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Pressemitteilung BoxID: 699644 (American Chamber of Commerce in Germany e.V.)
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AmCham Germany TOP 50 US-Unternehmen in Deutschland

(PresseBox) (Frankfurt am Main, ) .

Ford, ExxonMobil und Adam Opel sind umsatzstärkste US-Firmen in Deutschland
Größte Arbeitgeber: McDonald's, Ford, Adam Opel 30 US-Firmen stehen für rund 350.000 Arbeitsplätze
Mitgliederumfrage: Standort Deutschland gewinnt an Attraktivität, muss aber an seiner Innovationskraft arbeiten
80 Prozent der US-Unternehmen sind überzeugt: Deutschland braucht TTIP


Die Amerikanische Handelskammer in Deutschland (American Chamber of Commerce in Germany, kurz "AmCham Germany") hat heute die Ergebnisse ihres jährlichen Rankings der TOP 50 US-Unternehmen in Deutschland vorgestellt. Dieses listet die größten US-Unternehmen in Deutschland bzw. Tochterunternehmen amerikanischer Muttergesellschaften in Deutschland, gemessen am Umsatz und den Mitarbeiterzahlen in 2013. Der Autobauer Ford führt zum siebten Mal in Folge das Ranking der umsatzstärksten Unternehmen mit amerikanischem Kapital in Deutschland an. Der größte Arbeitgeber ist McDonald's Deutschland.

In einer ausführlichen Mitgliederbefragung wurden die US-Unternehmen nach dem Wirtschaftsstandort Deutschland und der transatlantischen Handels- und Investitionspartnerschaft (TTIP) befragt. Diese zeigt: Insgesamt gewinnt Deutschland an Attraktivität und bekommt die Note 2,2. Die US-Unternehmen sehen aber Handlungsbedarf bei der Innovationsfähigkeit, dem Nachwuchs an Fachkräften und der Energieversorgung. 80 Prozent der US-Firmen sind davon überzeugt, dass Deutschland von TTIP profitiert.

"Deutschland gehört weltweit zu den Top-Standorten, weil es immer wachsam geblieben ist für zukünftige Entwicklungen. Hierzu zählt eindeutig das TTIP-Abkommen", so Bernhard Mattes, Präsident von AmCham Germany und Vorsitzender der Geschäftsführung der Ford-Werke. "Denn gerade für Deutschland als Export- und Technologienation sind die Weiterentwicklung der Wirtschaftsbeziehungen und der enge Schulterschluss mit den USA sehr wichtig. Wenn wir uns jetzt auf ein umfassendes Abkommen einigen, können wir das Wachstum beleben und den Standort Deutschland auch in Zukunft attraktiv halten."

Umsatzentwicklung: TOP 50 US-Unternehmen insgesamt 0,6  Prozent Wachstum

Die Umsätze der amerikanischen Tochtergesellschaften in Deutschland zeigen insgesamt ein leichtes Plus auf und sind damit etwas stärker gewachsen als die deutsche Wirtschaft insgesamt (0,4 Prozent, preisbereinigt).

Während die deutsche Wirtschaft die Auswirkungen der anhaltenden Schwäche in den wichtigen EU-Nachbarstaaten und einer insgesamt verhaltenen weltwirtschaftlichen Entwicklung in 2013 deutlich zu spüren bekam, waren die US-Unternehmen in Deutschland davon weniger belastet. Ein wesentlicher Grund für die positive Umsatzentwicklung der amerikanischen Firmen ist das im EU-Vergleich nach wie vor sehr günstige Konsumklima in Deutschland. Indes könnte die abschwächende Binnennachfrage neue Herausforderungen im für die US-Unternehmen wichtigen Verbrauchermarkt mit sich bringen.

Top Umsätze 2013: Ford, ExxonMobil und Adam Opel

Der Autobauer Ford hat 2013 seine Umsätze gesteigert und 17,4 Mrd. Euro Umsatz in Deutschland erzielt. Platz 2 belegt ExxonMobil Central Europe Holding GmbH ("Esso") mit einem Umsatz von 13,3 Mrd. Euro in Deutschland (inklusive Mineralölsteuer). An dritter Stelle steht mit einem Umsatz von 11,8 Mrd. Euro Umsatz der Autobauer Adam Opel und verwies damit Phillips 66 Continental ("Jet") auf Platz 4 mit einem geschätzten Umsatz von 11,3 Mrd. Euro.

