Intelligent, innovativ, impulsgebend

Werkstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen stehen im Fokus des 8. Internationalen Symposiums 2010 in Erfurt

(PresseBox) (Erfurt, ) Sonne, Wind, Wasser und Erdwärme sind inzwischen erprobte Energielieferanten. Für die stoffliche Nutzung taugen sie allerdings nicht. Hier werden intelligente Fasern und Konstruktionswerkstoffe gesucht, die als Industrierohstoffe im 21. Jahrhundert dienen können. Das 8. Internationale Symposium "Werkstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen" vom 9. bis 10. September 2010 bringt die Experten verschiedenster Bereiche im Messezentrum Erfurt zusammen. Die Positionen der chemischen Industrie zum Rohstoffwandel und zur Nutzung von Biomasse im Nonfood-Bereich zählen dabei zu den von der Fachwelt mit Spannung erwarteten Themen.

Im Jahr 2007 kamen in Deutschland 90,6 Tonnen nachwachsende Rohstoffe - Agrarrohstoffe und Holz - industriell zum Einsatz. Die Anteile lagen zu 53 Prozent bei der stofflichen und zu 47 Prozent bei der energetischen Nutzung. Vor allem die chemische Industrie, die Papier- und Zellstoffindustrie, aber auch die Textil-, Pharma- und Kosmetikbranche setzen inzwischen verstärkt auf Agrarrohstoffe. Dabei werden etwa 36 Prozent der genutzten Agrarrohstoffe in Deutschland auf einer Fläche von insgesamt 280.000 Hektar produziert und rund 64 Prozent importiert. Neben Zucker und Naturfasern wie Hanf zählen Cellulose/Chemiezellstoff, Stärke, tierische Fette und pflanzliche Öle zu den wichtigsten nachwachsenden Rohstoffen im Bereich der stofflichen Anwendung. Wie das nova-Institut für politische und ökologische Innovation GmbH (Hürth) in einer aktuellen Studie ermittelte, bietet die stoffliche Nutzung von Agrarrohstoffen und Holz mehr Ressourceneffizienz, Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Arbeitsplätze als bisher angenommen. Deshalb wird jetzt eine Neuausrichtung der Förderpolitik für diese Schlüsseltechnologie als sichere Rohstoffquelle für die Industrie von Expertenseite gefordert.

Schlüsseltechnologien der nächsten Jahrzehnte

Diese und weitere Aspekte rund um nachwachsende Rohstoffe und ihre Nutzung stehen auch im Fokus des 8. Internationalen Symposiums in Erfurt. Experten aus universitärer und industrieller Forschung und Entwicklung berichten in rund 40 Vorträgen sowie mittels zahlreicher Posterpräsentationen über ihre neuesten Ergebnisse und Ideen. Zu den Klassikern des inzwischen seit zehn Jahren etablierten Symposiums gehören die Sektionen zu Naturfaserverbundwerkstoffen und Biopolymeren. Neu im Programm ist die Sektion zu alternativer Cellulose. Hier erwarten die Symposiumsteilnehmer interessante Vorträge und die Verleihung des Alceru-Awards. Erstmals gibt es auch eine eigenständige Sektion zum Thema Holzwerkstoffe.

Fachliche Partner des Symposiums sind die Forschungsvereinigung Nachwachsende Rohstoffe und das Thüringische Institut für Textil- und Kunststoff-Forschung (TITK) in Rudolstadt/Thüringen. Eine Ausgründung des TITK - die SMartFibre AG -- gewann kürzlich den Deutschen Innovationspreis in der Kategorie "STartUp-Unternehmen" für "intelligente" Cellulosefasern. Die neuesten wissenschaftlichen Aspekte zu diesen Fasern werden während des Symposiums in Erfurt in zwei Vorträgen präsentiert.

Der Sprung von der Theorie in die Praxis wird durch die begleitende Ausstellung naro.tech und die teilweise parallel zum Symposium laufende Landwirtschaftsmesse "Grüne Tage Thüringen" beschleunigt. "Positive Impulse und Synergieeffekte sind sowohl bei dem Fachpublikum des Symposiums als auch bei den Ausstellern und Besuchern der Landwirtschaftsmesse zu erwarten." Davon ist Johann Fuchsgruber, Geschäftsführer der Messe Erfurt, überzeugt.

*Quelle: nova-Institut für politische und ökologische Innovation GmbH, Hürth

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