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Pressemitteilung BoxID: 592747 (Agentur für Arbeit München)
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Arbeitslosenquote erstmalig im Jahr 2013 unter 5 Prozent

Jugendarbeitslosigkeit rückläufig

(PresseBox) (München, ) "Die Arbeitslosigkeit ist rückläufig, die Stellennachfrage stagniert und der aktuelle Stand an sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist rekordverdächtig hoch", so fasst Harald Neubauer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit München, die April-Entwicklung bei der heutigen Pressekonferenz zusammen.

Im Zuge der Frühjahrsbelebung ist die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk München weiter gesunken. Im April sind 833 Menschen weniger als im Vormonat und somit insgesamt 45.120 Personen arbeitslos. "Im Vergleich zum April 2012 ist das Ergebnis allerdings noch nicht so erfreulich, weil fast 3.000 Menschen mehr arbeitslos sind", weiß Neubauer. Die Arbeitslosenquote zeichnet erstmalig in 2013 eine vier vor dem Komma aus, diese liegt aktuell bei 4,9 Prozent. Die Landeshauptstadt kann ebenfalls einen Rückgang von 0,1 auf 5,3 Prozent verzeichnen.

Arbeitslos gemeldete Personen im April 45.120
Arbeitslosenquote im April 4,9 Prozent

Der Rückgang der Arbeitslosigkeit ist hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass auf dem Bau und in den sogenannten "Grünen Berufen" wieder gearbeitet werden kann. "Es profitiert nicht nur die Gruppe der Männer, die nun ihre

Tätigkeit in den Außenberufen wieder aufnehmen kann, sondern auch die Personengruppe der schwerbehinderten Menschen - worüber ich mich besonders freue", betont Neubauer. "Für die Verringerung des Abstandes der Arbeitslosenquote zum Vorjahresniveau sind, neben den Witterungsverhältnissen, zudem konjunkturelle Faktoren verantwortlich. Darauf dürfen wir uns jedoch keinesfalls ausruhen. Unser Ziel für das Jahr 2013 lautet: Den Arbeitslosendurchschnitt auf Vorjahresniveau zu senken! Die durchschnittliche Arbeitslosenquote belief sich im Jahr 2012 auf 4,6 Prozent, davon sind wir noch ein gutes Stück entfernt", so der Agenturchef weiter.

Nachdem die Münchner Wirtschaft jede flexible und gut qualifizierte Arbeitskraft braucht, dieses Bedürfnis jedoch nicht immer uneingeschränkt gestillt werden kann, bietet die Agentur für Arbeit München den Arbeitgebern sogenannte Eingliederungszuschüsse an. Je nachdem wie groß das Defizit für die avisierte Tätigkeit ist, können Minderleistungen mit Hilfe eines Zuschusses etwas kompensiert werden. Neubauers Appell an die Münchner Arbeitgeber und Personalverantwortlichen: "Sollten Sie Interesse an unseren Kunden haben, die Defizite in der Qualifikation aufweisen, lebensälter sind oder keine Berufserfahrung haben, kommen Sie gerne auf uns zu. Unter der Service- Nummer 01801/66 44 661 berät der Arbeitgeber-Service zu allen Fragen der Personalsuche und Fördermöglichkeiten für Beschäftigte, die Qualifikationsbedarf haben!"

Im Rechtskreis SGB III (betreut von der Arbeitsagentur) sind im aktuellen Berichtsmonat 19.913 Menschen arbeitslos gemeldet, im Bereich SGB II (betreut von den Jobcentern) 25.207 Personen. In der Arbeitslosenversicherung bleibt die Arbeitslosenquote unverändert bei 2,2 Prozent. In der Grundsicherung sinkt die Quote um 0,1 Prozentpunkte auf 2,7 Prozent.

Landeshauptstadt 40.000-Marke unterschritten;
Arbeitslosenzahl im Landkreis München leicht rückläufig

Binnen Monatsfrist waren in der Landeshauptstadt 39.798 Personen arbeitslos, dies sind 756 Menschen weniger als im März 2013. Die Arbeitslosenquote nahm um 0,1 auf 5,3 Prozent ab. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sind in der Landeshauptstadt 2.273 Personen mehr arbeitslos. Die Arbeitslosenquote lag bei 5,1 Prozent. Die Zahl der arbeitslosen Menschen ist im Landkreis München um 77 auf 5.322 Frauen und Männer gesunken. Die Quote stagniert (3,2 Prozent). Das sind 0,3 Prozentpunkte mehr als im April 2012.

Mehr Abgänge in Erwerbstätigkeit

Im Agenturbezirk München meldeten sich im aktuellen Berichtsmonat 10.931 Personen arbeitslos, 558 weniger als im Vormonat und 224 mehr als im April 2012. Zeitgleich konnten 11.718 Frauen und Männer die Arbeitslosigkeit beenden, 152 Personen weniger als im Vormonat und 1.259 mehr als im Vorjahresmonat. Neubauer dazu: "Erfreulich ist, dass wir kontinuierlich mehr Abgänge in Erwerbstätigkeit verzeichnen können. So meldeten sich im Vergleich zum April 2012 knapp 120 Personen mehr in Arbeit ab."

