein regelmäßiges Phänomen sind, sind ertrags- und erst recht liquiditätsbedingte Sondersituationen wesentlich seltener. Sie treten typischerweise nur in Zeiten schwerer Marktverwerfungen auf und schaffen Opportunitäten für diejenigen, die mutig genug sind, eine solche Gelegenheit zu ergreifen.

Nordamerikanische Value-Investoren sprechen bereits von einer Investitionsmöglichkeit, wie sie sich nur einmal im Leben bietet, und ich kann dem nur schwer widersprechen. Die Investitionsmöglichkeiten, die sich für uns als Investoren für Sondersituationen abzeichnen, werden größer sein als alles, was wir während der Finanzkrise 2008/2009 gesehen haben. Und wir als AURELIUS sind darauf gut vorbereitet: Wir verfügen sowohl über hoch qualifizierte Mitarbeiter, die sich im Umgang mit schwierigen Situationen bestens auskennen, als auch über liquide Mittel und den Mut, den es braucht, um in schwierigen Zeiten zu investieren.

Für uns bei AURELIUS bietet das aktuelle Marktumfeld demnach eine einzigartige Gelegenheit, eine Reihe von Unternehmen zu erwerben, die uns eine hoch attraktive Restrukturierungs- und Exit-Pipeline für die kommenden Jahre bieten.

Wir sehen das Glas nicht nur als halb voll, sondern eher als 3/4 voll und sind entschlossen, das Beste daraus zu machen! Wir danken Ihnen für Ihre anhaltende Unterstützung. Bleiben Sie gesund!
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