Datenschutzskandal bei Gesundheitskarte vorprogrammiert

Daten könnten auch von China aus geknackt werden - "Patientendaten werden zu astronomischen Preisen gehandelt" - dezentrale Speicherung als Ausweg

(PresseBox) (München / Karlsruhe, ) Datenschützer stufen die künftige Gesundheitskarte weiterhin als zu unsicher ein und kritisieren besonders die zentrale Speicherung der Informationen. „Wenn sich die Daten in 80 Millionen Geldbeuteln befinden, stellen sie ein weniger interessantes Angriffsziel dar als wenn sie in einer zentralen internetbasierten Infrastruktur gespeichert werden“, sagte Thomas Maus, Sicherheitsexperte an der Uni Karlsruhe, dem Computerportal PC-Professionell.de. Er fügte hinzu: „Die könnte ja sogar von China aus aufgebrochen werden.“

Die gegenwärtige Debatte um die richtige Verschlüsselung sei nach seiner Ansicht nur ein Ablenkungsmanöver, sie erwecke den Eindruck, „dass man ja nur ein kleines technisches Detail ändern muss, bevor das große Projekt endlich wieder volle Fahrt aufnehmen kann.“ Gerade durch die zentrale Speicherung der Daten müssten Versuche einkalkuliert werden, an die Informationen illegal heranzukommen. „Patientendaten werden zu astronomischen Preisen gehandelt. Es besteht die Gefahr, dass Daten per Schadsoftware gelöscht werden. Wir müssen weiter damit rechnen, dass Kriminelle versuchen werden, Erpressungsversuche zu starten, indem sie die Daten manipulieren oder die zentrale Infrastruktur lahmlegen. Sollte das passieren, wird die Bundesregierung den Begriff »internationaler Terrorismus« völlig neu definieren lernen“, erklärte Maus. Als Lösung empfahl der Experte eine dezentrale Lösung: „Wenn sich die Patientendaten in 80 Millionen Brieftaschen befinden, müssen nicht so gigantische Ansprüche an die Sicherheit gestellt werden, wie wenn die Daten rund um die Uhr in einer zentralen Infrastruktur im Internet abgerufen werden können.“

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