Handys, T-Shirts und Fahrzeugteile auf dem Prüfstand

Dresdner Fraunhofer-Spin-off SCUS prüft Produkte und Verpackungen und optimiert sie in Zusammenarbeit mit den Herstellern

(PresseBox) (Dresden, ) Jeder Mensch in Deutschland besitzt im Durchschnitt 10 000 Dinge. Täglich begegnen uns die ver-schiedensten Gegenstände mit den unterschiedlichsten Funktionen. Doch ein Aspekt findet im Alltag kaum Beachtung: Dass die Dinge so funktionieren, wie sie funktionieren ist nicht zuletzt eingehenden und gründlichen Prüfverfahren zu verdanken. Wer möchte schon, dass sein Handy kaputt geht, wenn es versehentlich zu Boden fällt? T-Shirts sollten keine toxischen Reaktionen hervorrufen, wenn Textilmaterial, Schweiß und Deo zusammenkommen. Besonders wichtig ist die Sicherheit von Autos, Zügen und Flugzeugen - alle Bauteile vom Motor über Reifen und Triebwerke bis hin zu mikroelektronischen Schaltungen müssen 100-prozentig zuverlässig sein. Das SCUS Servicecenter Umweltsimulation setzt Gegenstände klimatischen und mechanischen Belastungen aus, um deren Tauglichkeit und Qualität zu prüfen. Darüber hinaus berät und optimiert das vom Deutschen Akkreditierungsrat zertifizierte Unternehmen zusammen mit seinen Kunden deren Produkte.

Die SCUS Servicecenter Umweltsimulation GmbH führt mechanische und klimatische Produkt- und Verpackungsprüfungen durch. Um die Belastbarkeit verschiedenster Gegenstände zu ermitteln, werden diese beispielsweise in Klimakammern Temperaturen von -60 bis 180 Grad Celsius ausgesetzt. Auch Vibrationen, vertikale und horizontale Stöße können simuliert werden, so zum Beispiel der freie Fall aus einer Höhe von bis zu vier Metern. Vor allem Produkte aus der Automobil- und Verkehrsbranche, aus Luft- und Raumfahrt, aus dem Solargewerbe und dem Pharmabereich aber auch aus der Mikroelektronik werden bei SCUS künstlichen Umwelteinflüssen unterworfen und so auf ihre Qualität und Sicherheit hin getestet. So wurde die neue Bugnase des Velaro RUS (ein Hochgeschwindigkeitszug für die Russische Eisenbahn) von der SCUS auf ihre Schwingungsbelastbarkeit geprüft. Der Zug fährt 250 km/h schnell, und ist aufrüstbar auf 300 km/h. Für den Airbus A380 erprobten die Ingenieure Materialien und Bauteile der Innenausstattung. Bei Ihrer Tätigkeit werden sie immer wieder mit überraschenden Problemstellungen konfrontiert. So üben beispielsweise Pfennigabsätze von Schuhen eine hohe punktuelle Kraft aus. Dieser Umstand führt dazu, dass eine Bodenvariante für den Flugzeuginnenausbau, die für alle anderen Schuhe geeignet wäre, dieser enormen Kräftewirkung nicht standhalten würde.

Wichtig ist den Gründern des Unternehmens, über die reine Prüfdienstleistung hinauszugehen und stattdessen mit dem Kunden gemeinsam die Prüfparameter festzulegen. Die Frage, was der Kunde erreichen will, steht stets am Anfang, schließlich können verschiedene Ziele Motivation für die Prüfung sein: eine möglichst lange Haltbarkeit des Produkts, die Reduktion des Materialeinsatzes bei gleichbleibender Qualität, bessere Qualität als das Konkurrenzprodukt, gesetzliche Zulassung oder eine möglichst kostengünstige Verpackung, die dennoch keine Transportschäden nach sich zieht. Die Fragen sind häufig komplex, da auch tangierende und übergeordnete Prozesse berücksichtigt werden müssen. So untergliedert sich der Verpackungsaufwand beispielsweise in Materialkosten und den Aufwand für Personal und Maschinen im Rahmen des Verpackungsprozesses. Die Betrachtung einer einzigen Stellschraube ist hier wenig hilfreich. Die Kooperation mit dem Fraunhofer-AVV macht es möglich, auch Problemstellungen, die in sehr komplexe Systeme verwoben sind, zu lösen. Dadurch entsteht eine Durchgängigkeit von Produkt, Verpackung und Maschine, die einmalig in Europa ist. Neben dem Prüfergebnis erhält der Kunde auch eine Empfehlung, wie der Gegenstand oder die Verpackung optimiert, bzw. kosteneffizienter produziert werden kann. Er wird in den Prozess mit eingebunden und begleitet die Versuche häufig persönlich. Nebenbei wird er geschult und vermeidet so zukünftige Entwicklungsfehler.

SCUS GmbH

Die SCUS Servicecenter Umweltsimulation GmbH wurde am 05. Oktober 2007 gegründet. Mit Hilfe der Fraunhofer-Venture-Gruppe, konnte sich das Spin-off des Fraunhofer-Anwendungszentrum für Verarbeitungsmaschinen und Verpackungstechnik AVV innerhalb von nur einem Jahr erfolgreich auf dem Markt etablieren. Seit dem 01.06.2008 ist der fließende Übergang der Gründer von der SCUS Abteilung des AVV in die SCUS GmbH vollständig abgeschlossen. Die beiden Ingenieure blicken zusammen auf eine 20-jährige Erfahrung im Prüfwesen zurück. Die enge Zusammenarbeit zwischen dem Fraunhofer-Anwendungszentrum und der SCUS GmbH bleibt bestehen und ermöglicht dem Unternehmen, seinen Kunden einen in Europa einmaligen, ganzheitlichen Service anzubieten.

Am 06.04.2008 erhielt die SCUS GmbH die Akkreditierung durch den DAR (Deutscher Akkreditie-rungsrat) DAP-PL- 4267.00. Das Unternehmen ist redundant ausgerüstet. Zudem werden immer mehr externe Beratungen in frühen Stadien des Entwicklungsprozesses der Produkte durchgeführt.

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