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Pressemitteilung BoxID: 693469 (Agentur für Arbeit Potsdam)
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Ferien bringen leicht erhöhte Arbeitslosigkeit/ Ausbildungsmarkt der Möglichkeiten

Der Potsdamer Arbeits- und Ausbildungsmarkt im Juli 2014

(PresseBox) (Potsdam, ) Die Arbeitslosigkeit ist im Bezirk der Agentur für Arbeit Potsdam leicht gestiegen. Insgesamt waren im Juli 24.686 Menschen arbeitslos gemeldet, 380 mehr als im Juni. Die Arbeitslosenquote lag bei 7,5 Prozent und somit 0,1 Prozentpunkte über dem Wert im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahr stellte sich die regionale Arbeitsmarktsituation deutlich günstiger dar - so waren im Juli 2013 826 Menschen mehr von Arbeitslosigkeit betroffen. Die Arbeitslosenquote lag vor Jahresfrist bei 7,8 Prozent.

"Die Entwicklung auf dem regionalen Arbeitsmarkt stimmt mich zuversichtlich. Auch der kurzfristige Anstieg der Arbeitslosigkeit überrascht mich keineswegs", bewertet Dr. Ramona Schröder, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Potsdam. Schließlich sei dieser auf einen saisonalen Effekt zurückzuführen. "Während die schulischen und betrieblichen Ausbildungen klassisch im Frühsommer enden, vollziehen viele Unternehmen geplante Neueinstellungen erst nach dem Ende der Urlaubs- und Ferienzeit", erklärt die Agenturleiterin. Dadurch entstehe eine kurzzeitige Erhöhung - insbesondere der Jugendarbeitslosigkeit. In diesem Zusammenhang merkt Schröder an, dass viele Betriebe ihre eigens ausgebildeten Nachwuchskräfte auch direkt übernommen hätten. Hier sei das Bewusstsein in den letzten Jahren gewachsen.

Die Arbeitslosigkeit im Detail

Arbeitslosigkeit ist kein fester Block. Vielmehr gibt es jeden Monat viel Bewegung. So meldeten sich im Juli 5.636 Menschen arbeitslos. Dies waren 1.207 mehr als im Juni und 115 weniger als im Vorjahresmonat. Betrachtet man nur die Zugänge aus Beschäftigungen auf dem ersten Arbeitsmarkt, stellt sich das Bild ähnlich dar: Mit 1.749 Meldungen lag der Wert aufgrund des erhöhten Kündigungsaufkommens zum Ende des ersten Halbjahres deutlich über dem Vormonatsniveau (32,3 Prozent), aber unter dem Wert vom Juli 2013 (-7,1 Prozent). Insgesamt 757 Personen mussten sich direkt nach einer absolvierten Ausbildung, einem Studium oder einem Schulbesuch arbeitslos melden. "Da schon einige Unternehmen einen entsprechenden Fachkräftebedarf signalisiert haben, bin ich optimistisch, dass wir vielen jungen Facharbeitern binnen weniger Wochen helfen können" unterstreicht Dr. Ramona Schröder.

159 Personen kamen im Juli direkt aus einer Selbständigkeit - 30 mehr als im Juni und 12 mehr als im Juni 2013.

Im Juli 2014 meldeten sich 5.243 Menschen aus der Arbeitslosigkeit ab. Dies waren 373 mehr als im Juni und 33 mehr als im Juli 2013. 1.562 nahmen eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt auf, das waren 59 weniger als im Juli 2013. Eine selbständige Existenz gründeten 143 Personen (+14,4 Prozent zum Vorjahr).

Nach Arbeitsagentur (Rechtskreis SGB III) und Jobcentern (Rechtskreis SGB II) getrennt betrachtet, entwickelte sich die Arbeitslosigkeit unterschiedlich:

Die Agentur für Arbeit betreute 6.917 Arbeitslose. Das waren 255 mehr als im Juni und 818 weniger als im Juli vor einem Jahr. Die Jobcenter im Agenturbezirk waren hingegen für 17.769 Arbeitslose verantwortlich. Das waren 125 mehr als im Juni und 8 weniger als vor Jahresfrist.

In den einzelnen Regionen zeichnete sich ein sehr divergierendes Bild: So reichte die lokale Arbeitslosenquote von 6,1 Prozent in Potsdam-Mittelmark bis 12,7 Prozent in Brandenburg an der Havel. In allen Landkreisen ging die Arbeitslosigkeit im Vorjahresvergleich zurück. In Potsdam-Mittelmark (-7,1 Prozent) fiel diese Tendenz am deutlichsten aus.

