Thüringer Archäologieausstellung in Krakau eröffnet

Staatssekretär Eberhardt: "Spektakuläre Ausgrabungsergebnisse"

(PresseBox) (Erfurt, ) Am heutigen Mittwoch hat Thüringens Kultusstaatssekretär Kjell Eberhardt im Rahmen der Reise des Thüringer Ministerpräsidenten Dieter Althaus (beide CDU) nach Krakau anlässlich des 10-jährigen Bestehens der Partnerschaft zwischen Malopolska und dem Freistaat die Ausstellung "Ausgrabungen an linearen Großprojekten in Thüringen" eröffnet.

Staatssekretär Eberhardt sagte im Archäologischen Museum in Krakau: "Denkmalschutz ist ein Kulturauftrag. Er bedeutet, Respekt und Rücksichtnahme gegenüber den vielfältigen Facetten und Traditionen unserer Kultur zu üben. Unsere Denkmallandschaft verfügt über ein außergewöhnliches Potenzial. Sie ermöglicht aufgeklärte Erinnerung und Verständnis für unsere kulturelle Herkunft. Sie ist damit zugleich eine Grundlage für Zukunftsgestaltung. In diesem Wissen sind Polen und Deutsche verbunden. Man kann hier in Krakau einen realen Einblick gewinnen von der Größe der Aufgabe in der Denkmalpflege, aber auch vom hohen Können der polnischen Denkmalpfleger und Restauratoren. Wir freuen uns sehr, diese im Rahmen der bedeutenden Bauprojekte nach der Vollendung der deutschen Einheit durchgeführten Forschungen und die daraus entstandene Ausstellung hier in Krakau, einer 'Hochburg der Denkmalpflege', präsentieren zu können. Im Vordergrund der Ausstellung stehen teilweise spektakulären Ausgrabungsergebnisse wie das Grab eines spätneolithischen 'Würdenträgers' von Apfelstädt mit zwei goldenen Lockenringen, die zu den ältesten Edelmetallfunden Mitteleuropas zählen. Oder das 'Bernsteinhaus' von Wangenheim, das nicht nur den Bernsteinhandel zwischen dem Ostseeraum und dem südlicheren Europa belegt, sondern vor allem erstmalig auch dessen Verarbeitung im Mittelgebirgsraum während der Eisenzeit. Von besonderer Bedeutung war die Ausgrabung der germanischen Siedlung von Frienstedt nahe Erfurt. Diese erbrachte allein so viele 'Importfunde' aus dem Römischen Reich wie andernorts ganze Kreise oder gar Bundesländer zusammengenommen haben. Bei Sondershausen fanden sich schließlich mehrere, sehr reich ausgestattete christliche Adelsgräber der Merowingerzeit auf einem Friedhof des 7. bis 8. Jahrhunderts. Die Ausstellung traf sowohl in Deutschland als auch in Budapest im vergangenen Jahr auf viel Interesse. Ich bin überzeugt, auch in Krakau wird diese Präsentation einen interessanten Einblick in die Thüringer Denkmallandschaft und Denkmalpflege vermitteln können. Ich danke allen, die am Zustandekommen der heutigen Ausstellung Anteil haben: unseren Gastgebern in erster Linie, aber auch dem Thüringischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie."

Im Rahmen der Verkehrsprojekte Deutsche Einheit wurden nach der Festlegung des Trassenverlaufs und dem Baubeginn in der zweiten Hälfte der 90-er Jahre bis über das Jahr 2002 hinaus zahlreiche archäologische Rettungsgrabungen durchgeführt, um germanische und keltische Fundstellen wissenschaftlich aufzunehmen, zu dokumentieren und die Funde zu sichern. Aus der Intention heraus die Gesamtanstrengungen der Rettungsgrabungen und ihre Ergebnisse der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, entstand die Ausstellung "Ausgrabungen an linearen Großprojekten in Thüringen", die in Texten und Grafiken die Gesamtproblematik Großwegebau in Thüringen rekonstruiert, verständlich darstellt und gleichzeitig Funde und deren zeitliche Ein- und Zuordnung präsentiert. Nach seinem EU-Beitritt steht auch Polen vor ähnlichen archäologischen Herausforderungen.

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