Automobilhandel am Scheideweg

Händlerinsolvenzen sollen europaweit steigen

(PresseBox) (Würzburg, ) Nach der Umweltprämie wird das Jahr 2010 kein Zuckerschlecken, sind sich Branchenexperten einig. Das Fachmedium »kfz-betrieb« hat in seiner aktuellen Ausgabe einen Expertenüberblick zusammengestellt: Der Leiter des Instituts für Automobilwirtschaft (Ifa) in Geislingen, Prof. Willi Diez, rechnet aufgrund des Vorzieheffekts der Umweltprämie 2010 mit gerade einmal 2,6 Millionen Pkw-Neuzulassungen in Deutschland. Auch der Präsident des Deutschen Kfz-Gewerbes (ZDK) Robert Rademacher geht davon aus, dass 2010 ein schweres Jahr für die Branche werden wird: "2,8 Millionen Neuzulassungen sind eine vorsichtige Prognose. Das Pendel kann aber auch noch weiter nach unten ausschlagen."

"Insolvenzen hat es im Handel schon immer gegeben. Sie werden sich mit rund drei bis vier täglichen Insolvenzen fortsetzen", glaubt Burkhard Weller. Der geschäftsführende Gesellschafter einer Mehrmarken-Autohausgruppe rechnet allerdings mit einem Rückgang von Neuanfängen und Übernahmen. Die Folge sei eine "natürliche" Konzentration auf größere Verbunde oder starke Einzelstandorte.

Cecra-Präsident Prof. Jürgen Creutzig prognostiziert auch über die deutschen Grenzen hinaus mit einem schrumpfenden Händlernetz: "Wir müssen europaweit mit einer Zunahme der Händlerinsolvenzen und einem Konzentrationsprozess rechnen." Schließlich hätten die Händler im Durchschnitt schon in normalen Zeiten gerade einmal eine schwarz Null geschrieben.

ZDK-Präsident Rademachers Rezept: "So wenig Marken wie möglich, so viele Marken wie nötig." Letztlich, so Rademacher, sei die Zukunft des Mehrmarkenhandels aber entscheidend davon abhängig, wie es in Sachen GVO weitergehen wird. Volumenhersteller wie Ford oder Opel und Importeure wie Toyota betonen stetig, dass der freie Vertragshandel auch in den kommenden Jahren der bevorzugte, beziehungsweise einzige Vertriebsweg bleibe. Auch Volkswagen will sich nach eigener Aussage auf Niederlassungen an strategischen Standorten beschränken. Trotz aller Widrigkeiten zeichnet der ZDK-Präsident hinsichtlich der Zukunft des Automobils und damit auch des Automobilvertriebs ein positives Bild: "Mit dem Automobil verbindet das Gros der Menschen besonders positive Emotionen. Woran man hängt, das teilt man nicht gern mit anderen. Das gilt für den zwischenmenschlichen Bereich wie für das Auto."

»kfz-betrieb« ist das meistgelesene Fachmagazin im Kfz-Gewerbe und informiert seit 98 Jahren den automobilen Handel und Service. »kfz-betrieb« ist offizielles Organ des Deutschen Kfz-Gewerbes (ZDK), der berufsständischen Interessenvertretung für rund 40.000 Autohäuser und Werkstätten. Tagesaktuelle News aus der gesamten Kfz-Branche gibt es unter www.kfz-betrieb.de sowie im täglichen Newsletter. Das Stammhaus Vogel Business Media ist einer der führenden deutschen Fachinformationsanbieter mit rund 100 Fachzeitschriften und 60 Webseiten sowie zahlreichen internationalen Aktivitäten. Hauptsitz ist Würzburg.

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