Streusalzwagen in Turin: Mit Windows Embedded vom Kraftprotz zum Schlaumaier

(PresseBox) (Unterschleißheim, ) Für viele Kommunen in Europa förderten die schneereichen Winter 2009/2010 ein Dilemma ans Licht, das auch andernorts genau verfolgt wurde: Der Mangel an verfügbarem Streusalz war die Ursache für Strassenglätte, chaotische Verkehrssituationen und zahlreiche Unfälle. Als vielen Kommunen in Europa das Streusalz ausging, explodierte der Preis: Mancherorts von 60 € pro Tonne auf über 100 €. Verständlich, dass vielen Steuerzahlern die Lust auf den unfreiwilligen Wintersport gründlich "versalzen" wurde. Im vergangengen Winter meldeten viele Kommunen und Gemeinden bereits Mitte Dezember Engpässe im Salzvorrat.

Zur gleichen Zeit, aber völlig unabhängig von der Streusalzkrise, hatten Forscher bei Microsoft Italien bei der Europäischen Kommission ein neues Projekt namens "Golden Ice" eingereicht: Die Aufsichtsbehörde für das europäische Galileo Projekt war auf der Suche nach innovativen Anwendungen für Galileo, dem europäischen Gegenstück zum amerikanischen GPS Navigations-System. Neue Ideen sollten vorgestellt und prämiert werden.

Das eingereichte Projekt zeigt, wie man den Winterdienst mit Hilfe von intelligenten Systemen effizienter betreibt und Einsparungen von bis zu 30% im Streusalzverbrauch erzielen kann.

Paolo Mulassano, ein für das Microsoft Innovation Center of Torino verantwortlicher Elektroingenieur beim Istituto Superiore Mario Boella, war bereits in Gesprächen mit Giletta SpA, einem Hersteller von Winterdienstfahrzeugen, als die Anfrage der EU eintraf.

"Der Firmenchef, Enzo Gilleta, hatte tolle Ideen, wie man die kraftstrotzenden Schwerlastfahrzeuge zu intelligent systems umbauen könnte", sagt Mulassano. "Di pesante a pensante", also weg von "schwer" und hin nach "smart". Das war die Idee für die EU-Anfrage. Wie können wir die äußerst genauen Ortungsangaben von Galileo nutzen, um Streusalz gezielt einzusetzen?" Dazu muss man wissen: In einem normalen Streusalzwagen macht der Fahrer den Salzhebel entweder auf oder zu - und konzentriert sich natürlich auf die Strasse. Gilleta sagt aber: "Man könnte das dosieren, aber ein Beifahrer ist für die meisten Autobahnmeistereien keine gangbare Option."

"Wir suchten nach einer Möglichkeit, den Enteisungsvorgang zu optimieren, die Umwelt und den Geldbeutel der Steuerzahler zu schonen", so Giletta. "Die Windows Embedded Technologie war der Kitt, um diese Maschinen mit Windows Azure Systemen in der Cloud und Galileo Satelliten im Orbit zu verbinden."

Durch die Verbindung von Galileo mit einem genauen Satz von europäischen Straßenkarten und Windows Embedded CE sowie der Windows Azure Plattform, waren Mulassano und sein Team in der Lage, eine Lösung zu entwickeln, die stetig die Salzausgabe mit den aktuellen Anforderungen der Straße selbstständig vergleicht. Das System nutzt Windows Embedded CE im Cockpit des Fahrzeugs mit einem Touchscreen-Monitor. Das benutzerdefinierte Interface für den Fahrer basiert auf Silverlight für Windows Embedded.

"Wenn Sie beispielweise auf einer Brücke sind, ist die Wahrscheinlichkeit von Eisglätte viel höher als auf anderen Straßenteilen", sagt Fabrizio Dominici, der technische Leiter der Advanced Technology Labs in Turin, die sich mit dem "Golden Ice" Projekt beschäftigt haben. "Wenn also das Ortungssystem dem System sagt, du befindest Dich auf einer Brücke, wird mehr Salz pro Quadratmeter verteilt. Ändert sich die Straßenbreite wird der Streubereich entweder verkleinert oder vergrößert."

Dominici betont, dass die Aktualisierung des Systems für neue oder geänderte Strecken ebenso problemlos abläuft. Durch die "route replay"-Funktion kann der Fahrer das System ganz einfach "trainieren", wenn er die neue Route zum ersten mal befährt. Die neuen Informationen werden mit Windows Azure synchronisiert und stehen bei Wiederbefahrung der Straße für alle Fahrer sofort bereit.

"Einfach die neuen Daten auf Server-Ebene speichern und das war's", sagt Dominci. "In der zweiten Mission haben Sie alle Daten bereit."

Der Winterdienst mit Hilfe von intelligenten Systemen erweist sich bei der Bereitstellung der Fahrzeuge als äußerst effizient, so dass die Städte und Kommunen von Einsparungen des Streusalzverbrauchs von bis zu 30% berichten. Insbesondere für größere Städte und alpine Verkehrsstrecken können sich diese Einsparungen aufaddieren. Die Autobahnstrecke, die das italienische Turin mit den nördlichen Skiregionen verbindet, ist beispielsweise nur 80 km lang, der Winterdienst hat aber in der Vergangenheit Streusalz in Höhe von mehreren Millionen Euro verbraucht.

Neben der Kostenersparnis für die Gemeindekassen und die Erhaltung von natürlichen Ressourcen birgt der Einsatz von intelligenten Systemen im Winterdienst weitere Vorteile: Weniger Salz bedeutet auch weniger Auswirkungen auf die Umwelt.

"Mit unserem System kann die tatsächlich verbrauchte Streusalzmenge und die Häufigkeit des Winterdienstes in einem bestimmten Gebiet nachgehalten werden", sagt Mulassano. "Dadurch wird die Vorausplanung genauer und der Verkehrsmanager ist vor Haftung besser abgesichert."

Das Unternehmen von Giletta bietet eine Gesamtlösung einschließlich Streufahrzeugen, Hard- und Software an und betreibt Niederlassungen in Frankreich, Russland und Kanada und plant weitere Anlagen in den USA und dem Nahen Osten.

"Wir haben mit Hilfe von Microsoft-Technonlogien und Galileo eine innovative Lösung entwickelt, die vollständig mit dem amerikanischen GPS und in der nächsten Version mit dem russischen GLONASS-System kompatibel ist" sagt Mulassano. "Im Prinzip kann es überall auf der Welt betrieben werden."

Weitere Hintergrundinformationen zu Windows Embedded Technologien können in einem Informationsblatt unter http://download.microsoft.com/... heruntergeladen werden.

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