Der Stellenmarkt

2.880 Stellen waren im Juli vakant, 63 weniger als im Juni und 229 mehr als im Vorjahr. Neu gemeldet wurden dem Arbeitgeberservice in diesem Monat 978 Jobangebote - 122 weniger als im Vormonat und 97 weniger als im Juli 2013.

Offene Stellen gab es in vielen Bereichen. Weiterhin händeringend gesucht wurden Fachkräfte im Gesundheits- und Sozialwesen, zum Beispiel Gesundheits- und Krankenpfleger, Ergotherapeuten, Physiotherapeuten oder Logopäden. "In hoffnungsvoller Erwartung der frisch gebackenen Fachkräfte haben uns viele Einrichtungen ihre Vakanzen gemeldet", be-schreibt Dr. Ramona Schröder die Entwicklung im Gesundheitssektor.

Im Handel wurde verstärkt nach Urlaubsvertretungen gesucht. Durch eine deutliche Belebung dieses Bereiches war die Nachfrage nach Fachkräften in der Metall- und Elektrobranche ungebrochen groß. Im Bauhaupt- und Nebengewerbe war kein nennenswerter Stellenzugang zu verzeichnen. Häufig wurden hier Arbeitnehmer mit Mehrfachqualifizierungen gesucht - zum Beispiel Tiefbauer mit der Befähigung, auch Baugeräte zu führen.

Die Unterbeschäftigung

Zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen erfasst die Unterbeschäftigung auch die Personen, die nicht als arbeitslos im Sinne des Sozialgesetzbuches (SGB) gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik sind oder einen arbeitsmarktbedingten Sonderstatus haben. Im Juli umfasste die Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit) 30.903 Personen. Die Unterbeschäftigungsquote belief sich auf 9,3 Prozent. Im Juli 2013 hatte sie 9,9 Prozent betragen.

Arbeitsmarktpolitische Instrumente

Durch den Einsatz verschiedener arbeitsmarktpolitischer Instrumente konnte Arbeitslosigkeit bei zahlreichen Personen beendet oder verhindert werden. Insgesamt wurden im Berichtsmonat 6.278 Teilnehmer gefördert (-370 zum Vormonat und -755 zum Vorjahr). Die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit (abhängige Beschäftigung oder Selbständigkeit) wurde bei 1.342 Menschen finanziell bezuschusst.

In Beschäftigung schaffenden Maßnahmen waren Mitte des Monats 1.229 Personen aktiv. Hierzu zählen etwa Arbeitsgelegenheiten.

1.008 Menschen wurden bei der Berufswahl und während der Berufsausbildung unterstützt. Hierzu gehören Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen, Ausbildungsbegleitende Hilfen sowie die Berufseinstiegsbegleitung.

1.175 Personen wurde eine Qualifizierung zur beruflichen Weiterbildung finanziert.

Der Ausbildungsmarkt

Zwei Monate vor dem Ende des Berufsberatungsjahres 2013/2014 hat sich der Trend bestätigt: Es gibt in der Potsdamer Region deutlich mehr Ausbildungsplätze als Bewerber. Seit dem Oktober 2013 haben sich 2.468 Ausbildungsinteressenten bei der Berufsberatung gemeldet - ihnen standen 2.863 Lehrstellen zur Verfügung. Mitte Juli suchten noch 884 Jugendliche nach einer beruflichen Perspektive, 1.255 Berufsausbildungsstellen waren zu diesem Zeitpunkt noch nicht besetzt. Somit fielen auf einen Bewerber 1,42 Ausbildungsplätze. In einigen Berufsbereichen stellt sich die Situation noch drastischer dar: Beispielsweise im Baugewerbe - hier lag das Verhältnis bei 2,41.

"Noch immer melden uns Betriebe neue Lehrstellen - zum Beispiel weil ihr Wunschkandidat kurzfristig vom bereits geschlossenen Ausbildungsvertrag zurückgetreten ist", erläutert die Agenturleiterin. "Für Kurzentschlossene, die beispielsweise vom geplanten Studium oder weiterführenden Schulbesuch Abstand nehmen, erschließen sich dadurch neue Perspektiven. Selbst duale Studienangebote sind noch verfügbar." In diesem Zusammenhang weist Schröder auf die Last-Minute-Ausbildungsaktion hin, die die Arbeitsagentur in Potsdam, Brandenburg an der Havel und Zossen am 13. August zwischen 14 und 16 Uhr veranstaltet.