RFID-Einsatz in Museen - Ende des Dornröschenschlafs?

Reportage von 'RFID im Blick' zeigt Potenziale moderner Multimedia-Anwendungen auf

(PresseBox) (Amelinghausen, ) Die Museenlandschaft ist mittlerweile aus ihrem Dornröschenschlaf erwacht. Moderne Multimediainhalte halten Einzug in die bislang eher konservativ geprägten Gebäude. RFID und Barcodes sind dabei die prädestinierten Technologien, um den Besuchern die multimedialen Zusatzinhalte zu Exponaten drahtlos zu übermitteln. In der sechsseitigen Reportage erläutern Experten der Museums- und Forschungslandschaft gegenüber 'RFID im Blick', inwiefern neue Technologien die Gebäude verändert beziehungsweise technisch erweitert haben und welche Potenziale RFID für Museen bietet.

Alle Themen der Reportage auf einen Blick

- Feature: Auf dem Weg in die Moderne

Laut dem Institut für Museumsforschung verzeichnet Deutschland etwa 6 500 Museumsstandorte. Auf Nachfrage von 'RFID im Blick' erklärt Dr. Stefan Rohde-Enslin, verantwortlich für Digitalisierung und Langzeitarchivierung im Institut, dass bisher nicht erfasst wurde, wie viele Museen bereits auf moderne Identifikationstechnologie – wie RFID – setzen. Im Rahmen von Forschungsprojekten, welche vom am Institut für Wissensmedien in Tübingen realisiert werden, erhalten Sie auf zwei Seiten Einblick über aktuelle multimediale Praxiseinsätze in der Museenlandschaft Deutschlands, unter anderem im Deutschen Museum in München.

- Praxis: Akzeptanztest für RFID-Einsatz in Museen

Im Zuge einer Diplomarbeit des Studiengangs EMTA testete die Abteilung für Tourismusforschung der FH Salzburg ein neues Informationssystem basierend auf der RFID-Technologie. Zielsetzung des Projekts war es, einen Prototypen zu entwickeln, mit dem auch verhältnismäßig kleine Museen die Möglichkeit erhalten sollten, ihre Informationen mit überschaubarem finanziellen Aufwand den Besuchern bereitzustellen. Die Durchführung eines Akzeptanztests sollte Aufschluss darüber geben, ob der Prototyp in der gegebenen Form auch in den Praxiseinsatz überführt werden könne.

- Praxis: Multimediale Eiszeitskelette

Im 2007 geschlossenen Gründungsvertrag haben das Geologisch-Paläontologische Institut und das Institut für Mineralogie der Universität Münster ihre beiden Museen vereinigt. Das neue Museum trägt den Namen Geomuseum und soll im Jahr 2011 mit erheblichem Anteil multimedialer Technologie wiedereröffnen. „Auf Basis der positiven Ergebnisse in der langen Nacht der Museen wird die RFID-Technologie erneut zum Einsatz kommen“, erklärt Museumsleiter Dr. Markus Bertling gegenüber 'RFID im Blick'.

- Praxis: RFID à la Carte

Im Rahmen der Ausstellung 'Koscher und Co.', welche im Jüdischen Museum in Berlin vom Oktober 2009 bis Februar 2010 zu besichtigen war, konnten die Besucher mithilfe von getaggten Plastiklöffeln Essensrezepte sammeln und später von zu Hause aus im Internet abrufen. Personenbezogene Daten wurden laut Projektleiterin Lena Bonsiepen nicht gespeichert. Die Installation erfolgte auf Basis des Kooperationsprojekts Poseidon (Positions- und kontextsensitive Informationssysteme für Museen zur Demonstration des Potenzials der RFID-Technik).

- Praxis: Getaggte Menschenrechte

Rund 20 Stationen des Willy-Brandt-Hauses in Lübeck sind seit Eröffnung mit RFID-Lesesystemen versehen. Dort erhalten die Besucher mit zuvor individuell codierten RFID-Chipkarten weiterführende Informationen in Form von kurzen Filmen oder Audiobeiträgen, indem sie mit ihrer Karte die Lesestationen aktivieren. Aktuell wird der RFID-Einsatz durch einen weiteren Raum erweitert, welcher das Vermächtnis des Willy Brandt darstellt. Die dort befindlichen 30 getaggten Sitzwürfel tragen seitlich in Schlagworten jeweils ein Menschenrecht. Bewegen die Besucher einen der Würfel über das zentral sichtbare Lesefeld, aktivieren sie den für dieses Menschenrecht vorgesehene filmische Angebot.

- Praxis: Auswanderung mit RFID erleben

Die Auswanderung deutscher Emigranten nach Nord- beziehungsweise Südamerika innerhalb von zwei Jahrhunderten sowie die Migration heute sind die zentralen Themen auf rund 2 500 Quadratmetern Fläche im Deutschen Auswandererhaus in Bremerhaven. Als eines der ersten Museen in Deutschland setzte es zur Eröffnung im Jahre 2005 auf ein RFID-gestütztes Besuchersystem. „Unsere Intention war dem Besucher ein mehrsprachiges System zu bieten und die Möglichkeit, Bilder und Informationen aus dem Rundgang speichern zu können“, erläutert Dr. Simone Eick, Direktorin und Geschäftsführerin des Deutschen Auswandererhauses, gegenüber 'RFID im Blick'.

- Forschung: Online-Portale für Meeresmuseen

Im Projekt BalticMuseums 2.0 entwickelt die FH Stralsund mit einem Konsortium von sechs Partnern aus Deutschland, Polen, Litauen und Russland Informations- und Kommunikationsprodukte für Meeresmuseen. Seit Projektstart im Frühjahr 2009 arbeiten vier Meeresmuseen mit der Fachhochschule Stralsund und der Universität Stettin zusammen. In Kürze sollen Praxistests erfolgen. Im Rahmen dieses Systems soll die RFID-Technologie genutzt werden, um ortsbasiert Informationen zu Ausstellungsstücken auf einem tragbaren Gerät zu präsentieren, welches dann je nach Sprachwahl die gewünschten, multimedialen Daten ausgibt.

Weitere Themen der aktuellen Maiausgabe von 'RFID im Blick' und tagesaktuelle RFID-News unter www.rfid-im-blick.de

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