Restrukturieren trotz neuer sozialer Medien?

TMA diskutiert neue industrielle Revolution I Neue Perspektiven für marktferne Bereiche der Wertschöpfungskette / Klassische Pförtnerfunktion der Medien wird obsolet

(PresseBox) (Frankfurt a.M. / Köln, ) Mitglieder der Turnaround Management Assocation (TMA) Deutschland, des Berufsverbands der Restrukturierungs- und Sanierungsexperten, haben auf ihrem monatlichen Treffen über die die Bedeutung sozialer Netzwerke, über Chancen und Risiken bei Restrukturierungs- oder Sanierungsprojekten diskutiert.

Der Kölner Medienanwalt Christian Solmecke (Wilde Beuger Solmecke) und Professor Dr. Klemens Skibicki, Professor für Marktforschung und Marketing an der Cologne Business School, informierten über die neue industrielle Revolution durch soziale Netzwerke, facebook, twitter oder You Tube, "dem größten Bewegtbild-Sender der Welt".

Geringe Kommunikations- und Transaktionskosten

Skibicki verwies auf die Entstehung von facebook: "An amerikanischen Universitäten sind Jahrbücher Tradition. Jeder Student wird dort mit seinem Portrait, mit seinem Gesicht abgebildet. Bis vor wenigen Jahren mussten die Absolventen ihre Jahrbücher mühsam aktualisieren. Heute aktualisiert jeder sein Profil, seinen Werdegang selbst." Die Kommunikations- und Transaktionskosten seien gering. Hätten es die technischen Möglichkeiten ermöglicht, "dann hätten die Menschen das schon immer gemacht."

Skibicki verwies auf die neuen Möglichkeiten, den Dialog "entlang der gesamten Wertschöpfungskette, auch in marktfernen Bereichen wie Forschung und Entwicklung" mit Kunden zu führen. Dies bedeute gerade für Restrukturierungen und Sanierungen von Unternehmungen, für die Marktforschung, für Forschung, Entwicklung und Anwendung und somit für die Geschäftsplanung eine neue Qualität. "Die DNA der Unternehmen wurde geprägt im Zeitalter klassischer Massenkommunikation, sie wird sich ändern müssen", so Skibicki.

Solmecke informierte die neuen rechtlichen Rahmenbedingungen, von der Impressumspflicht, über belastbare Nutzungsbedingungen bis hin zu Lizenz- und Urheberrechtsfragen über die neuen Rahmenbedingungen, mit denen sich Unternehmen konfrontiert sehen.

Pförtnerfunktion der Medien wird obsolet

Soziale Netzwerke eröffnen auch neue Möglichkeiten im Dialog mit den Mitarbeitern. Führungskräfte, die sich bislang auf Herrschaftswissen stützten, werden als "Gatekeeper" obsolet. Gleiches gelte für die klassischen Medien. "Sie brauchen keinen Journalisten mehr, der die Verbindung zur Öffentlichkeit herstellt, der das Programm strukturiert und als Pförtner fungiert, welche Nachrichten mit welcher Tonalität in die Wohnzimmer dürfen." Das Privileg der Medien, "an Millionen zu senden" sei hinfällig.

Solmecke verwies auf die mannigfaltigen Herausforderungen und rechtlichen Fallstricke für "Social Media Guidelines" in Unternehmen. "Das geht weit über den Datenschutz hinaus", so Solmecke.

Der Medienanwalt, der seine berufliche Karriere als Journalist begann, verwies auf "Social Media Monitoring". "Viel genauer und viel schneller als bislang kann ein Chief Restructuring Officer heute die Stimmungslage bei Mitarbeitern und Kunden erfassen, verstehen und managen", so Solmecke. "Für das Zuhören und Verstehen sind heute bereits CLO's - Customer Listening Operators - zuständig."

Neben generellen Fragen - "Wenn alle in eine Richtung rennen, dann läuft erfahrungsgemäß etwas falsch" - wurden auch die Risiken der "schönen neuen Welt" diskutiert. Restrukturierungs- und Sanierungsprojekte können an Indiskretionen, an Halbwahrheiten scheitern.

"Wir bewegen uns im Spannungsfeld zwischen bislang nicht gekannter Transparenz und der Lizenz zum Lügen", fasste Dr. Frank Nikolaus, Vorsitzender des Präsidiums der TMA, die Diskussion um Kommunikationsrisiken im Zuge des Risikomanagements zusammen. "Wir müssen uns im Berufsverband der Restrukturierer und Sanierer intensiv mit den neuen sozialen Medien auseinandersetzen. Unser Berufsbild ist zu einem großen Teil von Erfahrung, von strukturierten Prozessen geprägt. Wir werden offensichtlich Restrukturierungen und Sanierungen neu denken müssen, wenn wir Unternehmen operativ nachhaltig helfen wollen."

Die Turnaround Management Association (TMA) Deutschland

Im Rahmen der Vorgaben der TMA Turnaround Management Association, Chicago (USA), hat sich die Gesellschaft für Restrukturierung - TMA Deutschland e.V. zum Ziel gesetzt, in dem Bereich der Unternehmensrestrukturierung und -sanierung sowie der sanierenden Unternehmensinsolvenzen in der Bundesrepublik Deutschland unterstützend tätig zu werden und die internationale Zusammenarbeit ihrer derzeit über 200 Mitglieder sowie deren Fortbildung zu fördern.

Weitere Informationen unter www.tma-deutschland.org
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