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Pressemitteilung BoxID: 373986 (4SC AG)
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Prof. Dr. Michael Bitzer, Leiter der klinischen Prüfung, präsentiert Daten auf dem Gastroenterologie- und Viszeralchirurgiesymposium 'Viszeralmedizin 2010'

(PresseBox) (Planegg-Martinsried, ) Das Biotechnologie-Unternehmen 4SC AG (Frankfurt, Prime Standard: VSC), das sich auf die Erforschung und Entwicklung von neuen Medikamenten mit den Schwerpunkten Autoimmunerkrankungen und Krebs spezialisiert hat, präsentiert heute erste klinische Daten für Resminostat (4SC-201), ein Pan-Histon- Deacetylase-Inhibitor, aus der laufenden, zweiarmigen Phase-II-SHELTER-Studie in Patienten mit hepatozellulärem Karzinom. Die Daten werden von dem Leiter der klinischen Prüfung, Prof. Dr. Michael Bitzer auf dem von der DGVS (Deutsche Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten) und der DGAV (Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie) organisiertem Symposium 'Viszeralmedizin 2010' in Stuttgart präsentiert.

Die SHELTER-Studie untersucht die Wirksamkeit, Sicherheit und Verträglichkeit von Resminostat als Monotherapie oder in Kombination mit dem gegenwärtigen Standard für eine Erstbehandlung, Sorafenib, bei Sorafenib-refraktären Patienten mit hepatozellulärem Karzinom.

Die Poster-Präsentation beschreibt insbesondere die Daten zur Sicherheit und Verträglichkeit der ersten neun Patienten aus dieser klinischen Studie. Ziel ist es insgesamt ca. 60 Patienten mit hepatozellulärem Karzinom in der Studie zu behandeln. Dabei soll Resminostat als Monotherapie und in Kombination mit Sorafenib untersucht werden. Dem Kombinationsarm mit Sorafenib ist eine Dosiseskalation vorgeschaltet. Im Kombinationsarm der Studie zeigte sich Resminostat bisher sicher und gut verträglich, wobei Sorafenib täglich mit 400 mg dosiert wurde und Resminostat mit bis zu 400 mg täglich in einem vierzehntägigen Behandlungszyklus entsprechend des bereits in Phase-I-Studien untersuchten '5+9'-Dosierungsschemas verabreicht wurde. Gleiches gilt für den zweiten Studienarm, in welchem Resminostat als Monotherapie mit einer täglichen Dosis von 600 mg ebenfalls gemäß des '5+9'-Dosierungsschemas verabreicht wird. Darüber hinaus waren keine pharmakokinetischen Wechselwirkungen zwischen Resminostat und Sorafenib zu beobachten. Bei Aufnahme in die Studie zeigten Patienten unter Sorafenib-Therapie eine Progression des Krankheitsverlaufs. Unter Studientherapie wies ein deutlicher Anteil der Patienten nach sechs- bzw. zwölfwöchiger Behandlungsdauer eine Stabilisierung des Krankheitsverlaufs (gemäß RECIST-Kriterien) auf. Bei sechs von neun Patienten konnte nach sechswöchiger Behandlung eine Stabilisierung ihres Krankheitsverlaufs erreicht werden. Nach einer Behandlung von 12 Wochen zeigten drei von vier untersuchten Patienten weiterhin eine andauernde Krankheitsstabilisierung.

Patienten können in der Studie so lange therapiert werden, wie ein klinischer Nutzen nachgewiesen werden kann. In einigen Fällen konnte auf diese Weise bei Patienten auch über diese zwölfwöchige Behandlungsdauer hinausgehend die Erkrankung stabil gehalten werden. Ein Patient, der im Kombinationsarm 400 mg Resminostat und 400 mg Sorafenib erhielt, wurde über einen Zeitraum von 36 Wochen bei nachgewiesener Krankheitsstabilisierung behandelt.

Prof. Dr. Michael Bitzer, Leiter der klinischen Prüfung am Universitätsklinikum Tübingen, erklärte: 'Fortgeschrittenes hepatozelluläres Karzinom ist eine aggressive Krebsform, für welche ein besonders hoher medizinischer Bedarf an neuen Behandlungsmethoden existiert, insbesondere, da gegenwärtig keine Zweitlinien-Therapie für Patienten mit hepatozellulärem Karzinom zugelassen ist. Die SHELTER-Studie evaluiert einen neuen Wirkmechanismus in dieser Indikation, welcher vielversprechend für solche Patienten sein könnte, für die es keine weitere Behandlungsoption mehr gibt.'

