Fonds der Chemischen Industrie fördert Elektrochemie der TU Ilmenau

(PresseBox) (Ilmenau, ) Die Technische Universität Ilmenau erhält vom Fonds der Chemischen Industrie 10.000 Euro für neue Geräte zur Verbesserung der Ausbildung in der Elektrochemie, insbesondere bei der Entwicklung hocheffizienter Lithium-Ionen-Akkus. Die finanzielle Zuwendung ermöglicht es dem Fachgebiet Elektrochemie und Galvanotechnik, einen so genannten Batteriezyklierer und einen Dispergator, ein Werkzeug zum Mischen von Elektrodenmaterialien, anzuschaffen. Dadurch wird es den Studierenden verschiedener Fachrichtungen ermöglicht, eigenständig hochmoderne Lithium-Ionen-Akkus herzustellen und zu untersuchen. Die Entwicklung und Erprobung neuartiger Materialien in Forschung und Lehre der TU Ilmenau tragen dazu bei, Lithium-Ionen-Akkus mit gesteigerter Leistungsfähigkeit, erhöhter Energiedichte und Lebensdauer zu entwickeln.

Die Medien sind herzlich zur Scheckübergabe am 21. August um 11 Uhr an die TU Ilmenau eingeladen (Arrheniusbau, Raum 103, Gustav-Kirchhoff-Str. 6, Ilmenau).

Die Umstellung der Energieversorgung in Deutschland auf erneuerbare Energien und das Ziel der Bundesregierung von einer Million Elektrofahrzeugen im Jahr 2020 erfordert innovative elektrochemische Energiespeicher wie Lithium-Ionen-Akkus. Damit die Chemieausbildung mit den Anforderungen der Wirtschaft und mit modernen Entwicklungen in der Elektrochemie Schritt hält, fördert der Fonds der Chemischen Industrie, das Förderwerk des Verbandes der Chemischen Industrie, den wissenschaftlichen Nachwuchs in Deutschland und die Entwicklung und Einführung neuer Lehrinhalte im Chemiestudium. So hatte das Fachgebiet Elektrochemie und Galvanotechnik der TU Ilmenau unter der Leitung von Professor Andreas Bund bereits im vergangenen Jahr 29.000 Euro für einen neuen Messplatz erhalten, der nun Studierenden der Studiengänge Werkstoffwissenschaft, Biotechnische Chemie und Regenerative Energietechnik zur Verfügung steht. Die erneute Förderung des Verbandes der Chemischen Industrie verdeutlicht nicht nur, wie wichtig das Thema Elektrochemie für die Wirtschaft ist, Prof. Bund versteht sie auch als Wertschätzung des Verbandes für die hohe Ausbildungsqualität an der TU Ilmenau: "Unsere Universität gehört zu den wenigen deutschen Hochschulen, die einen Schwerpunkt auf Elektrochemie und Galvanotechnik setzen, und das sowohl in der Forschung, als auch in der Ausbildung. Andere Universitäten lehren diese Fächer eher als Randdisziplinen innerhalb eines Chemie- oder Werkstoffwissenschaftenstudiums."

Der deutschlandweit einzigartige Masterstudiengang Elektrochemie und Galvanotechnik, in dem Studierende ein umfassendes Verständnis für elektrochemische Vorgänge erhalten, wurde zum vergangenen Wintersemester an der TU Ilmenau eingeführt. Von der Förderung des Fonds der Chemischen Industrie profitiert nun ein Praktikum, bei dem im Labor Lithium-Ionen-Akkus nach dem heutigen Stand der Technik hergestellt und untersucht werden. In dem Studium werden neben aktuellen Themen zur elektrochemischen Energiespeicherung und Energiewandlung auch klassische Technologiefelder wie Oberflächentechnik und Korrosionsschutz gelehrt und erforscht, so dass den Studierenden ein weites Feld an zukunftsträchtigen Berufen offen steht.

Im Bereich der Galvanotechnik findet seit Anfang dieses Jahres an der TU Ilmenau das internationale Forschungsprojekt Alti2De ("Alternative coatings to cadmium and hard chromium with potential for 2nd generation developments") statt. Gemeinsam mit acht Forschergruppen aus Deutschland, Belgien und Polen entwickelt die TU Ilmenau bis Ende kommenden Jahres neue Materialbeschichtungen für die Luft- und Raumfahrt. Diese Anwendungsbereiche stellen sehr hohe Anforderungen an die Härte der eingesetzten Materialien, an ihren Verschleißschutz und ihre Korrosionsbeständigkeit. Derzeit werden Materialbeschichtungen auf Basis von Cadmium und Chrom-Cadmium verwendet, die allerdings in hochgiftigen und krebserregenden Elektrolytbädern hergestellt werden. Im Alti2De-Projekt arbeitet die TU Ilmenau an Bädern und neuen Verfahren, die mit der ab 2016 gültigen europäischen Gesetzgebung für Chemikalien (REACh) vereinbar sind. Da die Materialien sich beispielsweise in Flugzeugen, also in Anwendungen mit höchsten Sicherheitsanforderungen, wiederfinden werden, liegt die Messlatte bei den Forschungs- und Entwicklungsarbeiten sehr hoch. Die neuen Schichten müssen mindestens so hart sein wie konventionelle Materialien und sie müssen ihre Korrosionsbeständigkeit und Abriebfestigkeit in strengen technologischen Tests unter Beweis stellen können. Die Forschungsergebnisse werden künftig nicht nur für die Luft- und Raumfahrt von Interesse sein, sondern auch für andere Wirtschaftsbranchen, etwa die Automobilindustrie.

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