Seltene Erden: Chinas Rohstoffpolitik gefährdet Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Optischen Industrie

SPECTARIS unterstützt Kritik von Bundeswirtschaftsminister Brüderle / "Preis und Menge werden künstlich verknappt"

(PresseBox) (Berlin, ) Der Industrieverband SPECTARIS unterstützt die Kritik von Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle an der chinesischen Rohstoffpolitik. Der Verband befürchtet für die Unternehmen der Optischen Industrie erhebliche Wettbewerbsnachteile durch Chinas künstliche Verknappung der so genannten Seltenen Erden. Die Bestandteile der Seltenen Erden, die zu 97 Prozent aus China stammen, sind gerade für die optische Industrie häufig unerlässlich. Lanthan etwa wird zur Herstellung hochwertiger optischer Gläser mit hohem Brechungsindex benötigt. Die Glasindustrie weltweit nimmt ca. 10 Prozent der Lanthan-Fördermenge in Anspruch. "Die deutschen Hersteller dieser Gläsern konnten in der jüngsten Vergangenheit nur einen Bruchteil dieses Bedarfs decken", beklagt SPECTARIS-Geschäftsführer Sven Behrens.

Der Verband kritisiert, dass die chinesische Regierung sei Juli 2010 eine Drosselung der Exporte seltener Erden um 72 Prozent durchgesetzt hat, die durch staatlich kontrollierte und verkaufte Exportlizenzen durchgesetzt werde. "Die Materialien sind also nicht per se knapp, sondern werden künstlich verknappt", so Behrens. Die Preise auf dem internationalen Markt würden nicht auf der Materialebene, sondern durch den Preis der notwendigen chinesischen Exportlizenz in die Höhe getrieben. Als Folge davon sind die Preise für Lanthan nach der Entscheidung Chinas von etwa zehn Dollar pro Kilogramm auf zunächst 35 Dollar und aktuell auf rund 90 Dollar gestiegen. Selbst zu diesen hohen Preisen seien die verfügbaren Mengen auf dem Markt stark eingeschränkt. "Zahlreiche optische Gläser enthalten bis zu 50 Prozent Lanthan. Die drastisch gestiegenen Herstellkosten bedeuten erhebliche Wettbewerbsnachteile gegenüber chinesischen Mittbewerbern", unterstrich der SPECTARIS-Geschäftsführer. Diese erhalten die Seltenen Erden nämlich zu Vorzugskonditionen. Ein solches "Double Pricing" müsse untersagt und die WTO-Regeln entsprechend angepasst werden.

Dabei ist für deutsche Unternehmen nicht nur der direkte Zugang zum chinesischen Rohstoffmarkt entscheidend. Viele deutsche Unternehmen der optischen Industrie beziehen Komponenten, die Seltene Erden enthalten, aus anderen Ländern. Damit ist der Zugang zu Seltenen Erden auch für diese Länder von zentraler Bedeutung.

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