Dr. Bernd Hentsch, Entwicklungsvorstand bei 4SC, kommentierte: 'Dies ist die erste von drei Indikationen, bei welchen wir das Potenzial des Pan-HDAC-Inhibitors Resminostat bei Krebserkrankungen überprüfen. Die ersten klinischen Daten aus der SHELTER-Studie sind sehr ermutigend, zumal sie unsere Ergebnisse aus der Phase-I-Studie unterstützen und uns zu der Überzeugung bringen, dass dieses Medikament eine vielversprechende Option für Patienten mit hepatozellulärem Karzinom sein könnte.'

Weitere Informationen stehen unter www.clinicaltrials.gov zur Verfügung.

Über Resminostat (4SC-201)

Resminostat (4SC-201) ist ein oral verabreichter Pan-Histon-Deacetylase (HDAC)-Inhibitor. HDAC-Inhibitoren verändern epigenetisch die Chromatinstruktur von Tumorzellen und lösen damit Zelldifferenzierung und schließlich programmierten Zelltod (Apoptose) aus. Dadurch besitzen HDAC-Inhibitoren einen Wirkmechanismus, der das Tumorwachstum stoppen und eine Rückbildung des Tumors bewirken kann. Resminostat wird zurzeit in einer Phase-II-Studie als Zweitlinientherapie für das fortgeschrittene Leberzellkarzinom und in einer Phase-II-Studie zur Behandlung des Hodgkin Lymphoms untersucht. Zudem ist eine weitere Phase-I/II-Studie bei Darmkrebserkrankungen geplant, die Resminostat als eine Zweitlinientherapie in Kombination mit dem FOLFIRI-Behandlungsschema in Patienten, die Tumore mit KRAS-Mutationen tragen, untersuchen soll. In einer früheren Phase-I-Studie mit Resminostat konnte das Fortschreiten des Tumorwachstums bei über 50% der Patienten mit verschiedenen Krebsarten aufgehalten werden, bei guter Verträglichkeit des Präparats und einem positiven, differenzierten pharmakologischen Profil gegenüber anderen Wirkstoffen dieser Klasse.

Über die SHELTER-Studie

Die SHELTER-Studie trägt den Titel 'Eine Phase-II-Studie zum Nachweis der Wirksamkeit, Sicherheit und Pharmakokinetik von 4SC-201 und der Behandlungskombination von Sorafenib plus 4SC-201 in Patienten mit hepatozellulärem Karzinom (Leberkrebs), die eine fortschreitende Erkrankung unter Sorafenib-Behandlung zeigen'. In dieser Studie wird untersucht, inwieweit die Behandlung mit Resminostat alleine oder in Kombination mit Sorafenib (Nexavar(R), der derzeitigen Erstlinien-Standardbehandlung bei fortgeschrittenem hepatozellulärem Karzinom) das progressionsfreie Überleben verbessert oder ein Ansprechen des Tumors bei den Patienten herbeiführen kann. Diese zweiarmige Wirksamkeitsstudie wird in onkologisch erfahrenen Universitätskliniken in Deutschland durchgeführt.

Im ersten Studienarm werden 15 Patienten mit der maximal tolerierbaren Dosierung der Kombinationstherapie behandelt, welche in einer vorgeschalteten Dosiseskalation durch die Verabreichung von Sorafenib in Kombination mit Resminostat ermittelt wurde. Im zweiten Studienarm wird die vorherige Behandlung von 15 Patienten mit Sorafenib beendet. Diese Patienten erhalten als Monotherapie 600 mg Resminostat. In beiden Armen wird Resminostat einmal täglich an fünf aufeinanderfolgenden Tagen oral verabreicht. Darauf folgen neun Tage ohne Behandlung mit Resminostat. Im Kombinationsarm wird zusätzlich Sorafenib kontinuierlich jeden Tag gegeben. In beiden Studienarmen wird der vierzehntägige Behandlungszyklus mit Resminostat ('5 + 9' Dosierungsschema) fortgesetzt, bis ein Fortschreiten der Krankheit nachgewiesen wird oder bis der Patient aus anderen Gründen aus der Studie ausscheidet. Die ersten beiden radiologischen Untersuchungen zum Krankheitsverlauf finden nach sechs bzw. zwölf Wochen Behandlung statt.

