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Pressemitteilung BoxID: 698282 (Agentur für Arbeit Potsdam)
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Herbstbelebung kündigt sich an/ Politisches Weltgeschehen mit leichtem Ein-fluss auf regionale Wirtschaft

Der Potsdamer Arbeits- und Ausbildungsmarkt im August 2014

(PresseBox) (Potsdam, ) Die Arbeitslosigkeit ist im Bezirk der Agentur für Arbeit Potsdam leicht gesunken. Insgesamt waren im August 24.589 Menschen arbeitslos gemeldet, 97 weniger als im Juli. Die Arbeitslosenquote lag wie schon im Vormonat bei 7,5 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr stellte sich die regionale Arbeitsmarktsituation deutlich günstiger dar - so waren im Aggust 2013 513 Menschen mehr von Arbeitslosigkeit betroffen. Die Arbeitslosenquote lag vor Jahresfrist bei 7,7 Prozent.

"Wir spüren erste leichte Vorwehen der klassischen Herbstbelebung", bewertet Dr. Ramona Schröder, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Potsdam, den saisonalen Verlauf. Auch über jahreszeitliche Effekte hinaus zeige sich der regionale Arbeitsmarkt sehr robust.

Vorausschauend beobachte die Arbeitsagentur mögliche Auswirkungen der angespannten politischen Situation in Israel, Syrien, Iran, im Irak, der Ukraine und Russland auf den Bezirk. "Schließlich haben wir durchaus Unternehmen, die zu diesen Ländern wirtschaftliche Beziehungen pflegen", erläutert die Agenturchefin. "Momentan wissen wir nur von vereinzelten Auftragseinbrüchen - es gibt also die regionale Wirtschaft betreffend keinen Grund zur Panik." Trotzdem sei es ihr ein wichtiges Anliegen, zu potentiell betroffenen Unternehmen einen engen Draht zu pflegen: "Schließlich können wir den Betrieben dabei helfen, brenzlige Phasen zu überbrücken, ohne Menschen entlassen zu müssen - zum Beispiel durch die Zahlung von Kurzarbeitergeld".

Die Arbeitslosigkeit im Detail

Arbeitslosigkeit ist kein fester Block. Vielmehr gibt es jeden Monat viel Bewegung. So meldeten sich im August 4.561 Menschen arbeitslos. Dies waren 1.072 weniger als im Juli und 1.025 weniger als im Vorjahresmonat. Betrachtet man nur die Zugänge aus Beschäftigungen auf dem ersten Arbeitsmarkt, stellt sich das Bild ähnlich dar: Mit 1.579 Meldungen lag der Wert deutlich unter dem Vormonatsniveau (-9,7 Prozent) und unter dem Wert vom August 2013 (-11,2 Prozent). Insgesamt 142 Personen mussten sich direkt nach einer absolvierten Ausbildung arbeitslos melden.

97 Personen kamen im August direkt aus einer Selbständigkeit - 62 weniger als im Juli und 47 weniger als im Juli 2013.

Im August 2014 meldeten sich 4.679 Menschen aus der Arbeitslosigkeit ab. Dies waren 561 weniger als im Juli und 1.330 weniger als im August 2013. 1.452 nahmen eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt auf, das waren 414 weniger als im August 2013. Eine selbständige Existenz gründeten 106 Personen (-33,8 Prozent zum Vorjahr).

Nach Arbeitsagentur (Rechtskreis SGB III) und Jobcentern (Rechtskreis SGB II) getrennt betrachtet, entwickelte sich die Arbeitslosigkeit unterschiedlich:

Die Agentur für Arbeit betreute 6.912 Arbeitslose. Das waren 5 weniger als im Juli und 496 weniger als im August vor einem Jahr. Die Jobcenter im Agenturbezirk waren hingegen für 17.677 Arbeitslose verantwortlich. Das waren 92 weniger als im Juli und 17 weniger als vor Jahresfrist.

In den einzelnen Regionen zeichnete sich ein sehr divergierendes Bild: So reichte die lokale Arbeitslosenquote von 6,1 Prozent in Potsdam-Mittelmark bis 13,0 Prozent in Brandenburg an der Havel. In Potsdam (-0,1), Potsdam-Mittelmark (-0,4) und Teltow-Fläming (-0,2) ging die Arbeitslosenquote zum Vorjahr zurück, in Brandenburg an der Havel (+0,7) war im selben Zeitraum ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen.

