Wozu Menschen Werte brauchen

Der Freiburger Philosoph Andreas Urs Sommer erhält für sein Buch den Sonderpreis "Geisteswissenschaften International"

(PresseBox) ( Freiburg, )
Prof. Dr. Andreas Urs Sommer, der am Philosophischen Seminar der Universität Freiburg lehrt und die Forschungsstelle „Nietzsche-Kommentar“ der Heidelberger Akademie der Wissenschaften leitet, wird für sein Buch „Werte. Warum man sie braucht, obwohl es sie nicht gibt“ mit dem Sonderpreis „Geisteswissenschaften International“ ausgezeichnet. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels, die Fritz Thyssen Stiftung, die VG WORT und das Auswärtige Amt vergeben den Preis zweimal im Jahr an hervorragende geistes- und sozialwissenschaftliche Werke und finanzieren deren Übersetzung ins Englische. Ziel ist die stärkere internationale Verbreitung deutscher Forschungsergebnisse in den Sozial- und Geisteswissenschaften und die globale Vernetzung deutscher Wissenschaft. Neben Sommer erhalten 17 weitere Autorinnen und Autoren für ihre Werke eine Übersetzungsförderung in Höhe von insgesamt 250.000 Euro.

Werte sind allgegenwärtig und selbstverständlich. Doch was genau ist damit eigentlich gemeint? Woher kommen Werte und wozu dienen sie? Ist das Sprechen über Werte angesichts der vielen Widersprüche in einer Gesellschaft nicht nur leeres Gerede? Von diesen Fragen ausgehend beschäftigt Sommer sich in seinem Buch mit Werten als modernem Phänomen – und geht dafür weit in die Vergangenheit zurück. Denn zu Zeiten des griechischen Philosophen Aristoteles und des deutschen Philosophen Immanuel Kant sei noch nicht selbstverständlich gewesen, was heute allgemeingültig zu sein scheine, nämlich dass Werte dem moralischen Verhalten der Mitglieder einer Gesellschaft zugrunde liegen. Als Kant seine Moralphilosophie konzipierte, orientierte er sich an Begriffen wie „Pflicht“ und „Autonomie“. Ausgangspunkt für Aristoteles‘ Schriften zur Moral war die „Tugend“. Für beide Philosophen existierte der Wertebegriff nicht. Vor diesem Hintergrund erörtert Sommer vor allem, weshalb die moderne Gesellschaft glaubt, sich über Werte definieren und über sie diskutieren zu müssen. Er kommt zu dem Ergebnis, dass das Reden über Werte dann sinnvoll ist, wenn eine Gesellschaft anerkennt, dass es vielfältige Überzeugungen und Lebenswege gibt und wenn sie zudem noch nie dagewesene Formen des Lebens zulässt.

Andreas Urs Sommer hat Philosophie, Kirchen- und Dogmengeschichte sowie Deutsche Literaturwissenschaft in Basel, Göttingen und Freiburg studiert. 2004 wurde er im Fach Philosophie an der Universität Greifswald habilitiert. Seit 2008 ist er Wissenschaftlicher Kommentator der Werke Nietzsches an der Heidelberger Akademie der Wissenschaften und Direktor der Friedrich-Nietzsche-Stiftung. Als außerplanmäßiger Professor für Philosophie lehrt Sommer seit 2008 an der Albert-Ludwigs-Universität. 2014 übernahm er die Leitung der Forschungsstelle „Nietzsche-Kommentar“ der Heidelberger Akademie der Wissenschaften.

Homepage von Prof. Dr. Andreas Urs Sommer
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