Modernes Software-Engineering: Sparkassen Informatik industrialisiert den Entwicklungsprozess

(PresseBox) (Frankfurt, ) • Umstellung auf Portaltechnolgie kennzeichnet erfolgreich vollzogenen Paradigmenwechsel
• Flexible Integration von Geschäftsprozessen über SOA
• Entwicklungsvorsprung dank strukturierter Vorarbeiten


Die Sparkassen Informatik, Frankfurt, betreut als IT-Dienstleister 229 Sparkassen. Rund 125.000 Menschen arbeiten mit den Systemen der Sparkassen Informatik in den Geschäftsstellen der Sparkassen. Am 26. September 2005 brachte 2005 brachte der IT-Dienstleister die Migration auf die prozessorientierte Gesamtbanklösung OSPlus (O-ne System Plus) ein Jahr vor dem geplanten Projektende zum Abschluss: Mehr als die Hälfte der deutschen Sparkassen mit einem Marktanteil von 25 Prozent im gesamten Retail-Banking Markt arbei-ten damit auf Basis einer offenen und flexiblen Gesamtbankarchitek-tur. Die Modernisierung der IT-Landschaft begann der IT-Dienstleister bei den Kernbanksystemen und führte den Prozess systematisch vom Backend bis zum Frontend fort. Dabei etablierte er industrielle Standards in der Softwareentwicklung. So können bankfachliche Funktionen in Komponentenbauweise an verteilten Standorten entwickelt und flexibel in hoch komplexe Anwendungs-landschaften eingebunden werden. Mit dem Start der Einführung der strategischen Web-Frontend-Technologie OSPlus-Portal im Frühjahr 2005 wird die Sparkassen Informatik auch die Frontend-Entwicklung vollständig auf komponentenbasierte Entwicklung umstellen und zeichenorientierte Oberflächen ersetzen. Dabei steht die schnelle und bedarfsgerechte Unterstützung der Geschäftsprozesse der Kunden im Vordergrund.

Bereits im Jahr 1999 begannen die Vorgängerunternehmen der Sparkas-sen Informatik in einer Entwicklungskooperation mit der Erneuerung ihrer Kernbanksysteme und der Schaffung einer modernen, Service-orientierten Anwendungsarchitektur. Dabei begannen sie nicht an der Oberfläche, sondern griffen tief in die Backend-Systeme der Kernanwen-dungen ein und schufen einen Baukasten an bankfachlichen Funktionen. Die aus der Kooperation hervorgegangene und durch die Sparkassen Informatik weiterentwickelte prozessorientierte Gesamtbanklösung OSPlus mit ihrer sicheren und offenen Architektur entstand in einer kon-sequent komponenten-basierten Entwicklungsweise. Ihre zentrale Integra-tionsplattform "Dynamische Schnittstelle" ermöglicht es eigenen Entwick-lern und Marktpartnern, mehrere hundert bankfachliche Funktionen le-send und schreibend realtime aufzurufen und flexibel in ihre Anwendun-gen zu integrieren. Am Sparkassen-Front-End ist zudem die Integration externer Prozesse über die Service-orientierte Architektur möglich. Ge-schäftsprozesse externer Partner lassen sich dadurch über die standardi-sierte Integrationsplattform "Inter-Kommunikations-Komponente" (IKK) als Enterprise Service Bus (ESB) dynamisch mit dem Front-End-Layer ver-knüpfen.

Die in 2004 gestartete Umstellung der Oberflächenentwicklung auf die strategische Web-Frontend-Technologie OSPlus Portal stellt einen wichti-gen Schritt in der Evolution der Anwendungs- und Systemarchitektur dar. Bereits im Frühjahr 2005 sind mehrere Hundert Web-basierte Oberflä-chenkomponenten zur Geschäftsprozessunterstützung in Produktion ge-gangen. Zum Ende des Jahres 2005 wird sich die Anzahl bereits verdop-peln und durchgängig eine Vielzahl von Geschäftsprozessen abdecken.


Industrialisierung des Entwicklungsprozesses

Der von der Sparkassen Informatik vollzogene Paradigmenwechsel (weg von den Anwendungssilos hin zu einer Service-orientierten Architektur zur durchgängigen Geschäftsprozessunterstützung) in der Softwareentwick-lung erforderte in der Praxis strukturierte Vorarbeiten und ein ingenieur-mäßiges Vorgehen. Der gesamte Entwicklungsprozess wurde dabei nach Prinzipien ausgerichtet, die bereits aus der Industrie bekannt sind. Denn so wie etwa Komponenten für den Airbus an verschiedenen Standorten gefertigt, "just-in-time" geliefert und schließlich an zentraler Stelle zu-sammengefügt werden, geht der IT-Dienstleister bei der Entwicklung hoch komplexer bankfachlicher Applikationen ganz ähnlich vor. Elementare Voraussetzung für diese Form des Software-Engieneerings ist die sorgfäl-tige Dokumentation sämtlicher Komponenten in einem zentralen Reposi-tory sowie ein systematisches Qualitätsmanagement in Form eines hoch effizienten, automatisierten Software-Testings. Denn eine Wiederverwen-dung und Montage von Komponenten zur Geschäftsprozessunterstützung setzt ein Wiederfinden und dokumentierte Schnittstellen voraus.

