"Und wie bekomme ich jetzt mein Pfand zurück?" - Skurrile Bezahlbarrieren in Deutschland

Worldline Payment Perspectives #1

(PresseBox) ( Frankfurt/Main, )
Es könnte so einfach sein: Bezahlt man sein Getränk im Stadion oder auf dem Festival mit Karte, bekommt man das Pfand bei der Becherrückgabe auf ebendieses Konto gutgeschrieben. In der Praxis funktioniert das allerdings selten reibungslos.

Bargeld und Großevents – für die Veranstalter ist diese Kombination oft ein Albtraum. Im Vorfeld müssen sie zunächst genügend Wechselgeldbestände beschaffen und während der Veranstaltung dieses immer an allen Verkaufsständen und Kassen vorrätig haben. Ein weiteres logistisches Problem stellt die sichere Aufbewahrung und der sichere Transport der Bareinnahmen dar. Doch bevor es an den Transport gehen kann, steht zunächst noch der Kassensturz und die Auszählung der ganzen Scheine und Münzen an. Dies erfordert einen längeren Arbeitseinsatz der Mitarbeiter nach Veranstaltungsende. Sind große Mengen Bargeld im Spiel, müssen Veranstalter leider immer auch mit Unterschlagung rechnen. Für den Stadion- oder Festival-Besucher bedeutet Bargeld einen höheren Zeitaufwand, etwa durch langes Anstehen oder Warten auf Wechselgeld. 

Besonders die Betreiber von Fußballstadien haben die Probleme, die Bargeld bei Großveranstaltungen verursacht, erkannt und setzten in der Vergangenheit vor allem auf eigene Stadionkarten. 

Gut gedacht, schlecht gemacht?

Schaut man nur auf die Schlange am Bierstand, ist die Stadionkarte auf jeden Fall ein Erfolg – Aufwand und Zeit für den Bezahlvorgang werden reduziert. Doch es gibt auch berechtigte Kritik. Zunächst muss man sich die speziell für das Stadion entwickelte Karte besorgen und aufladen. Fans, die nur gelegentlich ins Stadion gehen, müssen vor dem Besuch an ihre Karte denken, oder eine neue erwerben. Kritik kam überdies von Verbraucherschützern, die die komplizierte und teilweise kostenpflichtige Auszahlung von Restguthaben bemängelten. 

Der FC Bayern reagierte auf die Wünsche von Fans und führte eine Reihe anderer Zahlsysteme ein. So können Stadionbesucher nun direkt mit Kredit- oder Girokarte und kontaktlos, auch via Apple Pay, bezahlen. Doch einen Haken hat auch dieses System: möchte ein Kunde seinen Getränkebecher zurückgeben, benötigt er eine Stadionkarte, auf die der Pfandbetrag gutgeschrieben wird. Ähnliche Probleme ergeben sich nicht nur im Fußballstadion, sondern auch beispielsweise bei Musikfestivals. 

Rückfall in die Kleinstaaterei?

Einst waren große Teile des heutigen Deutschlands in diverse Klein- und Kleinststaaten zersplittert, die zum Teil unterschiedliche Maße, Gewichte und Währungen benutzten. Schaut man sich an, wie in verschiedenen deutschen Städten die Bezahlung von Parkgebühren gehandhabt wird, fühlt man sich schnell in diese Zeit zurückversetzt. In einigen Orten kann man mithilfe von Apps parken, an Automaten aber nicht bargeldlos bezahlen. Anderswo ist zwar die Zahlung per Debitkarte möglich, aber auch nur per Girokarte und die Apps funktionieren dort nicht. Dazu kommt, dass selbst große Parkhäuser an wichtigen Standorten oft nur über einzelne Parkscheinautomaten verfügen, die Karten akzeptieren. Wer nicht noch einen Aschenbecher voller Münzen hat, ist in diesem Flickenteppich aus halbgaren Bezahlsystemen oft aufgeschmissen – man denke vor allem auch an Gäste aus Ländern, in denen Bargeld längst nicht mehr den Stellenwert hat wie in Deutschland. 

Mit NFC in die Zukunft

Kontaktloses Bezahlen über eine NFC-Schnittstelle bietet sich für wiederkehrende Transaktionen geringen Werts, wie sie in der Eventgastronomie und beim Parken besonders hervorstechen, an. Das Verfahren ist bereits vielen Verbrauchern von der Supermarktkasse bekannt und nahezu jede moderne Kredit- und Debitkarte verfügt über die Funktion, für Nutzer leicht am Wellensymbol erkennbar. Führt ein Veranstalter oder Betreiber ein Kontaktlossystem ein, hat das für Besucher viele Vorteile: Sie benötigen keine weitere Karte, unter 25 Euro Warenwert müssen sie nicht einmal ihren PIN eingeben, auch Mobile Payment (Apple Pay, Google Pay, Alipay) ist so einfach möglich. Doch auch die Betreiber profitieren, für sie entfallen die eingangs beschriebenen Probleme des Bargeld-Handlings. Realisieren sie die Umrüstung ihrer Kassensysteme mit einem erfahrenen Payment Service Provider, stellen sich auch auf technischer Seite keine Probleme ein. Ein gelungenes Beispiel für die Umrüstung auf kontaktlose Bezahlmethoden im Stadion stellt die Generali Arena in Wien dar. Fans, die keine Bank- oder Kreditkarte besitzen werden dort übrigens nicht benachteiligt, sie können vor Ort eine Prepaid-Karte kaufen und beladen.

Gemeinsam Lösungen für Morgen entdecken

Worldline lädt Branchenkenner und Interessierte auch in diesem Jahr wieder zum Kartenforum nach Frankfurt am Main ein. Dort erwarten Payment-Experten neue Einblicke, überraschende Reality Checks und die Gelegenheit zum Netzwerken untereinander. Themen sind unter anderem Betrugsprävention, Cashless Payment in Stadien und die Kooperation zwischen Fintechs und etablierten Marktteilnehmern. Die Veranstaltung findet am 25. März 2020 im Kap Europa in Frankfurt statt. Weitere Informationen unter: https://kartenforum.de/de/home.html.
Für die oben stehenden Pressemitteilungen, das angezeigte Event bzw. das Stellenangebot sowie für das angezeigte Bild- und Tonmaterial ist allein der jeweils angegebene Herausgeber (siehe Firmeninfo bei Klick auf Bild/Meldungstitel oder Firmeninfo rechte Spalte) verantwortlich. Dieser ist in der Regel auch Urheber der Pressetexte sowie der angehängten Bild-, Ton- und Informationsmaterialien.
Die Nutzung von hier veröffentlichten Informationen zur Eigeninformation und redaktionellen Weiterverarbeitung ist in der Regel kostenfrei. Bitte klären Sie vor einer Weiterverwendung urheberrechtliche Fragen mit dem angegebenen Herausgeber. Bei Veröffentlichung senden Sie bitte ein Belegexemplar an service@pressebox.de.