Jose Lorente bringt als neuer Präsident von O-I Europe viele Erfahrungen mit

(PresseBox) (Düsseldorf, ) Jose Lorente, ehemals Regionalpräsident von O-I Lateinamerika, ist seit dem 31. März 2009 neuer Präsident von O-I Europe. Jose Lorente ist dem Präsidenten der Global Glass Operations, Rich Crawford, unterstellt und für Rentabilität und Wachstum in Europa sowie die Förderung von Marketing und Innovationen verantwortlich.

Der Nachfolger von Jean-Marc Arrambourg arbeitet seit 30 Jahren für O-I und bringt eine Fülle an Erfahrungen hinsichtlich Mitarbeiterführung, strategischem Denken, Teambildung und Marketing mit. Als Regionalpräsident für Lateinamerika hat Jose Lorente mit seinem Team den dortigen Marktanteil durch Gewinnoptimierung, Effizienzsteigerung und Hunderte neuer Produkte vergrößert. Er war beim Aufbau von Kundenbindungen führend beteiligt. Produktlinien der wichtigsten Kunden wurden in seiner Zeit auf Glasverpackungen umgestellt.

"Jose Lorentes Kompetenz und internationale Erfahrung ist für das europäische Team sehr wertvoll", so Rich Crawford. "Unter seiner Leitung hat das lateinamerikanische Team mit den Schwerpunkten auf Profitsteigerung und betriebliche Spitzenleistungen hervorragende Arbeit geleistet. Wir sind sicher, dass das europäische Team mit ihm äußerst erfolgreich sein wird."

Jose Lorente kam 1979 als Ingenieur zu O-I und besetzte Positionen in Vertrieb, Marketing und Fertigung. Er war Vizepräsident Vertrieb und Marketing in Venezuela sowie General Manager in Brasilien.

Interview mit Jose Lorente, O-I Präsident Europe

F: Willkommen bei O-I Europe. Was sind die Ziele für das Unternehmen unter Ihrer Führung?

A: Besonders zwei Ziele: Wachstum und das Schaffen von richtigen Voraussetzungen für den Erfolg des Teams.
Das europäische Team ist neu. Der Zusammenschluss erfolgte erst vor drei Jahren und das Team hat einen "Riesen" umgestaltet. Jetzt haben wir Leute aus Italien, Frankreich, Belgien, Großbritannien, Lateinamerika und vielen anderen Ländern in diesem Team. Ihre Schwerpunkte lagen auf:
- Mögliche Synergien aus Konsolidierungen
- Eingliederung
- Sicherstellung, dass alles in die O-I-Strategie passt.
Mein Ziel ist es, aus diesen Mitarbeitern ein richtiges Team zu formen, welches an Glas und seine Wachstumsmöglichkeiten glaubt und alle seine Anstrengungen darauf ausrichtet.
Ich muss diese Leute zusammenführen, ihre Handlungsweisen und Einstellungen angleichen und dafür sorgen, dass sie sich öffnen, sich gegenseitig akzeptieren und sich helfen können. Ich muss herausfinden, wie ich Talente ausmachen kann, um den Wandel zu fördern und die nächste Generation aufzubauen.

F: Welche Erfahrung bringen Sie für diese Aufgabe mit?

A: Ich würde sagen, vor allem umfassende Erfahrung in der Glasindustrie.
Ich habe im Jahr 1978 als Auszubildender bei O-I's Werk in Sao Paulo angefangen. Ich war Maschinenbauer und habe außerdem einen Bachelor-Abschluss in Betriebswirtschaft.
Nach drei Jahren in der Fertigung bin ich in den Vertrieb gewechselt. Zunächst war ich zwei Jahre Vertriebsvertreter, danach Vertriebsleiter, bevor ich in das Management wechselte. Ich wurde Direktor für die Bereiche Vertrieb und Marketing am Standort Sao Paulo. 1985 bin ich nach Rio de Janeiro gezogen. Zu dieser Zeit war dort die O-I Zentrale. Ich übernahm eine Reihe von Führungsaufgaben in den Bereichen Vertrieb, Marketing und Absatzplanung.
1990 bin ich nach Caracas gezogen, um dort als stellvertretender Firmenchef für Vertrieb und Marketing Venezuela tätig zu werden. Ich hatte erwartet, einige Jahre zu bleiben, verbrachte aber schließlich insgesamt sechs dort und hatte eine großartige Zeit. 1996 bin ich als stellvertretender Firmenchef für die Bereiche Vertrieb und Marketing nach Brasilien zurückgekehrt. 1999 wurde ich Landesmanager für Brasilien und 2006 Firmenchef für Lateinamerika.