Ganz wie in der Industrie ist bei einem derartigen Entwicklungsprozess absolute Präzisionsarbeit erforderlich, da sich sämtliche Komponenten nahtlos ineinander fügen müssen. Der Aufwand für die Implementierung entsprechender Planungs- und Kontrollverfahren sowie der dazu erforder-lichen Tools hat sich für den IT-Dienstleister schnell amortisiert. Denn neben einer deutlich verkürzten Time-To-Market-Spanne und einer ge-stiegenen Softwarequalität ermöglicht ihm dies eine höchst präzise Auf-wandsschätzung bei anstehenden Entwicklungsprojekten.

Entwicklungsvorsprung bei Gesamtbankarchitektur

Dank der so etablierten Software-Engineering-Verfahren konnte die Spar-kassen Informatik ihren Entwicklungsvorsprung bei Standardsoftware für das Retailbanking in den letzten Jahren weiter ausbauen. Bereits im Jahr 2002 stellte sie auf dieser Basis über 500 bankfachliche Funktionen als Web Services bereit, die sich flexibel in eigene Anwendungen und Part-nerapplikationen integrieren lassen.

Heute lässt der IT-Dienstleister Softwarekomponenten an verschiedenen Standorten entwickeln oder kauft Standardlösungen vom Markt hinzu. Die so genannte "JAVA-Werkbank" unterstützt die Entwickler beim Design und der Implementierung der Komponenten und ermöglicht bereits in der fachlichen Spezifikation auf Basis des Repositorys die Montage einzelner Funktionen zu vollständigen Geschäftsprozessen. Aufgrund der durch-gängigen Unterstützung des Entwicklungsprozesses ist die Aktualität und Dokumentation der entwickelten Software gewährleistet. Auch für spätere Aufwandschätzungen bei Änderungen an Komponenten sind wichtige Informationen ableitbar: Welche Oberflächenkomponente ist in welchem Geschäftsprozess integriert. Welche bankfachlichen Funktionen werden von welchen Oberflächenkomponenten genutzt und nutzen welche tech-nischen Funktionen, Copystrecken und physischen Datenbanken zur Per-sistenzierung. Bei der Wiederverwendung von Komponenten steigt die Abhängigkeit der Komponenten untereinander. Dieses führt zu mehr Komplexität und höheren Testaufwänden. Durch automatisierte Regressi-onstests hat die Sparkassen Informatik erfolgreich diesem Trend entge-gengewirkt und die Testaufwände bei einer höheren Testfallabdeckung reduziert.

Sparkassen Informatik

Die Sparkassen Informatik mit Sitz in Frankfurt am Main ist der größte IT-Dienstleister der Sparkassen in Deutschland und einer der größten IT-Dienstleister in der europäi-schen Finanzbranche. Sie betreut 229 Sparkassen in Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Deren kumulierte Bilanzsumme beträgt 529 Milliarden Euro. Damit zählt das Unternehmen rund 50 Prozent aller deutschen Spar-kassen mit etwa 8.000 Geschäftsstellen und mehr als 125.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu ihren Kunden. Rund 165.000 kunden- und mitarbeiterbediente DV-Geräte sind im Einsatz.

Darüber hinaus erbringt die Sparkassen Informatik Leistungen für weitere Unterneh-men der S-Finanzgruppe wie Landesbausparkassen und Versicherungen. Das Ange-bot umfasst das gesamte IT-Spektrum – von der Entwicklung und Bereitstellung von IT-Anwen¬dungen, Netzwerken und technischer Infrastruktur über den Rechenzent-rumsbetrieb bis hin zu Beratung, Schulung und Support. Mit der flexiblen, offenen und integrationsfähigen Gesamtbanklösung OSPlus stellt das Unternehmen bereits heute ein IT-System für rund ein Fünftel des gesamten deutschen Retailbanking-Marktes.

Die Sparkassen Informatik übernimmt den Service für 64,7 Millionen Konten; jährlich werden auf den Systemen des Unternehmens 29,9 Milliarden technische Transaktio-nen durchgeführt. In der Sparkassen Informatik arbeiten 2.525 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – neben Frankfurt am Main an den Standorten Duisburg, Fellbach, Karlsru-he, Köln, Mainz, Münster und Offenbach. Die Betriebserträge im Jahr 2004 betrugen 700 Millionen Euro.

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