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Walter-Reis-Innovationspreis - Sieger 2008 gekürt

(PresseBox) (Obernburg, ) Auf der AUTOMATICA in München wurden die Sieger des "Walter Reis - Innovation Award for Robotics" ausgezeichnet. Der Förderpreis wurde nach 2006 zum zweiten Mal für Entwicklungen im Bereich der Robotertechnik ausgeschrieben.

Walter Reis, Gründer und Inhaber der Fa. Reis Robotics in Obernburg, hat sich mit dem Innovationspreis für Robotik zum Ziel gesetzt, interessante Neuentwicklungen in der Robotertechnologie zu forcieren, herausragende Arbeiten zu würdigen und durch Preise zu prämieren.

Vor allem in Deutschland ist großes Know-how in der Roboter- und Robotersteuerungstechnik vorhanden. Aufbauend auf diesem Potential hat sich Walter Reis seit 2006 zum Ziel gesetzt einen Anreiz zu schaffen, Entwicklungen auf dem Feld der Robotertechnik nach vorne zu treiben. Heute werden in allen industriellen Fertigungsprozessen rationelle und kostengünstige Methoden genutzt, um Arbeitsplätze auch in den europäischen Hochlohnländern erhalten zu können. Die Anwendung von Robotern beschränkt sich heute nicht nur auf automatische Fertigungsprozesse, sondern ist ebenso in Einsatzfällen vorteilhaft, bei denen der Werker durch Assistenzroboter unterstützt wird.

Walter Reis hat den Preis, der mit insgesamt 24.000 Euro dotiert ist, in drei verschiedenen Themenfeldern international ausgeschrieben. Zusätzlich wurde in diesem Jahr ein Sonderpreis "Regenerative Energie" vergeben.

Die Anzahl der Bewerber hat sich gegenüber dem Jahr 2006 erfreulich erhöht, so dass die Juroren aus einer Vielzahl von interessanten Bewerbungen, die nominierten Preisträger auswählen konnten. In der Jury haben Hubert Waltl, Leiter Werkzeugbau bei AUDI AG, Heinz-Dieter Schunk, Inhaber der Schunk GmbH & Co. KG in Lauffen, Prof. Dr.-Ing. Rolf Dieter Schraft, ehem. Leiter des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) in Stuttgart, Prof. Dr.-Ing. Friedrich Behr, LIZA, ehem. Thyssen Krupp Steel AG/Thyssen Automotive, Bochum und Dr. Eberhard Kroth, Geschäftsführer bei Reis Robotics in Obernburg, mitgearbeitet.

Prämiert wurden Entwicklungen in drei Themenfeldern: Neue Anwendungen für Roboter in industriellen Fertigungsprozessen, Innovationen im Bereich Servicerobotik und Innovationen der Kinematik, der Steuerung und der Antriebstechnik für Roboter. In diesen drei Themenbereichen wurden insgesamt sechs Arbeiten prämiert. Die ersten Preise wurde mit einem Preisgeld in Höhe von 4.000 € und die zweiten Preise mit 2.500 € bedacht. Der Sonderpreis Photovoltaik wird mit einem Preisgeld in Höhe von 4.500 € prämiert.

Den Sonderpreis 2008 "Regenerative Energie" erhielten Dr. Marc Köntges und Dipl. Ing. Maren Gast vom Institut für Solarenergieforschung in Hameln für ihre Idee "Rückseitenkontaktsolarzellen mittels Roboter direkt auf dem Laminat zu verbinden".

Der 1. Preis in der Kategorie "Neue Anwendungen für Roboter in industriellen Fertigungsprozessen" wurde an Dipl.-Math. Techn. Thomas Ledermann, Dipl.-Ing. Martin Naumann und Dr.-Ing. Johannes Wößner vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) in Stuttgart vergeben. Das von dieser Forschergruppe bearbeitete Verfahren zum spannungsfreien Verkleben von Dichtungsprofilen ermöglicht das automatisierte Fügen selbstklebender elastischer Profile an PKWs. Dieses Verfahren basiert auf dem Grundprinzip, dass Spannungen in der Gummidichtung kurz vor der Verklebestelle gemessen und vom Roboter durch die Adaption der Vorschubgeschwindigkeit ausgeregelt werden. Der 2. Preis in dieser Kategorie ging an Dr. Andreas Plaas-Link von der inventions.de GmbH. Hr. Dr. Plaas-Link hat einen Formschluss-Greifer entwickelt, der sich selbsttätig an die Form des Bauteils anpasst und somit sehr flexibel im Automatisierungs- und Transportbereich eingesetzt werden kann.

Im Themenfeld "Innovation im Bereich Servicerobotik im industriellen Umfeld" erhielten Dipl. Inf. Daniel Eck und Prof. Dr. Klaus Schilling von der Universität Würzburg, Informatik VII den ersten Preis. Ihre Arbeit behandelt die "Teilautonome Steuerung und Wegeplanung für Roboterfahrzeuge in Notfalleinsätzen". Die Nutzung von Roboterassistenzfahrzeugen bei gefährlichen Katastropheneinsätzen erfordert, dass die Fahrzeuge leicht fernzusteuern und leicht zu transportieren sind. Bei dem an der Universität Würzburg entwickelten Outdoor-Roboter Merlin wurde ein Fahrerassistenzsystem integriert. Das Fahrerassistenzsystem stellt verschiedene Funktionalitäten zur Verfügung, so zum Beispiel die Hindernisvermeidung, die autonome Rückkehr zum Ausgangspunkt und das selbständige Abfahren eines vorher geplanten Weges.

Im Themenfeld Servicerobotik wurde der zweite Preis zweimal vergeben. Prämiert wurde die Arbeitsgruppe von Herrn Dr. Markus Schwarz vom Labor für Biomechanik und experimentelle Orthopädie an der Universitätsklinik in Mannheim.

Die Gruppe um Herrn Dr. Schwarz hat ein handgehaltenes Operationsrobotersystem, das die spezifischen Vorteile von Robotik und computerunterstützter Navigation mit manuellen Methoden verbindet. Alle Störbewegungen aus der Hand des Bedieners, Bewegungen des Patienten und vom System selbst ausgelöste Vibrationen werden bei diesem System in Echtzeit kompensiert. Hierbei wird der wesentliche Vorteil, der Präzision der robotischen Maschine kombiniert mit der Tatsache, dass der Arzt die volle Kontrolle über die Operation behält.

Ein weiterer zweiter Preis ging an die Arbeit von Dipl. Ing. Harald Staab und Dipl. Ing. Arne Rost vom Fraunhofer Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) in Stuttgart zum Thema "Biomechanische Roboterkinematik ISELLA mit neuartigen Muskelantrieben".

Dieser neuartige muskelähnliche Antrieb höchster Leistungsdichte basiert auf einem sehr einfachen Wirkprinzip. Er besteht aus einer hochflexiblen Flechtschnur mit hoher Bruchlast und einem hochwertigen Elektromotor, der die Schnur von beiden Seiten gleichzeitig durch Drehung der Motorwelle aufwickelt. Bezüglich Kraft und Geschwindigkeit ist der daraus resultierende Muskel vergleichbar mit den Skelettmuskeln von Wirbeltieren. Muskeln dieser Art können besonders in der Prothetik eingesetzt werden, da sie bezüglich Gewicht, Antriebsleistung und Steifigkeit vergleichbar sind mit den Gliedmaßen beim Menschen.

Im Themenfeld "Innovation der Kinematik, der Steuerung und der Antriebstechnik für Roboter" erhielt die Bewerbung von Dipl. Ing. Ulrich Munzert und Dipl. Ing. Wolfgang Vogl vom Institut für Werkzeugmaschinen und Betriebswissenschaften der Technischen Universität München den ersten Preis. Die beiden Wissenschaftler haben ein intuitives, aufgabenorientiertes System zur Vereinfachung der Programmierung und zur Verbesserung der Taktzeit von Roboteranwendungen entwickelt. Der von Herrn Vogl und Herrn Munzert vorgestellten Innovation liegt die Kernidee zugrunde, die Programmieraufgabe zunächst maschinenneutral zu beschreiben. Darüber hinaus wurde für eine effiziente und intuitive Bearbeitung der Programmieraufgabe am realen Bauteil, insbesondere für die Definition der Schweißnähte ein interaktives Projektionssystem entwickelt. Mit diesem System kann der Benutzer 3-D-Geometriedaten in die Umgebung projizieren und diese mittels eines 3-D-Taststiftes interaktiv bearbeiten. Das von Herrn Munzert und Herrn Vogl vorgestellte Verfahren ist besonders für Programmieraufgaben beim Remote-Laserstrahlschweißen geeignet.
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