Hochrechnungen der Kurzarbeit

Als Hochrechnung liegen die aktuellsten Zahlen für Dezember 2012 vor. Im Dezember waren 30 Betriebe und 237 Beschäftigte von konjunktureller Kurzarbeit betroffen. Im November 2012 waren es noch 37 Betriebe und 506 Beschäftigte.

Rückgang der Jugendarbeitslosigkeit zum Vormonat;
Immer weniger Ältere von Arbeitslosigkeit betroffen

Insgesamt sind im April 3.087 Jugendliche zwischen 15 bis unter 25 Jahren arbeitslos, das sind 165 weniger als im Vormonat (minus 5,1 Prozent). Im Vergleich zum April 2012 sind es 313 Jugendliche bzw. 11,3 Prozent mehr. Bei den 15- bis unter 20-Jährigen ist der Anstieg im Vergleich zum Vorjahresmonat noch deutlicher ausgefallen. Die Zahl der Arbeitslosen unter 20 Jahren ist im Vergleich zum April 2012 um 115 Jugendliche (plus 22,1 Prozent) gestiegen. Im Vergleich zum Vormonat ist die Zahl der Arbeitslosen um 18 Personen bzw. 2,8 Prozent gesunken. Neubauer: "Gut, dass die Jugendarbeitslosigkeit ebenfalls gesunken ist - wenn auch nur zum Vormonat. Ich möchte an dieser Stelle an die Arbeitgeber appellieren, Jugendlichen, die vielleicht nicht mit Bestnote Ihre Berufsausbildung absolvierten, dennoch eine Chance zu geben."

Die Zahl der älteren Arbeitslosen (50+) sinkt aktuell um 250 auf 13.693 Personen (minus 1,8 Prozent). Die Arbeitslosenquote sinkt um 0,1 Prozentpunkte auf 6,4 Prozent. Im Vergleich zum April 2012 gibt es 824 bzw. 6,4 Prozent mehr ältere Arbeitslose. Die Quote lag im Vorjahresmonat bei 6,2 Prozent.

Sollte die Vermittlung in den Ersten Arbeitsmarkt nicht erfolgsversprechend sein, der Kunde einen Anspruch auf Arbeitslosengeld I über mindestens 150 Tage und eine gute Geschäftsidee vorweisen, dann besteht nach wie vor die Möglichkeit einen sogenannten Gründungszuschuss zu beantragen. Dieser kann über sechs Monate in Höhe des Arbeitslosengeldes zuzüglich einer Pauschale von 300,- Euro monatlich für die Sozialversicherungsbeiträge bewilligt werden. "Kunden, die künftig ihr eigener Chef sein möchten, sollen sich nicht scheuen einen Beratungstermin unter der Service-Nummer 01801/55 51 112 zu vereinbaren. Gerne beraten meine Vermittlungsfachkräfte zu Fragen der Existenzgründung und über all die erforderlichen Voraussetzungen des Gründungszuschusses", motiviert Neubauer.

Arbeitskräftenachfrage weiterhin günstig;
Zugang liegt erstmalig in diesem Jahr unter Vorjahresniveau

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Arbeitgeber-Services der Agentur für Arbeit München konnten im aktuellen Berichtsmonat 2.979 offene Arbeitsstellen entgegennehmen. Dies sind 21 bzw. 0,7 Prozent weniger als im März 2013 und 522 weniger als im Vorjahresmonat. Im Stellenpool der Agentur für Arbeit München befinden sich derzeit 8.685 Angebote, 8 mehr als im Vormonat. Im Vergleich zum April 2012 sind es 84 Stellen bzw. 1,0 Prozent mehr. Besonders groß ist der Bedarf an Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Bereich Handel, Gesundheits- und Sozialwesen sowie Information/Kommunikation.

Ausbildungsmarkt

Von Oktober 2012 bis April 2013 wurden von der Agentur für Arbeit München 9.940 offene Berufsausbildungsstellen entgegengenommen. Das sind 975 bzw. 10,9 Prozent mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Im gleichen Zeitraum haben 4.665 Schülerinnen und Schüler die Dienstleistungen der Agentur für Arbeit München in Anspruch genommen, um eine passende Lehrstelle zu finden. Das sind 57 bzw. 1,2 Prozent weniger als vor einem Jahr. Ein Blick auf das Verhältnis unversorgte Bewerber zu unbesetzten Ausbildungsstellen lässt einen ersten positiven Trend erkennen. Den 2.879 unversorgten Bewerbern stehen aktuell 5.825 unbesetzte Stellen gegenüber.

Die Zahl der Bewerber ohne Ausbildungsstelle ist im Vergleich zum Vorjahr um 205 bzw. 7,7 Prozent gestiegen. Unbesetzte Berufsausbildungsstellen gibt es im aktuellen Berichtsmonat 968 bzw. 19,9 Prozent mehr als im vergangenen Jahr. "Rein rechnerisch kommen auf jeden Bewerber zwei offene Ausbildungsplätze. Sollten Arbeitgeber keinen passenden Jugendlichen akquirieren, rate ich den Personalentscheidern auf die etwas lebenserfahrenen Ausbildungswilligen, die sogenannten 'Altlehrlinge', zurückzugreifen", so der Agenturchef abschließend.