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Pressemitteilung BoxID: 645612 (Agentur für Arbeit Zwickau)
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"Mit außergewöhnlichen Menschen zu arbeiten ist etwas Besonderes"

Aktionswoche Menschen mit Behinderungen / Arbeitsagentur-Chefin und Jobcenter-Chef besuchen Arbeitgeber im Agenturbezirk Zwickau

(PresseBox) (Zwickau, ) Im Rahmen der bundesweiten Woche der Menschen mit Behinderung* besuchten Arbeitsagentur-Chefin Dr. Regine Schmalhorst und Zwickaus Jobcenter-Chef Mario Müller heute die Umbreit Logistic Solution GmbH in Wilkau-Haßlau und Auto-Teile-Service Matthias Ramm in Lichtenstein - zwei Arbeitgeber, in deren Köpfen es keine Barrieren bei der Beschäftigung von behinderten Menschen gibt und die in diesen Mitarbeitern wertvolle Reserven sehen.

Fabian greift sich Lappen und Reinigungsspray und nimmt im Dodge Platz - seinem amerikanischen Lieblingsauto. Er besprüht die Armaturen des großen Wagens und putzt. Und strahlt. Der 20Jährige ist einer der drei Angestellten im Auto-Teile-Service Ramm, der trotz einer Behinderung dafür sorgt, dass die Autos "picobello gesäubert" und mit zufriedenen Kunden den Hof verlassen.

Für Fabians Chef Matthias Ramm ist es selbstverständlich, Mitarbeiter mit einem oder mehreren Handicaps ins Team zu holen. "Ich bin sehr froh, diesen außergewöhnlichen Menschen bei uns zu haben", sagt Ramm und schaut Fabian lächelnd an. Der wischt nochmals übers Armaturenbrett und erzählt - weiterhin strahlend - von seiner Karriere. Zwei Jahre lang hat er im Auto-Teile-Service gelernt und sich ausprobiert. Am Anfang waren es die Schrauben, die er sortiert hat, "doch damit war er eindeutig unterfordert", schiebt Matthias Ramm dazwischen. "Wir haben im täglichen Miteinander herausgefunden, dass er gern Ordnung hält und bereiten ihn nun Schritt für Schritt auf die Fahrzeugaufbereitung vor." Extra für Fabian schafft Matthias Ramm jetzt eine Reifenwaschanlage an, mit der die Räder der Kunden "mit kochend heißem Wasser und wie in der Waschmaschine gewaschen werden", wie Fabian begeistert erzählt. Seit September ist er fest angestellt, und Matthias Ramm, der mit den Unterstützungs- und Beratungsleistungen der Zwickauer Arbeitsagentur während des gesamten Prozesses überaus zufrieden war, stellt fest: "Mit außergewöhnlichen Menschen zu arbeiten, ist etwas Besonderes, und ich habe meine Entscheidung noch keinen Tag bereut."

Genauso geht es Sven Umbreit. Für den Geschäftsführer der Umbreit Logistic Solution GmbH "ist eine Behinderung nicht relevant". Unter seinen 32 Mitarbeitern bildet er einen körperlich behinderten jungen Mann zum Kaufmann für Speditions- und Logistikdienstleistungen aus. "Johannes war einer von mehreren Bewerbern, aber durch seine riesige Motivation und Aufgeschlossenheit war er der beste", schätzt Umbreit ohne Zögern ein. Eigentlich wollte Johannes selbst Laster fahren, "doch dann bin ich vernünftig geworden", erzählt der 18jährige mit den verkürzten Armen lächelnd, "und habe mich anderweitig umgesehen". Er bewarb sich um Ausbildungen als Bürokaufmann, als Industriekaufmann und als Versicherungsfachangestellter - aber keine Firma wollte ihn. Anders das Transportunternehmen in Wilkau-Haßlau. Nach einem Praktikum war für Sven Umbreit klar: "Wir machen aus Johannes einen guten Logistiker." Mit Unterstützung der Arbeitsagentur und des Integrationsamtes wurde die Toilette behindertengerecht umgebaut und der Arbeitsplatz an Johannes' Behinderung angepasst. Umbreit ist froh über seine Entscheidung, die er "immer wieder so treffen würde".

Arbeitsagentur-Chefin Dr. Regine Schmalhorst und Jobcenter-Chef Mario Müller sind überwältigt vom Engagement beider Arbeitgeber und sehen sich darin bestätigt, dass Handicaps nicht in jedem Fall eine Einschränkung für eine zu besetzende Stelle darstellen". "Miteinander können wir sie bewältigen", bekräftigt Schmalhorst.

"Es wäre schade, wenn man sich dem Potenzial, das Menschen mit Handicap tatsächlich haben, verschließen würde", resümieren Agentur-Chefin und Jobcenter-Chef. "Gern möchten wir Arbeitgeber noch intensiver auf die Unterstützungsmöglichkeiten aufmerksam machen, die wir ihnen anbieten können, sie vor und nach der Einstellung passgenau beraten und sie gern auf dem gemeinsamen Weg begleiten."

Aktuell haben 859 behinderte Frauen und Männer im Agenturbezirk Zwickau keinen Job. 6,8 Prozent von ihnen haben eine betriebliche bzw. schulische Ausbildung, 5,9 Prozent einen akademischen Abschluss. Von der bislang guten Konjunktur in den vergangenen Monaten konnten auch sie leicht profitieren: Zum Jahresbeginn waren 924 Schwerbehinderte arbeitslos gemeldet.

*Die Bundesagentur für Arbeit unterstützt mit der Woche der Menschen mit Behinderung den Nationalen Aktionsplan der Bundesregierung zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention.