Jenoptik steigert in den ersten neun Monaten 2010 Ergebnis und Umsatz erheblich / Hoher Auftragseingang mit mehreren Großaufträgen

(PresseBox) (Jena, ) Verbesserte Kostenstrukturen und Prozesse, die exzellente Auftragslage sowie die Abrechnung eines Großauftrages im 3. Quartal führten zu einem deutlichen Zuwachs des Konzern-Betriebsergebnisses auf 22,5 Mio Euro. Das Ergebnis nach Steuern lag bei 11,9 Mio Euro. Prognose für das Gesamtjahr 2010 wird bestätigt.

Auf Neun-Monats-Basis stieg der Konzern-Umsatz um 11 Prozent auf 373,6 Mio Euro (i.Vj. 336,7 Mio Euro). Knapp 70 Prozent davon erzielte Jenoptik im Ausland. Insgesamt kam das Umsatzplus vor allem wegen der hohen Nachfrage aus der Halbleiterindustrie und der Medizintechnik aus dem Segment Laser & Optische Systeme. Auch das Segment Messtechnik trug insbesondere durch die Abrechnung des Großauftrages über mehr als 12 Mio Euro in der Sparte Verkehrssicherheit zur Umsatzsteigerung bei.

"Unsere internationale Marktausrichtung greift. Wir haben unsere Strukturen und Prozesse optimiert und zeigen nun eine verbesserte Ergebnisqualität. Zusammen mit der exzellenten Auftragslage hat sich sowohl die Geschäfts- als auch die Finanzlage des Konzerns erheblich verbessert. Damit haben wir jetzt eine völlig andere Ausgangssituation, die nachhaltiges Wachstum und Profitabilität ermöglicht", fasste Michael Mertin, Vorsitzender des Vorstands, die Entwicklung der vergangenen Monate zusammen.

Verbesserte Kostenstrukturen, das Umsatzwachstum und die Abrechnung des Großauftrages aus der Sparte Verkehrssicherheit führten zu einer verbesserten Ergebnisqualität des Konzern-EBIT. Das Konzern-Betriebsergebnis (EBIT) für die ersten neun Monate 2010 stieg auf 22,5 Mio Euro. Darin ist, wie im Juni angekündigt, ein einmaliger Ertrag aus dem Verkauf der Anteile an der caverion GmbH enthalten. Im Vorjahreszeitraum musste Jenoptik inklusive Sondereinflüsse aus einer Geschäftsaufgabe ein EBIT von minus 6,3 Mio Euro ausweisen. Das Ergebnis vor Steuern betrug aufgrund des verbesserten Konzern-EBIT 13,7 Mio Euro (i.Vj. minus 15,1 Mio Euro). Die effektive Steuerquote lag durch Nutzung des Verlustvortrags bei rund 13 Prozent. Das Ergebnis nach Steuern lag bei 11,9 Mio Euro (i.Vj. minus 14,9 Mio Euro) und damit höher als im Vergleichszeitraum des Jahres 2008 (10,2 Mio Euro).

Auftragseingang stieg um knapp 40 Prozent. Mitarbeiterzahl sank.

Der Auftragseingang des Jenoptik-Konzerns überstieg das Vorjahresniveau um 38,7 Prozent bzw. absolut um 127,8 Mio Euro und betrug 458,2 Mio Euro (i.Vj. 330,4 Mio Euro). Der starke Zuwachs kommt aus allen Segmenten des Konzerns und stammt neben der Konjunkturbelebung auch aus Großaufträgen, die zum Teil die höchsten Einzelaufträge in den jeweiligen Sparten waren. Der Auftragseingang stieg stärker als der Umsatz. Damit erhöhte sich der Auftragsbestand auf 417,2 Mio Euro (31.12.2009: 339,4 Mio Euro).

Die Mitarbeiterzahl des Jenoptik-Konzerns sank plangemäß gegenüber Ende 2009 um 200 auf 3.068 Mitarbeiter (31.12.2009: 3.268 Mitarbeiter). Gegenüber dem 30. Juni dieses Jahres blieb sie konstant, die Personalmaßnahmen wurden im Verlauf des 1. Halbjahres 2010 abgeschlossen. Noch in den Beschäftigtenzahlen zum 30. September 2010 enthalten sind die 131 Mitarbeiter der Jena-Optronik GmbH, da der Verkaufsprozess an die EADS-Tochter Astrium voraussichtlich erst im laufenden 4. Quartal 2010 abgeschlossen wird.

