Heute startet der ESNC 2011

(PresseBox) ( Gilching, )
Es ist wieder soweit: Heute startet der European Satellite Navigation Competition 2011. Der internationale Ideenwettbewerb wendet sich an Unternehmen und Gründer sowie an Forschungseinrichtungen, Universitäten und Privatpersonen. Jährlich werden die innovativsten Entwicklungen im Bereich Satellitennavigation gesucht und ausgezeichnet. Dabei treten mehr als 20 Regionen gegeneinander an, denn der Gesamtgewinner, der Galileo Master, kommt aus deren Reihen. Der Galileo Master erhält 20.000 Euro Preisgeld und die Möglichkeit, sein Projekt während eines sechsmonatigen Inkubationsprogrammes zu verwirklichen.

"Eine Idee im Kopf allein ist nichts wert", erklärt Thorsten Rudolph vom Veranstalter, der Anwendungszentrum GmbH Oberpfaffenhofen. "Aber der Wettbewerb bietet den Teilnehmern die Möglichkeit ihre Idee umzusetzen und wichtige Kontakte in der Branche zu knüpfen." Bis zum 30. Juni können die Ideen auf www.galileo-masters.eu eingereicht werden. Dieses Jahr steht ihnen dafür eine neue Datenbank zur Verfügung. Diese bietet nicht nur den Teilnehmern zahlreiche Vorteile, sondern lässt auch rund 180 Experten in der internationalen Jury direkt auf die Daten zugreifen und bewerten. In Zusammenarbeit mit der Anwendungszentrum GmbH Oberpfaffenhofen hat die Schaltzeit GmbH, ITInnovationspartner des ESNC, eine leistungsstarke IT-Anwendung entwickelt. Die Berliner Unternehmensberatung entwickelt IT-gestützte Tools, die Innovationsprozesse abbilden und steuern können.

Eine verbesserte Datenbank war notwendig geworden, um den Anforderungen des stetig wachsenden Wettbewerbes gerecht zu werden. Als der Wettbewerb 2004 unter der Schirmherrschaft des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie ins Leben gerufen wurde, wurden 14 Ideen in drei Partnerregionen abgegeben. Letztes Jahr hatten sich 548 Kandidaten registriert. Nicht nur an der Teilnehmerzahl lässt sich das Erfolgskonzept erkennen. Jedes Jahr kommen neue Regionen hinzu, die in dem Wettbewerb eine Chance sehen, sich auf dem Markt der Satellitenanwendungen zu etablieren und zu profilieren. Neu sind in diesem Jahr Katalonien /Spanien, Estland, Kroatien und Mazedonien mit dabei. Nizza / Sophia Antipolis ist die "Mutter der Regionen" im Wettbewerb. Von Anfang an ist die südfranzösische Provinz als Partnerregion beim ESNC engagiert. "Zunächst war es nur ein Abenteuer, mit dem wir unsere Verbundenheit zu Bayern ausdrücken wollten", sagt Jean-François Chapperon vom regionalen Organisator Team Cote d'Azur. "Der Erfolg der letzten Jahre hat uns jedoch gezeigt, wie bedeutend das Netzwerk und die neuen Projekte mit Investitionspotential für unsere Region sind."

Neben den Preisen der einzelnen Regionen werden auch in diesem Jahr Spezialpreise von Sponsoren aus Industrie und Forschung ausgeschrieben.

- Die Europäische GNSS Agentur (GSA) sucht nach vielversprechenden Lösungen für das GPS-Erweiterungssystem EGNOS und belohnt die beste Anwendung mit bis zu 12 Monaten Förderung in einem europäischen Inkubationszentrum nach Wahl.
- Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) verleiht den ESA Innovationspreis. Der Gewinner erhält 10.000 Euro für eine Geschäftsidee, die sich schnell und gleichzeitig nachhaltig in einem der 5 ESA Business Incubation Centres oder einem der Gründerzentren des European Space Incubators Network (ESINET) realisieren lässt.
- Das Deutsche Luft- und Raumfahrtzentrum (DLR) sucht unter dem Titel "Augmented Navigation Everywhere" nach Anwendungen, die das Erweiterungssystem EGNOS nutzen oder mit Hilfe von Multi-Sensorik die Positionsgenauigkeit erhöhen. Die Siegeridee erhält fünf Personenmonate Unterstützung vom DLR im Wert von 50.000 Euro.
- NAVTEQ, der führende Anbieter digitaler Karten-, Verkehrs- und Positionsdaten auf dem globalen Wachstumsmarkt, sucht nach mobilen Unternehmenslösungen. Dabei sollen innovative, ortsbezogene Anwendungen für Handys und mobile Navigationsgeräte Firmen, Regierungen und Verwaltungen dienen. Der Gewinner erhält ein 12-monatiges Inkubationsprogramm im Wert von 75.000 Euro.
- NavCert und IFEN unterstützten den GATE-Preis. Die Gewinneridee soll in der deutschen Galileo Test- und Entwicklungsumgebung (GATE) in Berchtesgaden getestet werden und wird nach erfolgreichem Abschluss durch TÜV SÜD zertifiziert. Der Preis hat einen Gesamtwert von 50.000 Euro.
- Der GNSS Living Lab Spezialpreis wird in Zusammenarbeit mit dem European Network of Living Labs im Rahmen des EU-Projekts GAINS vergeben. Der Gewinner erhält einen Geldpreis von 10.000 Euro sowie die Möglichkeit, die prämierte Lösung in einem der 212 Einrichtungen unter Mitwirkung von Nutzern testen zu lassen
- Die ESNC University Challenge richtet sich speziell an Studenten und wissenschaftliche Mitarbeiter aller Studienrichtungen. Sie werden aufgerufen, Ideen im Bereich Location Based Services einzureichen. Dieser Preis soll den Weg vom Hörsaal zur eigenen Firma ebnen. Den Gewinnern sponsert NAVTEQ ein 12- monatiges Inkubationsprogramm im Wert von 75.000 Euro, und Awapatent AB stiftet Patentberatung in Höhe von 5.000 Euro.
- Das Industrial Technology Research Institute (ITRI) bietet erstmals einen Preis für die beste Prototyp-Entwicklung an, den "Galileo Pro". Die überzeugendste Lösung rund um das Thema "Vernetztes Fahrzeug" erhält 10.000 Euro. Darüber hinaus werden die Finalisten nach Taiwan eingeladen, um ihre Entwicklungen persönlich vorzuführen.

Die Preise schließen sich nicht gegenseitig aus. Die Teilnehmer müssen sich über ihre Wunschregion anmelden, können sich aber gleichzeitig für einen der Spezialpreise bewerben - vorausgesetzt ihre Idee passt zu der Ausschreibung.

In den vergangenen Jahren war die Bandbreite der teilnehmenden Projekte groß, denn die Gebiete, in denen Satellitennavigation eingesetzt werden kann, sind erstaunlich vielfältig und werden stets alltagsrelevanter. Neben den klassischen Bereichen wie Logistik, Transportund Verkehrswesen, gab es in den letzten Jahren neue Entwicklungen, sodass die Technologie aus dem Weltall auch in der Landwirtschaft, in den Medien, in der Gesundheitsbranche, im Sicherheitssektor und vielen weiteren Bereichen genutzt werden kann.
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