Das Ferne in die Nähe holen: Freizeit-Trend "Natur" macht Ferngläser für größeren Nutzerkreis attraktiv

Markt für Qualitätsferngläser wächst - Digiscoping macht das Fotografieren kleinster Motive aus der Entfernung möglich

(PresseBox) (Berlin, ) Ferngläser und Fernrohre sind nicht nur für den Jäger oder den Ornithologen, der sich auf die Suche nach seltenen Vogelarten begibt, interessant. Der Trend zur aktiven Freizeitgestaltung in der Natur macht die so genannten Fernoptiken für einen immer größeren Nutzerkreis attraktiv. In Deutschland werden nach Angaben des Industrieverbandes SPECTARIS jährlich 400.000 Ferngläser im gehobenen Segment verkauft. Thorsten Kortemeier, Vorsitzender der Fachgruppe Fernoptik bei SPECTARIS, schätzt, dass weltweit etwa vier Millionen Ferngläser und einrohrige Spektive abgesetzt werden, die Mehrzahl davon im Billigsegment bis 50 Euro. "Da kann man zwar auch durchsehen, aber ein Seh-Erlebnis bieten die Gläser nicht", meint Kortemeier.

Was sind die Qualitätsunterschiede?

Ein besonderer Qualitätsunterschied zwischen Ferngläsern ergibt sich aus der Vergütung, einer speziellen Veredelung der Linsen- und Prismenkörper, bei der durch Aufdampfen hauchdünner Schichten auf die optischen Glasteile die Lichtdurchlässigkeit maximiert und störendes Streulicht minimiert werden. Moderne, gut vergütete Ferngläser lassen bis zu 95 Prozent des einfallenden Lichtes durch. Auch das kommt dem Naturfreund besonders im Dämmerlicht zugute, denn mit guter Transmission liefert ein Fernglas selbst bei geringen Lichtverhältnissen, scharfe und kontrastreiche Bilder. Die optischen Präzisionsgeräte werden um immer mehr elektronische Funktionen ergänzt und verbessert: Ferngläser mit Stabilisatoren gleichen "Wackler" der Hand aus und moderne Lasertechnik ermöglicht eine exakte Entfernungsbestimmung zum beobachteten Objekt.

Wie ein Fernglas funktioniert

Ähnlich einem Fotoobjektiv nimmt ein Fernglas oder Spektiv das Licht durch ein Linsensystem auf und erzeugt im Fernglas ein kleines, auf dem Kopf stehendes Bild des beobachteten Gegenstandes. Ein Prismensystem, auch Umkehrprisma genannt, bringt das Bild durch mehrfache Spiegelungen in eine aufrechte Position. Das dritte Element ist das Okular. Es hat die Funktion vergleichsweise einer Lupe, mit der das Auge das Zwischenbild vergrößert betrachten kann. Somit ist das Fernglas ein wertvolles Instrument, mit dem man die Leistungsfähigkeit des menschlichen Auges verstärken kann.

Für die unterschiedlichen Anwendungsgebiete und deren spezifischen Bedarfe werden verschiedene spezielle Fernglasmodelle angeboten. Von Taschenferngläsern zum Wandern und Beobachtungen bei Tageslicht bis hin zu Ferngläsern für anspruchsvolle Detailbeobachtungen, auch bei schlechten Lichtverhältnissen, beispielsweise bei der Jagd. Die Kennzeichnung der unterschiedlichen Typen erfolgt durch eine Zahlenkombination aus Vergrößerung und Objektivdurchmesser, zum Beispiel 8x56. Bei diesem Modell handelt es sich um ein großes, leistungsstarkes Fernglas mit achtfacher Vergrößerung und einem Objektivdurchmesser von 56 Millimetern. Mit dem großen Objektiv kann dieses Fernglas viel Licht des Gegenstandes erfassen und ermöglicht dadurch auch Beobachtungen in der Dämmerung. Die Leistungsfähigkeit eines Fernglases bei schlechten Lichtverhältnissen wird mit der Dämmerungszahl ausgedrückt, die sich aus der Vergrößerung und dem Objektivdurchmesser errechnet. Je größer also der Durchmesser des Objektivs ist, desto mehr kann man noch im Dämmerlicht erkennen. Ein typisches Glas für den hellen Tag ist dagegen z. B. ein Modell 8 x 30. Kennzeichnend für Taggläser sind kleine Objektivdurchmesser, etwa im Bereich von 20 bis 32mm.

Digiscoping ermöglicht neue Aufnahmemöglichkeiten für den Naturfotografen

Eine interessante Nutzungsmöglichkeit für die Fernoptiken ist das Digiscoping, auch Digiskopie genannt. Die Verbindung von Fernoptik und Digitalkamera, mit Hilfe eines Adapters, ermöglicht Fotografen exzellente Detailaufnahmen aus großer Entfernung. Was sonst nur ein hochwertiges Teleobjektiv mit passendem Telekonverter leistet, welches bis zu 7.000 Euro kosten kann, geht nun auch mit einem Fernglas bzw. Spektiv, das man außerdem auch zur Beobachtung benutzen kann. Allerdings ist das Digiscoping unter den Naturfotografen noch wenig bekannt. "Höchstens zehn Prozent aller Fernglas- und Spektivbesitzer nutzen auch einen Adapter für eine Digitalkamera", so Kortemeier.

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