Der Stellenmarkt

2.923 Stellen waren im August vakant, 43 mehr als im Juli und 338 mehr als im Vorjahr. Neu gemeldet wurden dem Arbeitgeberservice in diesem Monat 990 Jobangebote - 12 mehr als im Vormonat und 21 mehr als im August 2013.

Offene Stellen gab es in vielen Bereichen. Weiterhin händeringend gesucht wurden Fachkräfte im Gesundheits- und Sozialwesen, zum Beispiel Gesundheits- und Krankenpfleger, Ergotherapeuten, Physiotherapeuten oder Logopäden.

In den öffentlichen Verwaltungen gab es zudem einige Angebote für Sachbearbeiter. In Tel-tow-Fläming und Brandenburg an der Havel war die Nachfrage in den Handwerksberufen sehr ausgeprägt. Die Havelstadt bietet aktuell zudem zahlreiche Jobangebote für Industriemechaniker. Das Bau- sowie das Hotel- und Gaststättengewerbe suchten im August ungehindert vom fortgeschrittenen saisonalen Verlauf nach Fachkräften. Viele Bauunternehmen hatten zudem Vakanzen im Bürobereich, die häufig aus dem altersbedingten Ausscheiden vorhandener Arbeitskräfte resultierten.

Die Unterbeschäftigung

Zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen erfasst die Unterbeschäftigung auch die Personen, die nicht als arbeitslos im Sinne des Sozialgesetzbuches (SGB) gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik sind oder einen arbeitsmarktbedingten Sonderstatus haben. Im August umfasste die Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit) 30.655 Personen. Die Unterbeschäftigungsquote belief sich auf 9,2 Prozent. Im August 2013 hatte sie 9,8 Prozent betragen.

Arbeitsmarktpolitische Instrumente

Durch den Einsatz verschiedener arbeitsmarktpolitischer Instrumente konnte Ar-beitslosigkeit bei zahlreichen Personen beendet oder verhindert werden. Insgesamt wurden im Berichtsmonat 5.858 Teilnehmer gefördert (-437 zum Vormonat und -1.115 zum Vorjahr).

Die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit (abhängige Beschäftigung oder Selbständigkeit) wurde bei 1.331 Menschen finanziell bezuschusst.

In Beschäftigung schaffenden Maßnahmen waren Mitte des Monats 1.142 Personen aktiv. Hierzu zählen etwa Arbeitsgelegenheiten.

748 Menschen wurden bei der Berufswahl und während der Berufsausbildung unterstützt. Hierzu gehören Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen, Ausbildungsbegleitende Hilfen sowie die Berufseinstiegsbegleitung.

1.113 Personen wurde eine Qualifizierung zur beruflichen Weiterbildung finanziert.

Der Ausbildungsmarkt

Einen Monat vor dem Ende des Berufsberatungsjahres 2013/2014 wird einmal mehr deutlich: Es gibt in der Potsdamer Region deutlich mehr Ausbildungsplätze als Bewerber. "Erstaunlich ist, dass uns die Unternehmen noch immer Vakanzen für diesen Herbst melden - sicher, weil Wunschkandidaten kurzfristig abgesprungen sind", erläutert Dr. Ramona Schröder.

Seit dem Oktober 2013 haben sich 2.643 Ausbildungsinteressenten bei der Berufsberatung gemeldet - ihnen standen 3.035 Lehrstellen zur Verfügung. Mitte August suchten noch 713 Jugendliche nach einer beruflichen Perspektive, 980 Berufsausbildungsstellen waren zu diesem Zeitpunkt noch nicht besetzt. Somit fielen auf einen Bewerber 1,37 Ausbildungsplätze. In einigen Berufsbereichen stellt sich die Situation noch drastischer dar: Beispielsweise in der Lebensmittelherstellung - hier lag das Verhältnis bei 7,5.

"Natürlich konzentrieren wir uns auf den Schlussspurt ins Ausbildungsjahr 2014/2015. Trotzdem möchte ich die Unternehmen eindringlich darum bitten, auch schon an das kommende Ausbildungsjahr zu denken und bereits jetzt die offenen Lehrstellen 2015 zu melden. Nur wenn wir frühzeitig vermitteln können, erreichen wir auch die leistungsstarken Jugendlichen - das haben die Erfahrungen in diesem Jahr einmal mehr gezeigt", konstatiert die Agenturleiterin.