F: Welche Unterschiede haben Sie zwischen O-I hier und in Lateinamerika bemerkt?

A: Flaschen herzustellen und zu verkaufen sieht überall auf der Welt ziemlich gleich aus. Die Unterschiede liegen in den Absatzmärkten und in den Einstellungen der Verbraucher.
In Lateinamerika gibt es einen geringen Glas-pro-Kopf-Verbrauch und somit eine große Wachstumschance für den Markt. In Europa gibt es hingegen fast den höchsten Glas-pro-Kopf-Verbrauch der Welt.
Deshalb sollten wir die Glas-Sparte schützen und das Wachstum fördern. Um dies zu tun, müssen wir die Leistung der Produkte, die in Glas verpackt sind verbessern, und die Entwicklung neuer Produkte vorantreiben.

F: Wie kämpft O-I gegen die Konkurrenz durch andere Materialien?

A: Es geht darum, unseren Kunden ein attraktives Nutzenversprechen innerhalb eines angemessenen Zeitraumes zu unterbreiten. Hinsichtlich der möglichen Gefahr, Geschäft an alternative Verpackungsmaterialien zu verlieren, haben wir in Europa immer noch Arbeit vor uns. Wir müssen unseren Kunden das innovative Nutzenversprechen (Innovation Value Proposition), dass ihnen bei der Produktdifferenzierung und Marktpositionierung hilft, näher bringen.

F: Also glauben Sie, dass es gute Marktchancen für Glasverpackungen gibt?

A: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um eine Wachstumsstrategie durchzuführen. Wir haben eine ähnliche Wachstumsstrategie in Lateinamerika unter dem Namen DDG (Double digit growth) vorangetrieben. Wir werden dasselbe hier machen, aber wohl unter einem anderen Namen. Wie bereits gesagt, handelt es sich hier um einen sehr ausgereiften Glasmarkt; in Lateinamerika gibt es viel mehr Wachstumschancen.
Wenn man die Qualität der Mitarbeiter hier berücksichtigt, sollte die Strategie leicht von dem Team aufgenommen und umgesetzt werden können.
Wir haben eine Vielzahl an Möglichkeiten in allen unserer fünf Bereiche:
- Im Weinsegment: Fördern der Produktdifferenzierung
- Im Spirituosesegment: mit unterschiedlichen Formen und Farben
- Im Biersegment: praktische Verpackungen und einheitliche Verpackungslösungen entwickeln, die u.a. drucksensitive Labels beinhalten, die den Wert der Verpackung bei den Verbrauchern erhöhen
- Im Lebensmittelsegment: hier gibt es großartige Möglichkeiten, um neue Produkte zu entwickeln
- Im alkoholfreien Getränke-Segment: hier können wir unseren Kunden helfen, mit Glas den Gesundheitsaspekt ihrer Produkte zu kommunizieren.
Es gibt enorme Möglichkeiten, den Wert aus Konsumentensicht zu vergrößern und unseren Kunden dabei zu helfen, mehr Geld mit ihren Produkten zu verdienen.

F: Ich kann mir vorstellen, dass Kunden hellhörig werden, bei der Idee, dass O-I ihnen hilft, Geld zu verdienen. Wie möchten Sie hier vorgehen?

A: Eines ist gewiss - wir tun es nicht, indem wir Glas wie eine Massenware behandeln.
Wir sind Teil einer logischen Kette und wenn gute Produkte entwickelt werden, wird der Wert gesteigert. Nehmen wir einen typischen Aspekt der Bierindustrie: Wir müssen die Erwartungen der Konsumenten verstehen und diese in einen Wert für unsere Kunden umwandeln. Wir werden Befragungen vornehmen lassen und deren Ergebnisse in Ideen umsetzen, die zu unseren Kunden passen, so dass wir ihnen Produkte liefern können, die sich von denen unterscheiden, die wir derzeit anbieten.
Alle Produkte haben einen Lebenszyklus. Deswegen müssen wir ständig neue Entwicklungen auf den Markt bringen, die für die Verbraucher einen Mehrwert darstellen. Nur so wird O-I bevorzugter Partner werden. Deswegen müssen wir unsere design- und glaswissenschaftlichen Möglichkeiten noch weiter vorantreiben sowie unsere Vorzüge hinsichtlich Umwelt, Gesundheit und Reinheit in einer Weise hervorheben, die dem Verbraucher Glauben schenken.

F: Wie hat sich der Glasmarkt verändert, seitdem Sie bei O-I angefangen haben?