Nettoverschuldung sank erneut. Hoher Cashflow trotz Geschäftsausweitung. Eigenkapitalquote leicht gestiegen.

Die Nettoverschuldung des Jenoptik-Konzerns ging zum Ende des 3. Quartals 2010 auf 126,8 Mio Euro zurück. Wesentlicher Grund hierfür waren der Liquiditätszufluss im hohen einstelligen Millionen-Euro-Bereich nach Abschluss des Verkaufs der Minderheitsanteile an der caverion GmbH sowie das aktive Working-Capital- und Forderungsmanagement. Die Nettoverschuldung sank damit erneut, nachdem sie bereits im Geschäftsjahr 2009 erheblich abgebaut worden war (31.12.2009: 159,5 Mio Euro). Nach Mittelzufluss aus dem Verkauf der Jena-Optronik GmbH, der voraussichtlich im 4. Quartal dieses Jahres abgeschlossen sein wird, soll sich die Nettoverschuldung auf unter 100 Mio Euro reduzieren.

Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit lag mit 22,0 Mio Euro unter dem Wert des Vorjahreszeitraums (i.Vj. 30,2 Mio Euro). Der Rückgang ist unter anderem auf die im 1. Halbjahr 2010 erfolgten Auszahlungen im Zusammenhang mit den 2009 durchgeführten Personalmaßnahmen zurückzuführen. Bedingt durch die Großaufträge stieg das Working Capital temporär an. Dem entgegen wirkte das positive Ergebnis vor Steuern. Der Free Cashflow als Differenz aus dem Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit vor Steuern abzüglich des Cashflows aus operativer Investitionstätigkeit betrug 15,8 Mio Euro (i.Vj. 20,6 Mio Euro). Den wesentlichen Anteil des Free Cashflows erwirtschaftete der Jenoptik-Konzern mit 12,7 Mio Euro allein im 3. Quartal 2010.

Die Kapitalerhöhung Anfang März sowie der in den ersten drei Quartalen 2010 ausgewiesene Gewinn führten zu einer Erhöhung des Eigenkapitals auf 271,5 Mio Euro (31.12.2009: 240,0 Mio Euro). Trotz der gestiegenen Bilanzsumme verbesserte sich dadurch auch die Eigenkapitalquote, das Verhältnis von Eigenkapital zu Bilanzsumme, von 39,5 Prozent Ende 2009 auf nunmehr 43,4 Prozent.

Informationen zur Entwicklung der Segmente.

Das Segment Laser & Optische Systeme konnte aufgrund der anhaltend hohen Nachfrage aus der Halbleiterindustrie sowie einer guten Entwicklung des Geschäftsbereiches Laser die wesentlichen Kennzahlen deutlich steigern. In den ersten neun Monaten 2010 stieg der Umsatz um 24,4 Prozent auf 137,3 Mio Euro (i.Vj. 110,4 Mio Euro). Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (Segment-EBIT) betrug 10,7 Mio Euro (i.Vj. minus 4,8 Mio Euro) und lag damit um absolut 15,5 Mio Euro über dem Vorjahreszeitraum. Ursachen für die Verbesserung sind neben der anhaltend hohen Nachfrage aus der Halbleiterindustrie verbesserte Kostenstrukturen. Die Auftragslage entwickelte sich weiterhin positiv. Der Auftragseingang überstieg mit 173,9 Mio Euro das Vorjahresniveau um 46,9 Prozent (i.Vj. 118,4 Mio Euro). Die Sparte Laser & Materialbearbeitung erhielt 2010 einen wichtigen Großauftrag für Medizintechnik-Laser, der bis 2012 ausgeliefert wird.

Das Segment Messtechnik hat den Turnaround zum Ende des 3. Quartals 2010 geschafft. Der Umsatz erhöhte sich um 18,1 Prozent auf 83,4 Mio Euro (i.Vj. 70,6 Mio Euro). Dies geht auf die Sparte Verkehrssicherheit zurück, die den im Frühjahr erhaltenen Großauftrag im 3. