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Analoges Fernsehen wird zunehmend zum Auslaufmodell - auch im Kabel

Landesmedienanstalten stellen Digitalisierungsbericht 2010 vor

(PresseBox) (Stuttgart, ) Die Digitalisierung des Fernsehempfangs in Deutschland nimmt stetig zu. Sie ist gegenüber dem Vorjahr um 6,7 Prozentpunkte gestiegen. Damit nutzen knapp 62 Prozent der Fernsehhaushalte (23,133 Millionen) mittlerweile digitalen Empfang. Zwei der vier Übertragungswege (DVB-T und DSL-TV) sind bereits voll digital. Der Satellit ist mit knapp 80 Prozent auf gutem Wege dorthin und auch das Kabel konnte seinen Digitalanteil erneut auf mittlerweile knapp 38 Prozent steigern. Das sind einige wichtige Erkenntnisse aus dem nun bereits zum sechsten Mal von den Landesmedienanstalten vorgelegten Digitalisierungsbericht.

Angesichts des fortgeschrittenen Digitalisierungsgrades beim Satelliten hatten die deutschen Fernsehsender auf Anregung der Landesmedienanstalten angekündigt, ihre analoge Satellitenabstrahlung bis zum 30.04.2012 abzustellen. Die Steigerung des Anteils digitaler Satellitenhaushalte auf nunmehr 79,1 Prozent bestätigt diesen Zeitplan. Die gleichzeitig etwas abflachende Digitalisierungskurve beim Satelliten unterstreicht aber auch die Notwendigkeit, das beschlossene Aus des analogen Satellitenfernsehens den verbleibenden analogen Sat-Zuschauern breit zu vermitteln. Hierzu haben die vier großen Sendergruppen, der VPRT und die Landesmedienanstalten das Projektbüro klardigital gegründet, das die Kommunikation jetzt aufgenommen hat.

Auch im Kabel schreitet die Digitalisierung stetig voran. Mittlerweile 7,290 Millionen Kabel-Haushalte schauen bereits digital fern. Das sind rund eine Million TV-Haushalte mehr als im Vorjahr. "Die verstärkte Einführung von hochauflösendem Fernsehen (HDTV), Fernsehgeräte mit integriertem Satelliten- und Kabelempfang sowie hybride Geräte lassen einen weiteren Schub in den nächsten Jahren erwarten", so Thomas Langheinrich, Vorsitzender der Kommission für Zulassung und Aufsicht der Landesmedienanstalten (ZAK).

Auch der andere leitungsgebundene Übertragungsweg, DSL-TV, bekommt laut Digitalisierungsbericht deutlichen Zulauf. Rund eine Million TV-Haushalte nutzen die Telefonleitung mittlerweile nicht mehr nur für Telefonie und Internet, sondern auch für den Fernsehempfang. Hier ist in Zukunft ein stärkerer Wettbewerb zu erwarten.

Die Terrestrik, das Antennenfernsehen, ist seit Ende 2008 voll digital. 4,167 Millionen Fernsehhaushalte nutzen diesen Übertragungsweg. Entscheidend für die Akzeptanz von DVB-T ist weiterhin das Programmangebot. So haben Regionen in Deutschland, in denen seit Jahren eine große Anzahl von öffentlichrechtlichen und privaten Programmen über Antenne verbreitet wird, mit 19,3 Prozent Nutzern einen deutlich höheren Anteil als die Regionen mit einem geringeren Programmangebot (5,6 Prozent).

Zugenommen hat auch die Verbreitung von Fernsehinhalten über das offene breitbandige Internet. So haben beispielsweise Zuschauer in 22,2 Prozent der Fernsehhaushalte schon einmal Mediatheken genutzt (2009: 14,4 Prozent). Die einfache Navigation zu den Inhalten bleibt dabei eine für Sender und Zuschauer wichtige Schlüsselfrage.

Über die Präsentation der Umfrageergebnisse hinaus befasst sich der Digitalisierungsbericht in seinem Analyseteil auch in diesem Jahr ausführlich mit aktuellen Fragestellungen, etwa der Plattformregulierung auch jenseits der klassischen Rundfunkwege und der Netzneutralität. Themen weiterer Beiträge sind der Neustart von DAB und die Reichweiten von Web-TV.

Der Digitalisierungsbericht 2010 ist im Vistas-Verlag erschienen. Er kann zudem auf der ALM-Homepage heruntergeladen werden (www.alm.de/digitalisierungsbericht). Dort finden sich auch die englische Übersetzung sowie ausführlicheres Zahlenmaterial.

ALM GbR

Die Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK) setzt sich aus den gesetzlichen Vertretern (Direktoren, Präsidenten) der 14 Landesmedienanstalten zusammen. Der Direktor der geschäftsführenden Anstalt hat auch den Vorsitz der ZAK. Seit dem 1. September 2008 ist der DLM-Vorsitzende Thomas Langheinrich - Präsident der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK) - auch Vorsitzender der ZAK. Die Kommission für Zulassung und Aufsicht ist abschließend zuständig für die Zulassung bundesdeutscher Rundfunkveranstalter. Darüber hinaus werden Fragen der Zulassung und Kontrolle bundesweiter Veranstalter, Plattformregulierung sowie die Entwicklung des Digitalen Rundfunks bearbeitet. Die Aufgaben im Einzelnen hat der Gesetzgeber in § 36 Abs. 2 RStV vorgeschrieben. Die ZAK nutzt zur Erfüllung ihrer Aufgaben die Dienste zweier Beauftragter: Der Beauftragte für Programm und Werbung ist der Direktor der Medienanstalt Hamburg / Schleswig-Holstein (MA HSH), Thomas Fuchs, und der Beauftragte für Plattformregulierung und Digitalen Zugang der Direktor der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb), Dr. Hans Hege.