TÜV SÜD: "Prämienknick" gefährdet Ersatzteilversorgung

Retro Classics Stuttgart: Experten diskutieren über Oldtimer-Zukunft

(PresseBox) (Stuttgart, ) Niedrige Emissionswerte, Umweltzonen, fehlende Nachrüstmöglichkeiten, die Abwrackprämie: Young- und Oldtimern geht es scheinbar immer mehr an den Kragen. Neue Gesetze und Regelungen bremsen die Halter historischer Fahrzeuge aus. Was kann man als Oldtimer-Liebhaber tun? Soll der Gesetzgeber das Kulturgut Auto besser schützen? Um diese und andere Fragen kümmern sich die Oldtimer-Experten in diesem Jahr auf der Retro Classics vom 13. bis 15. März in der neuen Messe Stuttgart.

"Verschrottung, HighTech, CO2 - wie gefährdet ist das Kulturgut Auto?" TÜV SÜD-Höhepunkt auf der Oldtimermesse ist in diesem Jahr eine Podiumsdiskussion mit Experten am Freitag, 13. März, 16 Uhr, auf der Showbühne in Halle 1. Zu Themen, die den Besitzern alter Autos besonders unter den Nägeln brennen, hat TÜV SÜD Vertreter führender Oldtimer-Medien, ADAC und aus der Politik eingeladen. Sie diskutieren alle Fragen rund um das Kulturgut Auto und geben einen Ausblick zur weiteren Entwicklung. Welche weiteren Regularien werden noch kommen? Sind Oldtimer wirklich von Umwelt-Gesetzen bedroht? Die Umweltzonen gelten ja nicht für Fahrzeuge mit H-Kennzeichen. Welche Forderungen gibt es an die Politik? Das Motto der Runde: "Verschrottung, HighTech, CO2 - wie gefährdet ist das Kulturgut Auto?"

Vor allem die zur Ankurbelung des Autohandels eingeführte Abwrackprämie könnte zu einer Art Kahlschlag im Segment der Klein- und Mittelklassewagen aus den 90er Jahren führen. "Gerade Fahrzeuge aus den Neunzigern werden nun wegen der Abwrackprämie massenhaft verschrottet", befürchtet Matthias Gerst, Oldtimerexperte bei TÜV SÜD Auto Service. 600.000 Fahrzeuge fielen so aus dem Bestand. "Bei den Young- und Oldtimern werden wir diesen 'Prämienknick' sicher in ein paar Jahren bemerken", so Gerst zu den Problemen der Zukunft.

Weiteres Manko der Abwrackprämie: Durch die massenhafte Verschrottung von Autos, die eigentlich noch in Schuss sind, wird es auch zu Engpässen bei gebrauchten Ersatzteilen kommen. Zwar dürfen die Schrotthändler Ersatzteile vor der eigentlichen Verschrottung abbauen, wirklich rentabel ist das aber nicht in allen Fällen. Gerst: "Sicher werden einzelne namhafte Hersteller die Ersatzteile der Abwrackopfer in den einschlägigen Classic Centern anbieten, bei der breiten Masse der Fahrzeuge wird es aber vermutlich Probleme geben." Beispiel: Steuergeräte. Gerade diese Teile geben den Dienst nach zehn bis fünfzehn Jahren oft auf. "Wenn Sie da keinen Nachschub bekommen, können sie den Youngtimer zur Schrottpresse fahren", erklärt Gerst.

Stichwort Youngtimer: Fahrzeuge, die heute zwischen 20 und 30 Jahre alt sind, wurden in letzter Zeit tatsächlich stärker von Gesetzesänderungen beeinflusst. So entfielen bereits 2007 die sogenannten 07-Kennzeichen, die es Besitzern solcher Autos möglich gemacht hatte, zehn Jahre vorher in den Genuss einiger Vorteile eines zukünftigen Oldtimers zu kommen. Sie werden darüber hinaus besonders von Engpässen bei den Ersatzteilen - hervorgerufen durch die Abwrackprämie - betroffen sein: In Fahrzeugen der Neunziger waren bereits viele elektronische Teile verbaut. ABS, Airbags, Steuergeräte - solche Teile wurden oft nicht nachproduziert. Deswegen sind Youngtimer-Besitzer in besonderem Maße angewiesen auf gebrauchte Teile.

Aber nicht nur um das politische Umfeld in Sachen Oldtimer kümmern sich die Experten von TÜV SÜD. Auf dem Stand, Halle 1, Stand C51 (Eingang Ost), stehen an allen drei Messetagen Spezialisten für Fragen rund um altes Blech und Chrom zur Verfügung. Sie geben Tipps zum Kauf, helfen in konkreten Fällen, die Angaben von Verkäufern zu durchleuchten. Die Fachleute sind mit technischen Tipps und Datenbanken parat, wenn es darum geht, ein altes Fahrzeug wieder aufzubauen, erstellen Gutachten für das H-Kennzeichen oder Wertgutachten. Schmankerl zum Bestaunen und Anfassen auf dem Stand: ein Maserati Biturbo Spyder von 1991.

Weitere Informationen unter www.tuev-sued.de

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