Winterflaute: Arbeitslosigkeit steigt im Januar weniger als üblich

Der sächsische Arbeitsmarkt im Januar 2018

(PresseBox) ( Chemnitz, )
Von Dezember 2017 auf Januar 2018 ist die Arbeitslosigkeit in Sachsen saisonbedingt gestiegen. Bei einer Arbeitslosenquote von 6,7 Prozent waren in Sachsen im Januar insgesamt 141.600 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Januar des vergangenen Jahres sind jedoch 20.000 weniger Frauen und Männer ohne Arbeit. Damals lag die Arbeitslosenquote noch bei 7,6 Prozent.

„Im Januar ist die Arbeitslosigkeit üblicherweise gestiegen. Zurückzuführen ist das auf Kündigungen zum Quartalsende, ausgelaufene Befristungen aus dem Weihnachtsgeschäft und auf Freisetzungen über die Wintermonate – sprich: rein saisonale Faktoren. Deshalb bin ich auch nicht besorgt. Zumal der Anstieg im Januar wegen des milden Winters geringer ausfiel als in den vergangenen zehn Jahren. Blendet man die saisonalen Einflüsse aus, wäre die Arbeitslosigkeit weiter gesunken. Das beweist, dass der sächsische Arbeitsmarkt in einer wirklich guten Grundverfassung ist. Das nutzen wir, um langzeitarbeitslosen Menschen zu helfen, Teilhabe zu organisieren und für Jugendliche noch bessere Übergänge nach der Schule zu ermöglichen. 2018 wird auch ein Jahr, in dem wir mit anpacken und Erfolge für die Menschen organisieren. Das gelingt, gemeinsam mit unseren Netzwerkpartnern“, sagte Klaus-Peter Hansen, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit (BA).

Arbeitslosenzahl im Januar:

141.561

Arbeitslosenzahl im Vormonatsvergleich (129.683):

+11.878 oder +9,2 Prozent

Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich (161.544):

-19.983 oder -12,4 Prozent

Arbeitslosenquote im Januar:

6,7 Prozent

Arbeitslosigkeit

Die Arbeitslosigkeit ist im Monatsverlauf saisonbedingt angestiegen. Insgesamt waren im Januar in Sachsen 141.561 Menschen arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vormonat waren 11.878 (plus 9,2 Prozent) mehr und zum Vorjahresmonat 19.983 weniger Menschen arbeitslos gemeldet (minus 12,4 Prozent).

Saisonale Faktoren, die zu dem Anstieg der Arbeitslosigkeit im Winter geführt haben, waren beispielsweise witterungsbedingte Kündigungen, da Außenarbeiten nicht mehr im vollen Umfang ausgeübt werden konnten, zum Jahresende 2017 ausgelaufene Befristungen oder wirksam gewordene Kündigungen. Damit ist vor allem die Arbeitslosigkeit in den saisonabhängigen Berufen gestiegen, wovon häufiger Männer betroffen sind. Dazu gehören beispielsweise Hoch-  und Tiefbauberufe, Berufe im Transportwesen, Ausbauberufe, Berufe in der Landwirtschaft, Berufe im Gartenbau sowie Hotel- und Gaststättenberufe.

Blendet man die jahreszeitlichen Einflüsse aus, bleibt die Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat weiter positiv. Die saisonbereinigte Arbeitslosigkeit liegt mit aktuell 130.000 Menschen um 2.000 unter dem Wert vom Dezember 2017.

Die Arbeitslosenquote belief sich im Januar auf 6,7 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr sank sie um 0,9 Prozentpunkte.

Beschäftigung

Im November 2017 waren in Sachsen nach ersten Hochrechnungen rund 1,61 Millionen Frauen und Männer sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Mit einem Zuwachs von 31.800  Menschen hält der Beschäftigungsanstieg gegenüber dem Vorjahr an und liegt bei aktuell zwei Prozent.

Den kräftigsten Beschäftigungsaufbau gab es im Sozialwesen (plus 5.000) und dem Verarbeitenden Gewerbe (plus 4.700). In den Bereichen Erziehung und Unterricht (plus 2.900), im Gesundheitswesen (plus 2.600) sowie im Bereich Information und Kommunikation (plus 2.300) sind deutlich mehr Menschen beschäftigt als vor einem Jahr. Einen kräftigen Beschäftigungsaufbau gab es weiterhin im Bereich Immobilien, freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen (plus 2.300) sowie in der Zeitarbeit (plus 2.200).

Im langjährigen Vergleich liegt die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung mit 1,61 Mio. auf recht hohem Niveau. Seit 1999 waren in keinem November mehr Menschen in Sachsen beschäftigt. Den Tiefstand erreichte die Beschäftigung in Sachsen im Jahr 2005.

Arbeitskräftenachfrage

Im Januar haben sächsische Betriebe insgesamt 8.050 freie Stellen gemeldet. Das waren 509 weniger Stellen als im Dezember 2017 und 328 weniger als im Januar 2017.

Damit sind in den sächsischen Arbeitsagenturen und Jobcentern insgesamt 36.250 freie Stellen gemeldet, 1.557 weniger als im Dezember, aber 4.449 mehr als vor einem Jahr.

Die meisten freien Stellen sind im Bereich der Zeitarbeit (10.848) zu besetzen. Einen hohen Bedarf haben daneben Betriebe aus dem Verarbeitenden Gewerbe (5.004), dem Gesundheits- und Sozialwesen (3.386), dem Bereich Handel / Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen (3.091), dem Baugewerbe (2.561), den freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (1.982) und dem Gastgewerbe (1.607).

Diese und viele andere freie Stellen sind in der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit veröffentlicht und können mit der kostenfreien Smartphone-App (jobboerse) zu jeder Zeit, an jedem Ort abgerufen werden. In der Jobbörse sind aktuell rund 70.000 freie Stellen von sächsischen Unternehmen veröffentlicht.

Unterbeschäftigung

Im Januar 2018 haben rund 48.500 Menschen an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilgenommen. Viele wurden mit Weiterbildungen (10.600) gefördert, haben an Arbeitsgelegenheiten in der Grundsicherung (4.300) und an Aktivierungsmaßnahmen (6.200) teilgenommen oder wurden durch andere Institutionen unterstützt (11.800). Ein kleinerer Teil dieser Frauen und Männer stand aus anderen Gründen der Vermittlung nicht zur Verfügung und war deshalb nicht arbeitslos (zum Beispiel wegen Krankheit: 3.800). Damit lag die Zahl der Menschen, die dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung standen um 1.400 unter dem Niveau des Vormonats und um rund 300 über dem des Vorjahresmonats.

Die Unterbeschäftigung – die Summe aus Arbeitslosen und Teilnehmern an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen – belief sich im Januar 2018 auf insgesamt 190.073 Personen. Das ist ein Rückgang im Vergleich zum Januar 2017 um 19.708 oder 9,4 Prozent. Aktuell liegt der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung bei 74,5 Prozent. Bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen lag die Unterbeschäftigungsquote im Januar bei 8,9 Prozent.

Infografiken, Audiostatements, Fotos, Statistiken

http://www.kiss.arbeitsagentur.de/index.php?a=92be91f97ab77b3326663660b5a7bf51
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