EU und Land fördern den Aufbau innovativer Forschungsfelder an der TU mit 1,8 Mio. Euro - Auftaktveranstaltung am 3. Juli 2009

(PresseBox) (Kaiserslautern, ) Das Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur in Mainz hat im Rahmen des rheinland-pfälzischen EFRE-Programms ein 1,8 Millionen Euro Projekt für die TU Kaiserslautern bewilligt. Die Hälfte dieser Summe erhält die TU aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), die andere Hälfte wird aus Eigenmitteln aufgebracht. Die Gelder dienen dem Ausbau der anwendungsorientierten Forschung am Lehrstuhl für Thermodynamik (LTD) im Fachbereich Maschinenbau und Verfahrenstechnik.

Anlässlich der Bewilligung des EFRE-Projekts findet am Freitag, 3. Juli 2009, ab 11:00 Uhr, Geb. 57, eine Auftaktveranstaltung an der TU Kaiserslautern statt, zu der etwa 70 Teilnehmer aus der Universität und der Industrie erwartet werden (Programm, siehe unten).

Medienvertreterinnen und Medienvertreter sind hierzu herzlich eingeladen.

Das bewilligte EFRE-Projekt "Kompetenzaufbau in innovativen industriell relevanten Feldern der Thermodynamik an der TU Kaiserslautern" ermöglicht dem Leiter des LTD, Prof. Dr.-Ing. Hans Hasse, den Aufbau von gleich drei neuen innovativen Arbeitsfeldern: der Prozessthermodynamik, der Molekularen Thermodynamik und der Biothermodynamik. Diese sollen mit dem schon bestehenden Schwerpunkt Stoffdatenthermodynamik vernetzt werden. Die Mittel stellen über drei Jahre Personal- und Sachmittel für den Aufbau des Projekts sicher, das eine nachhaltige Stärkung der Verfahrenstechnik an der TU Kaiserslautern bedeutet.

Prof. Hasse erläutert: "In der Erforschung von Stoffdaten komplexer Mischungen hat die Thermodynamik in Kaiserslautern dank der Arbeiten meines Vorgängers, Prof. Maurer, weltweit einen hervorragenden Ruf. Das neue EFRE-Projekt erlaubt es uns, diese Kompetenz deutlich auszubauen. Wir wollen aber in Zukunft deutlich weiter gehen: basierend auf Kenntnissen des physikalischen und chemischen Verhaltens von Stoffen lassen sich heute modellgestützt am Rechner neue verfahrenstechnische Prozesse entwickeln.
Solche Arbeiten setzen aber ein gut ausgestattetes Labor und eine gesunde Infrastruktur für die Prozessmodellierung und -simulation voraus. All dies können wir jetzt auf einem international wettbewerbsfähigen Stand aufbauen".

Im Bereich der Modellierung und Simulation will Prof. Hasse auch ganz neue Wege gehen: "Die Ingenieure haben sich bislang zu wenig um den molekularen Aufbau der Materie gekümmert. Mit molekularen Simulationen lassen sich heute viele technisch relevante Probleme lösen, bei denen klassische Ansätze versagen", so Hasse. Letztlich soll mit den EFRE Mitteln auch das Arbeitsgebiet Biothermodynamik ausgebaut werden. Dabei geht es am LTD vor allem um die Grundlagen der Aufarbeitung von Wirkstoffen, zum Beispiel von Antikörpern, wie sie in der Krebstherapie eingesetzt werden. Bei ihrer Herstellung spielt die Reinigung eine zentrale Rolle, sie zu verstehen und die Trennprozesse in Zukunft modellgestützt auslegen zu können, ist das Ziel der Forschung am LTD.

Die Arbeiten am LTD zielen letztlich alle auf Anwendungen in der Industrie.
Dies drückt sich auch durch zahlreiche Kooperationen des LTD mit in- und ausländischen Unternehmen aus. Mit dem neuen EFRE Projekt wird die anwendungsorientierte Forschungskompetenz des Lehrstuhls nachhaltig gestärkt. Leistungsfähige Netzwerke mit zusätzlichen Partnern können aufgebaut werden.

Staatssekretär Michael Ebling aus dem Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur zeigte sich überzeugt, dass hier hervorragende Voraussetzungen für eine zielgerichtete und innovationsorientierte Verbund- und Auftragsforschung zum Nutzen der Wissenschaft und der Wirtschaft geschaffen würden. Darüber hinaus freue ihn als Bildungs- und Wissenschaftsstaatssekretär besonders, dass durch den engen Kontakt zu rheinland-pfälzischen Firmen bereits frühzeitig eine umfassende und praxisorientierte Nachwuchsförderung stattfinde. "Denn gut ausgebildete Fachkräfte sind eine zentrale Ressource, worin eine große Chance für den Forschungs- und Technologiestandort Rheinland-Pfalz liegt".

Rheinland-Pfalz ist einer der wichtigsten Standorte der chemisch-verfahrenstechnischen Industrie in Deutschland. Die zahlreichen großen und kleinen Firmen im Land, allen voran die BASF Ludwigshafen und Boehringer Ingelheim, sind wichtige Arbeitgeber und für die Entwicklung der ganzen Region von zentraler Bedeutung. Durch die Stärkung anwendungsorientierter Forschung und Technologie in Rheinland-Pfalz wird auch die internationale Wettbewerbsposition des Standortes langfristig gesichert.

Staatssekretär Ebling verwies in diesem Zusammenhang auf die bereits enge Zusammenarbeit von Hochschulen, Forschungsinstituten und Unternehmen in der Region Kaiserslautern bei der Entwicklung neuer Produkte, Verfahren und Dienstleistungen. "Erst die Verknüpfung von Grundlagen-, Anwendungs- und Auftragsforschung kann den wissens- und technologiebedingten Schub hervorrufen, den wir brauchen, um hochwertige Arbeitsplätze zu sichern und zu schaffen". Aus diesem Grund, so der Staatssekretär, sei es - ganz im Sinne des EFRE-Programms - ein entscheidendes strategisches Ziel, Forschungs- und Technologiekompetenzen im Land anwendungsorientiert weiterzuentwickeln und über einen gezielten Wissens- und Technologietransfer der rheinland-pfälzischen Wirtschaft zur Verfügung zu stellen. Hierbei leiste das EFRE-Projekt einen essentiellen Beitrag.

Einladung Auftaktveranstaltung zum EFRE-Projekt:
Kompetenzaufbau in innovativen industriell relevanten Feldern der
Thermodynamik an der
TU Kaiserslautern

Freitag, 3. Juli 2009, ab 11:00 Uhr
TU Kaiserslautern
Rotunde, Gebäude 57
Programm

Begrüßung durch Herrn Prof. Dr. Burkard Hillebrands
Vizepräsident für Forschung und Technologie der TU Kaiserslautern

Grußwort von Herrn Staatssekretär Michael Ebling,
Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur des Landes
Rheinland-Pfalz

Grußwort von Herrn Prof. Dr.-Ing. Martin Strohrmann,
Senior Vice President, BASF SE, Ludwigshafen

Festvortrag von Herrn Prof. Dr.-Ing. Hans Hasse, TU Kaiserslautern,
"Thermodynamik: Wissenschaft für Innovation"

Mittagsimbiss

Besichtigung der Labors des Lehrstuhls für Thermodynamik

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