Blick in die Internet-Zukunft

(PresseBox) (Berlin, ) Das Berliner Web-Netzwerk Xinnovations bereitet sich auf seinen 10. Geburtstag vor

1991 entwickelte Tim Berners-Lee am CERN den Standard für das World Wide Web. Ursprünglich nur als elektronisches Mini-Geflecht für Wissenschaftler rund um das Forschungsinstitut. Schon wenige Jahre darauf war es zum Welt-Netz geworden. Wohin wird sich das Internet in den kommenden Jahren entwickeln? Die Frage stellt sich Rainer Thiem in gleicher Weise für sein eigenes Kooperationsnetz Xinnovations, das vor zehn Jahren Berliner Firmen und Anwender rund um die neue Internet-Sprache XML verknüpfte. „Wir sollten versuchen, die Zukunft in Szenarien zu denken", empfiehlt der Vorsitzende des Xinnovations e.V. Das Jubiläum zum Start des damaligen BMBF-Fördernetzwerks XML-City im Mai 2002 will man in diesem Jahr groß feiern. Die Gründergeneration von damals dürfte komplett anrücken. „Von den acht Gründungsmitglieder sind heute noch sechs Firmen (ART+COM AG, Chemie .De, EsPresto AG, Neofonie GmbH, webcrew, zertificon) am Markt", freut sich Thiem, der auch damals Netzwerk-Manager der ersten Stunde war.

Drei Szenarien

Schnitt. Blick in die Zukunft. Die Internet-Welt des Jahres 2016, Version 1: Das WWW ist zur Hochrisiko-Technologie für alle Beteiligten geworden. Sicherheits-Vorkehrungen gegen Cyber-Attacken bestimmen den Online-Alltag. Das offene Netz für alle ist passe. Die Internet-Polizei patrouilliert im Innern. Die Staaten rüsten zum Cyber-War gegeneinander, mit dem Ziel der IT-Vernichtung großer technischer Systeme. Das Militär wird zum Web-Administrator.

Version 2: Die schöne neue Internet-Welt der Supermonopolisten: Google, Facebook, Amazon und Apple diktieren privaten und geschäftlichen Nutzern die Bedingungen. Eine sanfte Diktatur, die das User-Volk mit Vorteilen ködert, Arbeitsplätze, Schulen, Krankenversorgung, für alles sorgen die Daten-Kraken. Ein Rundum-glücklich-System, aber fremdbestimmt. Eine Art Kommunismus auf digital.

Version 3: Politische Bewegungen, die Chancengleichheit und Transparenz zum Ziel haben, erobern sich das Netz zurück. Das technische Instrument ermöglicht soziale Vernetzung und politische Partizipation. Kommunikationstechnik, die Diktaturen demokratisiert. Die Internet-Träume der ersten Stunde werden Realität.

Welches Zukunftsszenario hat die höchste Wahrscheinlichkeit?

Rainer Thiem lässt keinen Zweifel, welche Variante er favorisiert. „Ich habe Hoffnung". Gerade in Berlin gibt es mit der Piratenpartei ganz frisch einen parlamentarische Arm der Netz-Demokratisierer. Zu den MdA gehört auch Pavel Mayer aus der Xinnovations-Gründungsriege und sogar der Zeit davor. 1994 stellte er mit Thiem in einer legendären Ausstellung im Bikini-Haus am Zoo das „Fenster ins Netz" vor, der frühe digitale Blick auf die Erde, eine Art Google Earth, bevor es Google überhaupt gab.

Andreas Wiek, Chef der Multimedia-Agentur Art+Com AG, die zu den XML-City-Gründern gehört, findet es bemerkenswert, in welch harmonischer Weise die Xinnovations-Mitglieder über zehn Jahre ihr Netzwerken gestaltet habe. „Viele Firmen tanken sich in diesen Kontakten gegenseitig auf", hat Wiek festgestellt. Auch Rainer Thiems „hervorragende Organisationsarbeit" habe das Ihre dazu beigetragen, dass der Kooperationsverbund nach Auslaufen der Förderphase nicht auseinanderfiel, sondern mehr denn je prosperiert. Das Lob erfolgreichen Netzwerkens ist für Wiek selbst von aktueller Relevanz: seit kurzem führt er das Netzwerk der Berliner Kreativ-Szene „create berlin" als Vorstand mit an.

Im zurückliegenden Jahr hat sich die Mitgliederzahl von Xinnovations um 9 auf jetzt 67 erhöht. Mittlerweile ist der Verbund auch für Akteure außerhalb Berlins interessant. So die e-Learning-Initiative D-ELAN aus Nordrhein-Westfalen oder die Jurasoft AG, ein großer Hersteller von Kanzleisoftware für Rechtsanwälte. „Wir ziehen recht heterogene Gruppen an", erklärt Vereinsvorsitzender Thiem. „Die Mitglieder suchen kein neues Unternehmens-Netzwerk, sondern sie wollen ausdrücklich in einen Innovations-Verbund, in dem Technologietransfer stattfinden kann". Wichtigste organisatorische Innovation von Xinnovation war 2011 der Launch des Always-on-Festivals, das Mobile Web-Anwendungen im Entertainment-Format präsentierte.

Feierlicher Rahmen des Jubiläums wird das traditionelle Sommerfest des Vereins über den Dächern von Berlin im Juni sein. Über die Vereinsmitglieder hinaus werden viele weitere Gäste und Freunde aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft dabei sein.

Xinnovations e. V.

Der Xinnovations e. V. ist ein Zusammenschluss von Unternehmen und Institutionen, die im Bereich internetbasierter Wirtschafts- und Kommunikationsprozesse tätig sind. Der Verein ist 2008 aus dem xmlcity:berlin e. V. hervorgegangen.

Ziel des Vereins ist es, in Berlin ein überregionales Kompetenzzentrum für netzbasierte Informationstechnologien und Anwendungen zu etablieren. Die nachhaltige Vernetzung der Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung, soll neue Allianzen für technologische Innovationen schaffen und die Verwertung von FuE-Ergebnissen über Netzwerke hinweg befördern.

Ein aktuelles Projekt ist Vikora - das Kompetenznetzwerk für Virtuelle Kommunikations- und Arbeitsräume. Vikora wird mit Bundes- und Landesmitteln gefördert. Es soll mit dazu beitragen, die Region Berlin-Brandenburg als Kompetenzzentrum für innovative Kommunikationslösungen zu etablieren. Mitglieder des Kompetenznetzwerks sind: 3-point concepts GmbH, ART+COM AGAM-SoFT GmbH IT-Systeme, ART+COM AG, EsPresto AG, Hoccer GmbH, ncc-media it-projekte, Ontonym GmbH, structura und Xinnovations e. V. (Manfred Ronzheimer, Innomonitor Berlin)

Xinnovations e. V., Kleiststraße 23-26, D-10787 Berlin
Kontakt: Rainer Thiem
Tel.: 030/21001470,
Email: rainer.thiem@xinnovations.org
Internet: http://www.xinnovations.de

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