Kontakte zu künftigen Arbeitgebern geknüpft

Employer Branding als Instrument der Personalgewinnung

(PresseBox) (Heilbronn, ) Sich als Arbeitgebermarke zu präsentieren, steigert die Chancen, erfolgreich Fach- und Führungskräften zu gewinnen. Das haben jetzt Unternehmen aus der Region beim Besuch von 25 Studierenden der GSO Hochschule Nürnberg erfahren. Auf Einladung der Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken GmbH haben die Studenten aus dem Studiengang Maschinenbau sechs Weltmarktführer in der Region kennen gelernt. Fünf davon waren für die Studenten vorher weitgehend unbekannt. Die Mehrzahl der Hochschulstudenten kann sich nun vorstellen, später bei einem der Unternehmen zu arbeiten.

„Die jungen Leute waren sehr überrascht über die hohe Dichte gut geführter, innovativer Firmen in der Region und die Vielzahl leistungsstarker Mittelständler mit weltweiter Präsenz“, sagt WHF-Geschäftsführer Steffen Schoch. Der hohe Automatisierungsgrad der Prozesse, die Professionalität und Arbeitsweise in den Unternehmen, die guten Entwicklungsperspektiven, das sympathische Auftreten der Referenten sowie das familiäre Betriebsklima in den Unternehmen haben die Studierenden beeindruckt. Auch dem ländlichen Charme der Region konnten sie positive Seiten abgewinnen. 22 von ihnen können sich jetzt den Maschinenbauer Bausch + Ströbel in Ilshofen als künftigen Arbeitgeber vorstellen. Bei Audi in Neckarsulm sind es sogar 24, bei der Wirthwein AG in Creglingen 18, der Reisser Schraubentechnik GmbH in Ingelfingen-Criesbach 11, der FIMA Maschinenbau GmbH in Obersontheim 9 und bei der Terex GmbH in Crailsheim immerhin noch 9.

Aus Kontakten werden Arbeitsverhältnisse

Seit über 10 Jahren organisiert die WHF Studentenexkursionen zu führenden Firmen in der Region. Rund 2.500 Studierende haben inzwischen Einblick in die Vielfalt der heimischen Unternehmen gewonnen. Für zirka 15 Prozent der Exkursionsteilnehmer haben sich die entstandenen Kontakte ausbezahlt. Sie arbeiten mittlerweile in einem der besuchten Unternehmen.

Kampf um Talente spitzt sich zu

Für die teilnehmenden Firmen sind die Exkursionen eine gute Gelegenheit, sich bei künftigen Fach- und Führungskräften als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren. „Bis 2015 fehlen allein in der Region Heilbronn Franken rund 2.000 Ingenieure und circa 22.000 Nichtakademiker. Mit zunehmendem demografischem Wandel wird sich diese Situation bis 2020 weiter verschärfen“, sagt Steffen Schoch. Im Kampf um Talente steht die Region mit 100 Regionen in Deutschland und 1.100 Regionen in Europa im Wettbewerb. Qualifizierte Fachkräfte sind mobil und wählen ihren Arbeitsplatz nach den für sie besten Bedingungen aus. Wer sich als Unternehmen international als starke Arbeitgebermarke positionieren kann, ist im Vorteil. „Dass Employer Branding – die Vermarktung eines Unternehmens als Arbeitgebermarke – für die Zukunft von Unternehmen und deren Überleben wichtig ist, das ist in der Region lange Zeit verkannt worden. Inzwischen hat hier ein Umdenken stattgefunden“, erklärt Steffen Schoch.

Unternehmen müssen am Image als Arbeitgeber feilen

Der Maschinenbauer Bausch + Ströbel beispielsweise hatte es sich vor einem Jahr zu leicht gemacht und erkannt: Es genügt nicht, ein paar Studenten mal schnell durchs Werk zu schleusen. Die Beurteilung des Unternehmens durch die Studierenden mit einer Durchschnittsnote von 2,8 war nicht gerade schmeichelhaft. Das Unternehmen belegte damit den letzten Platz unter sechs besuchten Firmen. In diesem Jahr setzte sich Bausch + Ströbel mit einer durchschnittlichen Bewertung von 1,7 an die Spitze der teilnehmenden Unternehmen, noch vor Wirthwein, Reisser und AUDI.

Bestes Ergebnis unter Studierenden in diesem Jahr erzielte bislang Roto Dach- und Solartechnologie in Bad Mergentheim mit der Durchschnittsnote 1,3. Die subjektive Beurteilung der Studenten von der Hochschule Aschaffenburg deckt sich mit dem Ergebnis kritischer Fachleute: Roto ist gerade als beste Fabrik in Deutschland ausgezeichnet worden. „Die Unternehmen sollten deshalb die Beurteilungen der Studenten ernst nehmen und an ihrem Image als Arbeitgeber feilen“, sagt dazu Steffen Schoch.

Augen für unbekannte Region geöffnet

Die Region ist vielen Studenten und potenziellen Fachkräften weitgehend unbekannt. Auch die hier ansässigen Firmen sagen ihnen kaum etwas. Für Fachhochschulstudenten aus Stralsund beispielsweise ist zwar Schunk in Lauffen ein Begriff, von Dieffenbacher aber haben sie noch nie etwas gehört. Umso überraschter waren dann sieben Studenten aus dem Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen von der Fachhochschule Stralsund beim Besuch des global agierenden Maschinenbauers in Eppingen. Danach kam das Unternehmen für alle als künftiger Arbeitgeber in Frage. Ein Umzug vom hohen Norden in den Süden ist für die Studenten kein Problem. Sie gehen dorthin, wo sie Entwicklungschancen sehen, Gestaltungsmöglichkeiten erkennen, Aufstiegsperspektiven bestehen und wo das Umfeld stimmt.

Hochschulnetzwerk vermittelt Fachkräfte, Diplomanden und Praktikanten in die Region

Mit den Studentenexkursionen erreicht die WHF ein wichtiges Ziel im Standortmarketing: Die Region und ihr Potenzial bei der so genannten „kreativen Klasse“ bekannt zu machen. „Die WHF hat über die Jahre hinweg ein weiträumiges Netzwerk unter Hochschulen in Deutschland, der Schweiz, Österreich und den Niederlanden aufgebaut“, sagt Steffen Schoch. Derzeit sind in dem Netzwerk 25 Hochschulen integriert, von Luzern über Linz und Potsdam bis hin zu Stralsund und s’Hertogenbosch. Das Netzwerk wird weiter ausgebaut. Neben den Unternehmensbesuchen werden über das Netzwerk auch sehr erfolgreich Diplomanden und Praktikanten vermittelt.

Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken GmbH

Die Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken GmbH ist die gemeinsame Standortmarktinggesellschaft der IHK Heilbronn-Franken, der Stadt Heilbronn, der Landkreise Heilbronn, Hohenlohe, Main-Tauber und Schwäbisch Hall, des Regionalverband und der Handwerkskammer Heilbronn-Franken.

Unsere Zielsetzung ist es, durch Standortmarketing den Bekanntheitsgrad der Region Heilbronn-Franken zu erhöhen und dadurch Unternehmen und Fachkräfte für die Wachstumsregion Nr. 1 in Baden-Württemberg zu interessieren.

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