Audi-Chef Stadler spricht vor UN-Kongress in Genf über Künstliche Intelligenz

Genf/Ingolstadt, (PresseBox) - .
- Prof. Stadler bei UN-Kongress „AI for Good“: „In Situationen, in denen ein Unfall unvermeidbar ist, erwarten wir vom autonomen Auto eine Entscheidung.“
- Initiative beyond beschäftigt sich mit ethischen und rechtlichen Fragen zum autonomen Fahren sowie mit Arbeitswelt der Zukunft
- Live-Stream der Keynote am 7. Juni um 10 Uhr (MESZ)

Audi-Vorstandschef Prof. Rupert Stadler hat bei einem Kongress der Vereinten Nationen über den Umgang mit Künstlicher Intelligenz zum Wohl der Menschheit gesprochen. In seiner Keynote zum Auftakt des „AI for Good Global Summit“ heißt es, das automatisierte Autofahren biete die Chance, das Leben substanziell zu verbessern. Doch er warnt vor übertriebenen Erwartungen: „In Situationen, in denen ein Unfall unvermeidbar ist, erwarten wir Menschen vom autonomen Auto eine Entscheidung. Doch eine Dilemma-Situation lässt sich weder durch den Menschen noch durch die Maschine auflösen.“ Neben rechtlichen seien daher auch ethische Fragen über den Umgang mit der neuen Technologie zu diskutieren. Dazu ruft Stadler nun mit der Initiative beyond auf.

Beim ersten „AI for Good Global Summit“ in Genf sagt der Vorstandsvorsitzende der AUDI AG vor den Experten der UN: „Wir brauchen einen gesellschaftlichen Diskurs, der die enormen Potenziale des pilotierten und autonomen Fahrens in Relation zu den ethischen und rechtlichen Fragen betrachtet.“ Künstliche Intelligenz (KI) gilt bei Experten aus Wissenschaft und Industrie als eine zentrale Schlüsseltechnologie für das pilotierte und autonome Fahren. Sie unterstützt das Auto dabei, seine Umwelt wahrzunehmen, zu interpretieren und Entscheidungen abzuleiten. Doch wer haftet bei möglichen Unfällen und wie soll sich das autonom fahrende Auto in einer unabwendbaren Gefahrensituation verhalten? Prof. Stadler: „Wir nehmen die Bedenken in der Öffentlichkeit ernst und stellen uns den damit verbundenen Herausforderungen.“

Seit zwei Jahren hat das Automobilunternehmen dafür das interdisziplinäre Netzwerk beyond mit international anerkannten Experten der Künstlichen Intelligenz aus Wissenschaft und Wirtschaft aufgebaut. Im Fokus stehen die gesellschaftlichen Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz im Automobil und in der Arbeitswelt. An ersten Veranstaltungen nahmen Philosophen, Psychologen, Rechtsexperten, Computerwissenschaftler und Start-up-Unternehmer teil. Bei einem Workshop zu ethischen und rechtlichen Fragen des autonomen Fahrens kamen Experten von Audi unter anderem mit Iyad Rahwan und Kate Darling vom MIT Media Lab, mit Luciano Floridi von der Oxford Universität und mit Bryant Walker Smith von der Universität South Carolina zusammen. Mit der Vorstellung der Initiative beim „AI for Good Global Summit“ bezieht die beyond Initiative nun auch die Öffentlichkeit in die Diskussion ein. „Die Automobilindustrie kann die ethischen und rechtlichen Fragen beim pilotierten und autonomen Fahren nicht allein klären“, sagt Stadler: „Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft müssen zusammen arbeiten.“ Im nächsten Schritt wird die Initiative daher weitere Multiplikatoren einbinden und Forschungskooperationen vorantreiben.

Das zweite Fokusthema der beyond Initiative ist die Zukunft der Arbeitswelt im Zeitalter von KI. „Wir brauchen ein differenziertes Verständnis dafür, wie Künstliche Intelligenz unsere Arbeitswelt verändert“, fordert Stadler. Dabei gehe es um die Grundmechanismen des Arbeitsmarkts genauso wie um konkrete Projekte in Unternehmen. „Unser Ziel ist ein perfektes Miteinander von Mensch und Maschine“, betont Stadler. Die Idee einer Modularen Montage ohne Fließband ist ein Beispiel, wie dieses Zusammenspiel in der Smart Factory aussehen kann.

„Im Grundsatz müssen wir sicher stellen, dass Künstliche Intelligenz zum Wohle der Gesellschaft eingesetzt wird“, so Stadler. „Wie Künstliche Intelligenz unser Leben verändert, hängt von uns allen ab und von an der Art und Weise, wie wir die Potenziale der neuen Technologien nutzen.“

Ausrichter des UN-Kongresses in Genf sind die Agentur International Telecommunication Union (ITU), die bei den Vereinten Nationen für Informations- und Kommunikationstechnologien zuständig ist, sowie die von Peter Diamandis gegründete XPRIZE Foundation. Bei dem dreitägigen Gipfel treffen erstmals führende internationale Experten zusammen und diskutieren die Potenziale Künstlicher Intelligenz für die Lösung globaler Herausforderungen.

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