A: Es geht noch weiter zurück als bis dahin. Glas gibt es seit tausenden von Jahren und die Grundzüge der Industrie wurden vor Jahrhunderten gelegt. Als die Menschen von Bauernhöfen in Städte zogen, entstand die Frage, wie Lebensmittel geschützt werden könnten. Glas spielte bei diesem Veränderungsprozess eine große Rolle.
Als die ersten Fabriken gebaut wurden, vor der Konzernbildung der letzten Jahre, basierte die Vorgehensweise der Industrie auf einem strategischen Herstellungskonzept. Eine Fabrik wurde in der Nähe gebaut, um einen genau definierten Wunsch des Marktes zu bedienen - ein klares Arbeitsmodell wurde entwickelt.
Seitdem ist jedoch der Anteil anderer Materialien stärker geworden und oft an Stelle des Glases getreten. Die Industrie hat sich nicht schnell genug weiterentwickelt.
Jetzt steht O-I als Marktführer vor der Aufgabe, eine andere Strategie einzuführen. Nämlich die Differenzierung anzubieten.

F: Welche Gefahren sehen Sie für O-I?

A: Die Größte ist vermutlich, dass die gesamte Glasindustrie als eher veraltet wahrgenommen wird. Dominique Tombeur hat ein paar andere Akteure dieser Industrie mit Dinosauriern verglichen. Ich möchte nicht, dass O-I mit diesen Unternehmen verglichen wird.
Die Wachstumsstrategie basiert darauf, dass wir handeln, um die Initiative auf dem Markt zu übernehmen. Die Glasindustrie muss sich grundlegend verändern. Darüber hinaus ist es wichtig, dass der Marktführer hierbei als Vorbild fungiert. Andere Unternehmen werden dem entweder folgen oder weiter erstarren.

F: Teilen Sie die Ansicht, dass die Wirtschaftsverbände mehr tun müssen?

A: Die Verbände leisten als Vermittler zwischen Zulieferern, Glasherstellern, Fabrikanten und der Regierung gute Arbeit. Wir müssen zusammenarbeiten, um den Glasmarkt für uns alle zu schützen und ihm zu Wachstum zu verhelfen.
Die aktuelle FEVE-Kampagne "Friends of Glass" beginnt zu zeigen, dass die Industrie den Verbraucher ernst nimmt. Jedoch ist dies nur ein Anfang: Wenn die Industrie diesen Weg nicht gemeinsam weiter verfolgt, sind wir gut vorbereitet, es selbst zu tun.

F: Können Sie uns ein bisschen mehr über sich erzählen?

A: Ich bin Brasilianer, geboren und aufgewachsen in Sao Paolo. Meine Frau und ich haben zwei Söhne, acht und 21 Jahre alt. Der Ältere studiert Maschinenbau in Sao Paolo, genau wie sein Vater.
Meine Frau spricht Englisch, Portugiesisch, Spanisch und fließend Französisch, was in der Schweiz eine große Hilfe sein wird. Ich spreche Portugiesisch, Spanisch und Englisch.

F: Und zum Abschluss: wie würden Sie die Aufgaben zusammenfassen, die vor Ihnen liegen?

A: Wir sind auf dem Lebensmittel- und Getränkemarkt aktiv. Jeder Verbraucher wird seinen Magen mit Essen und Getränken füllen. Also ist die Frage, wie groß wird unser Anteil davon sein?
Wir werden bei unseren Kunden mit Gesundheit, Attraktivität und zusätzlichem Wert werben.
Meine Frage an O-I ist folgende: Wenn wir in der Vergangenheit unseren Kunden neue Produkte und Ideen näher gebracht haben, bin ich mir dennoch nicht sicher, ob wir es zur gleichen Zeit richtig gemacht haben. Es gibt sicherlich noch Platz für Verbesserungen und ich sehe eben hier unsere Zukunft.

O-I Sales & Distribution Germany GmbH

Täglich werden Millionen Menschen auf der ganzen Welt mit Konsumgütern in Verpackungen des O-I Konzerns versorgt. Das Unternehmen ist der führende Hersteller von Glas-Verpackungen in Europa, Nordamerika, im Asien-Pazifik-Raum und in Südamerika. Die zu 100 Prozent recycelbaren Produkte aus dem Hause O-I garantieren für die darin abgefüllten Lebensmittel ausgezeichneten Geschmack und absolute Reinheit sowie optische Attraktivität und Wertigkeit. Der 1903 gegründete Konzern beschäftigt heute über 23.000 Mitarbeiter und verfügt über 80 Werke in 22 Ländern. Der Umsatz im Geschäftsjahr 2008 betrug insgesamt 7,9 Milliarden US-Dollar.

Mehr Informationen stehen unter http://www.o-i.com zur Verfügung.

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