Sachverständiger für vorbeugenden Brandschutz - Kompaktkurs
Ziel
Für Brandschutzkonzepte von Standardbauten dient dem Konzeptersteller die Landesbauordnung mit den explizit benannten materiellen Anforderungen als Bewertungsgrundlage für den Nachweis des Brandschutzes. Für Sonderbauten reichen die üblichen Vorschriften jedoch häufig nicht aus, da diese Bauten wegen ihrer Nutzung, Größe oder hoher Personenzahlen ein erhöhtes Gefahrenpotenzial bergen. Hier ist der Entwurfsverfasser, der Fachplaner Brandschutz in der Pflicht, in einem objektspezifischen Brandschutzkonzept das Erreichen der Schutzziele des Brandschutzes zu belegen.
Die Fachfortbildung vermittelt aufbauend auf dem Fachplaner für vorbeugenden Brandschutz vertiefende Kenntnisse zu den in Sonderbauvorschriften beschriebenen besonderen Anforderungen und möglichen Erleichterungen. Ziel ist es, schlüssige und schutzzielorientierte Brandschutzkonzepte für Sonderbauten erarbeiten zu können sowie Konzepte anderer Verfasser zu bewerten und fortzuschreiben. Fachplaner mit mehrjähriger und umfassender Berufserfahrung können damit ihre berufliche Qualifizierung fortsetzen und sich auf ein Anerkennungsverfahren entsprechend den Regelungen ihres Bundeslandes vorbereiten.
Zielgruppe
Die Fachfortbildung wendet sich insbesondere an Ingenieure und Architekten aus der Bauplanung und Bauausführung, der technischen Gebäudeausrüstung, von Baubehörden, Brandschutzdienststellen oder aus der Industrie mit mehrjähriger Berufserfahrung in der Bauwirtschaft und im Brandschutz.
Zugangsvoraussetzungen
- akademischer Abschluss in einem baufachlichen Bereich oder in einer anderen Ingenieurdisziplin und mindestens zweijährige Berufserfahrung im vorbeugenden Brandschutz oder
- mindestens Ausbildung im mittleren feuerwehrtechnischen Dienst und eine mindestens zweijährige Berufserfahrung im Brandschutz oder
- einschlägiger Berufsabschluss und eine mindestens fünfjährige Berufserfahrung im vorbeugenden Brandschutz
- erfolgreicher Abschluss der Fachfortbildung „Fachplaner für vorbeugenden Brandschutz (EIPOS)“ mit mindestens Prädikat „befriedigend“
Aus dem Inhalt
Sachverständigenwesen
- Brandschutzprüfung
- Beteiligung der Feuerwehr/Brandschutzdienststelle
- Kritische Problemfelder in Sonderbauten aus Sicht der Feuerwehr
- Verkaufsstätten
- Krankenhäuser
- Pflegeheime, Pflegeeinrichtungen und betreute Wohnformen
- Industriebau
- Hochhäuser
- Versammlungsstätten
- Schulen und Kindergärten
- Beherbergungsstätten
- Mittel- und Großgaragen
- Bewertung von Brandschutzkonzepten an Beispielprojekten
- Brandmeldeanlagen und Alarmierung
- Feuerlöscheinrichtungen und -anlagen
- Rauch- und Wärmeabzugsanlagen
- Leitungs- und Lüftungsanlagen
- Sicherheitsstromversorgung, Sicherheitsbeleuchtung
- Zusammenwirken sicherheitstechnischer Anlagen
- Einführung in die Brandsimulation
- Grundlagen der Personenstromanalyse
- Brandschutz im Holzbau
Erfahrene Prüfingenieure, Prüfsachverständige, Projektingenieure, leitende Mitarbeiter von Fachbehörden und Feuerwehren, u.a. Dipl.-Wirt.-Ing. (FH) Daniel Anwander, M.Eng, Dipl.-Ing. (FH) Gunnar Buhl, Dipl.-Ing. (FH) Tanja Bruckmeier, MEng., Dipl.-Ing. (FH) Wolfgang Edbauer, M.Eng., Prof. Dr. techn. Sven Huismann, Dipl.-Ing. Susanne Ludwig, Dipl.-Ing. Ulf Müllenberg, Dipl.-Ing. Univ. Jochen Noack, Dipl.-Ing. Matthias Otto MEng, Prof. Dr.-Ing. Frank Riesner, Dipl.-Ing. (FH) Andrej Sljunko, Dipl.-Ing. BDB Carsten Steiner, Dipl.-Ing. Klaus Veenker
Prüfung
2 schriftliche Prüfungen, mündliche Prüfung
Abschluss
Sachverständiger für vorbeugenden Brandschutz (EIPOS)
Zusätzliche Informationen
Neben der Weiterbildung und Qualifikation bei EIPOS besteht nach erfolgreichem Abschluss und dem Vorliegen der Zulassungsvoraussetzungen die Möglichkeit für eine Personenzertifizierung beispielsweise bei der nach der europäischen Norm DIN EN ISO/IEC 17024 akkreditierten Zertifizierungsstelle EIPOSCERT im Bereich Brandschutz.