Die Plätze 5 bis 10

Platz 5 belegt GE Deutschland mit 10,0 Mrd. Euro (Schätzung). Die IBM Gruppe liegt mit 8,79 Mrd. Euro (Schätzung) auf Platz 6. Amazon belegt mit 8,25 Mrd. Euro Umsatz Platz 7 (Angabe Website). Hewlett-Packard erreicht Platz 8 mit 6,15 Mrd. Euro Umsatz. Der Tabakkonzern Philip Morris liegt mit 6,1 Mrd. Euro Umsatz (inklusive Tabaksteuer) an neunter Stelle des Rankings. Procter & Gamble Germany hat einen Umsatz von 5 Mrd. Euro (Schätzung) erzielt und vervollständigt die Top 10. 

Das Ranking mit den Plätzen 1-50 finden Sie hier.

Das Ordnungskriterium für die Umsätze sind Netto-Umsätze, d. h. Umsätze ohne jegliche Mehrwertsteuer. Eine Ausnahme stellen die Mineralöl- und Tabaksteuer dar. Das gesamte Investitionsvolumen der amerikanischen Firmen in Deutschland beträgt ca. 120 Mrd. Euro. Hinzu kommen noch ca. 50 Mrd. Euro Private Equity Investment. Insgesamt gibt es in Deutschland operative 2.200 Firmen mit amerikanischem Kapital.

Größte Arbeitgeber 2013: McDonald's, Ford, Adam Opel

Der größte Arbeitgeber unter den US-Firmen in Deutschland ist McDonald's Deutschland mit 60.000 Mitarbeitern (inklusive Franchise) vor der Ford-Werke GmbH (25.067) und Adam Opel (22.690). Auf Platz 4 findet sich Johnson Controls mit geschätzt 20.000 Mitarbeitern. Die Manpower Group ist mit 19.000 Mitarbeitern auf Platz 5 aufgestiegen, die IBM-Gruppe auf Platz 6 gerutscht (17.000, Schätzung). Insgesamt stehen die zehn größten US-Arbeitgeber unter den umsatzstärksten amerikanischen Unternehmen für rund 220.557 Arbeitsplätze.

Die 30 größten US-Arbeitgeber in Deutschland nach Mitarbeiterzahl im Jahr 2013 siehe Pressemitteilung.

"2013 war ein solides Jahr für die Top 50 US-Unternehmen in Deutschland: Nach einer hervorragenden Performance in 2012 haben sich die Umsätze auf hohem Niveau stabilisiert", sagt Frank Riemensperger, Vize-Präsident von AmCham Germany und Vorsitzender der Geschäftsführung von Accenture Deutschland. "Den Top 50 deutschen Unternehmen in den USA geht es besonders gut, sie profitieren von einem ausgezeichneten Arbeitsmarkt und befeuern auf Hochtouren die Industrialisierung. Die Investitionen nehmen wieder zu. Für Unternehmen beidseits des Atlantiks geht es jetzt vor allem darum, neue Wachstumsfelder mit technologiegetriebenen Innovationen zu erschließen. Über alle Branchen hinweg wird die Digitalisierung die Märkte weltweit so stark verändern, wie wir es seit Jahrzehnten nicht erlebt haben. Wer diese Chancen nutzt, kann einen riesigen Wachstumsmotor für die nächsten fünf Jahre anwerfen."

Grundlage für diese Liste sind Angaben der Unternehmen auf Anfrage von AmCham Germany oder Schätzungen durch AmCham Germany, die als solche markiert sind.

AmCham Germany Mitgliederbefragung zum Standort Deutschland und TTIP

US-Investoren vergeben die Note "Gut" / Dauerbrenner: Forschung, Energie & Fachkräftemangel

Der Wirtschaftsstandort Deutschland bleibt attraktiv für US-Investoren. Im Vergleich zum letzten Jahr vergeben die US-Unternehmen dieses Jahr eine bessere Durchschnittsnote von 2,2 (2012: 2,6).

Damit Deutschland auch in Zukunft ein wettbewerbsfähiger Standort bleibt, muss das Land der Tüftler und Erfinder an erster Stelle seine Innovationsfähigkeit auf hohem Niveau halten. 61 Prozent der US-Unternehmen nennen als wichtigste Aufgabe, dass die Bedingungen für Innovationen in Deutschland durch die Förderung von Forschung und Entwicklung verbessert werden. An zweiter Stelle steht die Forderung, die sehr gut ausgebildete Fachkräftebasis hier vor Ort zu sichern (57 Prozent) und somit nicht an Bildung und Ausbildung zu sparen. Der drittwichtigste Standortfaktor bleibt das Thema Energie. Rund die Hälfte der US-Unternehmen erwarten eine Energiepolitik, die umweltfreundliche Energiegewinnung auf verlässlicher Basis zu bezahlbaren Preisen gewährleistet. Weniger Priorität im Vergleich zu 2012 hat in diesem Jahr die Sicherung der Eurozone als Wirtschafts- und Währungsraum.