Patienten, bei denen ein medizinischer Nutzen wie z. B. eine Stabilisierung ihres Krankheitsverlaufs oder eine Tumorregression festgestellt werden, können im Rahmen der Studie weiter behandelt werden. Basierend auf den Daten der ersten 15 behandelten Patienten jedes Studienarms ist eine Erweiterung um weitere zehn Patienten in jedem Studienarm möglich. Der primäre Endpunkt der Studie ist die progressionsfreie Überlebensrate (progression free survival rate [PFSR]), die nach zwölf Wochen Behandlung bestimmt wird. Die sekundären Endpunkte der Studie beinhalten die Ermittlung des Zeitraums bis zum Fortschreiten der Tumorerkrankung (TTP: Time to Progression), die progressionsfreie Überlebensrate, ermittelt nach sechs Wochen, die Gesamtüberlebenszeit, Sicherheit und Verträglichkeit, die Pharmakokinetik und die Untersuchung von Biomarkern.

Über hepatozelluläres Karzinom

Das hepatozelluläre Karzinom ist die häufigste Form von Leberkrebs. Es handelt sich dabei um die sechsthäufigste Krebsart weltweit und die dritthäufigste Todesursache bei Krebserkrankungen weltweit.

Das hepatozelluläre Karzinom tritt am häufigsten in Südostasien auf und ist auch im Sub-Sahara-Afrika weit verbreitet (geschätzte 20 Fälle pro 100.000 Einwohner nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation [WHO]). Dies ist auf die hohe Hepatitis B-Infektionsrate in diesen Regionen zurückzuführen. Hepatitis B kann durch Leberkrebs ausgelöst werden, weil dessen genetisches Material das natürliche genetische Material in den Leberzellen stört. In der Konsequenz werden die Leberzellen kanzerös.

Historisch gesehen weisen Nordamerika und West-Europa eine geringere Häufigkeit auf (< 5 pro 100.000 Einwohner gemäß WHO); diese nimmt jedoch zu. Eine neue Studie hat gezeigt, dass sich das Auftreten von Leberkrebs in den USA zwischen 1975 und 2005 verdreifacht hat. Forscher nehmen an, dass diese Trends teilweise auf die Zunahme chronischer Hepatitis C- Infektionen zurückzuführen sind, die - neben Hepatitis B - den Hauptrisikofaktor für die Entstehung von Leberkrebs darstellen. Andere Faktoren, die ein erhöhtes Auftreten von Leberkrebs nach sich ziehen können, sind übermäßiger Alkoholgenuss, Fettleber-Erkrankung, Fettleibigkeit, Diabetes mellitus und Eisenspeicherkrankheit.

4SC AG

Die 4SC AG (ISIN DE0005753818) ist ein Unternehmen, das sich auf die Entdeckung und Entwicklung von Medikamenten mit den Schwerpunkten Autoimmunerkrankungen und Krebs spezialisiert hat. Vidofludimus (4SC-101), ein niedermolekularer Wirkstoff, befindet sich in einer Phase-IIb-Studie zur Behandlung von Rheumatoider Arthritis sowie in einer exploratorischen Phase-IIa-Studie in chronisch entzündlichen Darmerkrankungen. Der am weitesten fortgeschrittene Krebswirkstoff Resminostat (4SC-201), ein Pan-Histon-Deacetylase (HDAC)-Inhibitor, ist in Phase-II-Studien in den Indikationen hepatozelluläres Karzinom (Leberkrebs) und Hodgkin-Lymphom. 4SC-203 und 4SC-205, zwei weitere onkologische Wirkstoffe, befinden sich in Phase-I-Studien. 4SC entwickelt Medikamentenkandidaten bis zum Wirksamkeitsnachweis ('Proof-of-Concept'), um diese anschließend in wertschöpfenden Lizenzpartnerschaften mit der Pharmaindustrie einzubringen und im Gegenzug Vorabzahlungen, meilensteinabhängige Zahlungen und spätere Umsatzbeteiligungen (Royalties) zu erhalten.

Die 4SC AG wurde im Jahr 1997 gegründet, beschäftigt zurzeit 94 Mitarbeiter und ist seit Dezember 2005 im Prime Standard der Börse Frankfurt gelistet.

Weitere Informationen finden Sie unter www.4sc.de.