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Pressemitteilung BoxID: 587316 (ABA-Invest in Austria)
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Koffein: Auswirkung auf Muskelkraft getestet

(PresseBox) (Wien, ) In der Früh ein Espresso bringt den Kreislauf in Schwung: Sein Hauptwirkstoff, das Koffein, stand bis zum Jahr 2004 aufgrund seiner leistungssteigernden Effekte im Ausdauersport sogar auf der Verbotsliste der Welt-Antidoping-Agentur (WADA). Grazer Sportwissenschafter haben nun festgestellt, dass Koffein auch bei kurzzeitigen intensiver Muskelaktivität enorm leistungssteigernd sein kann.

Die dunkle Bohne bietet mehr als nur Genuss: Ihr charakteristischer Inhaltsstoff, das Koffein ist das bevorzugte Mittel gegen Alltagsmüdigkeit. Es fördert die Ausschüttung zahlreicher Neurotransmitter, regt das zentrale Nervensystem an, erhöht die Herztätigkeit und den Blutdruck. Die Atmung und die Herzfrequenz werden schneller und ermöglichen dadurch auch eine bessere Durchblutung der Muskulatur.

Dass es auch bei trainierten Ausdauersportlern leistungssteigernd wirken kann, ist weithin bekannt: Philipp Höher, Sportwissenschafter an der Universität Graz, hat die Wirkung von Koffein während kurzzeitiger sportlicher Intensivbelastung wie sie bei Sprüngen oder Würfen auftreten, untersucht. Sein Resümee: "Koffeingenuss kann auch zu einer signifikanten Steigerung der maximalen isometrischen Kraft führen - ein bisher weitgehend unberücksichtigter Effekt".

Isometrische Muskelkraft steigt

Für diese Pilotstudie am Institut für Sportwissenschaft der Uni Graz führten zwölf Probanden (Alter 25 ± 2,5 Jahre) mehrere Beinstreckbewegungen an der sogenannten "Beinpresse" mit sowie ohne vorher gegangener Gabe von Koffein durch. Nach der Gabe einer maximalen Koffeinmenge, die drei bis vier Tassen Espresso entsprach, sei die isometrische Muskelkraft im Durchschnitt um 14 Prozent gestiegen. "Die Koffeingaben haben sich in allen Fällen leistungssteigernd ausgewirkt, wenn auch von Proband zu Proband sehr unterschiedlich: Im extremsten Fall um 40,4 Prozent", betonte Höher. Allerdings hätten auch die Probanden, die entkoffeinierten Kaffee zu sich genommen haben, einen Kraftanstieg bis zu zehn Prozent erreicht - ein nicht zu unterschätzender Placebo-Effekt.

Die Pilotstudie soll nun ausgedehnt werden. Die Ergebnisse sollen dann in ein Modell einfließen, das den individuellen Einfluss von Koffein auf das Kraft-Geschwindigkeitsverhältnis im Muskel beschreibt, so der strikte Doping-Gegner Höher.