Andreas Povel, Geschäftsführer der AmCham Germany, sagt: "Deutschland konnte sich als Investitionsstandort noch verbessern. Das ist ein erfreuliches Ergebnis, aber auch ein klarer Arbeitsauftrag. Deutschland darf sich nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen, sondern muss sich den Themen wie Technologieentwicklung, demografischer Wandel und der Energiewende aktiv annehmen und gestalten."

80 Prozent der US-Firmen senden ein klares Signal: Deutschland braucht TTIP

Das aktuelle Top-Thema der deutsch-amerikanischen Beziehungen sind die Verhandlungen zur transatlantischen Handels- und Investitionspartnerschaft (TTIP). Gerade für die erfolgreiche deutsche Exportwirtschaft birgt das Abkommen großes wirtschaftliches Potenzial. Laut der AmCham Germany Mitgliederbefragung sind 80 Prozent der US-Firmen überzeugt, dass sich TTIP positiv bis sehr positiv auf den Standort Deutschland auswirkt.

Deutschland könnte insbesondere sein Wirtschaftswachstum durch den Abbau von Zöllen und Handelshemmnissen steigern (78 Prozent). Von der engen Zusammenarbeit erwarten die US-Unternehmen außerdem eine internationale Signalwirkung. So sehen rund 55 Prozent die Chance, mit TTIP globale Standards in der Industrie und bei Dienstleistungen zu setzen und 43 Prozent die Möglichkeit, Europa im internationalen Wettbewerb zu stärken. Auch die dringend benötigte Innovationskraft kann durch die vereinfachte EU-US Zusammenarbeit Impulse erhalten, erhoffen sich 39 Prozent der befragten Teilnehmer.

US-Unternehmen wünschen sich mehr Infos zum Abkommen / Größte Herausforderung ist Anerkennung der Standards und Investitionsschutz

Gerade in Deutschland ist die Diskussion über das Abkommen groß. Da es bisher noch keinen festen Verhandlungstext gibt, bleibt Raum für Interpretation und der Informationsbedarf ist hoch. Das spiegelt sich in der AmCham Germany Befragung: Knapp 60 Prozent der US-Unternehmen erwarten einen Abschluss der Gespräche. 31 Prozent sind jedoch skeptisch, ob der Abschluss gelingt. Geben rund ein Drittel der Befragten an, gut im Bilde über die Faktenlage zu sein, wünschen sich 55 Prozent der US-Unternehmen zusätzliche Infos. Insbesondere wünschen sich die US-Unternehmen mehr Informationen über die Zwischenergebnisse der Verhandlungsrunden (51 Prozent) und dass diese in den Medien entsprechend und ausgewogen vermittelt werden (20 Prozent).

"Wir plädieren dafür, das Abkommen so umfassend wie möglich abzuschließen, auch wenn das Ausdauer erfordert", unterstreicht Bernhard Mattes. "Damit steigt sicherlich die Komplexität. Die Verhandlungsführer sind deshalb gefragt, die Verhandlungen transparent und verständlich zu gestalten. Auch die Wirtschaft kann die Bedeutung und das Potenzial des Abkommens noch deutlicher kommunizieren."

Die größten Herausforderungen der Verhandlungen stecken im Detail. Laut der US-Unternehmen steht an erster Stelle die Anerkennung der unterschiedlichen Standards (69 Prozent), denn die damit einhergehende Neustrukturierung der Abwicklungsprozesse ist aufwändig. Eine weitere Herausforderung sehen sie bei der Integration eines Investitionsschutzes in das Abkommen (45 Prozent), welches den amerikanischen und europäischen Vorstellungen gerecht wird. Als weniger komplex wird das Thema Schutz des geistigen Eigentums (31 Prozent) und Produkthaftungsrecht eingestuft (22 Prozent).

Befragt wurden die amerikanischen Mitgliedsfirmen der AmCham Germany mit mehr als 50 Prozent amerikanischem Kapital. Beteiligt haben sich 49 Firmen. Die Befragung wurde mit freundlicher Unterstützung von Accenture (www.accenture.de), eine weltweit führender Managementberatungs-, Technologie- und Outsourcing-Dienstleister durchgeführt.

Das TOP 50-Ranking nach Umsätzen finden Sie hier.


 

American Chamber of Commerce in Germany e.V.

Die Amerikanische Handelskammer in Deutschland (AmCham Germany) fördert die globalen Handelsbeziehungen, die auf dem starken Fundament der amerikanisch-deutschen Partnerschaft stehen. Dabei unterstützen und fördern wir aktiv die Interessen unserer Mitglieder durch unser Netzwerk in Wirtschaft, Politik und der AmChams weltweit. AmCham Germany ermöglicht interkulturelles Verständnis, Zusammenarbeit und neue Investitionen durch die Grundsätze eines transparenten Dialogs, freien Handels und eines wettbewerbsfähigen und offenen Wirtschaftsklimas.

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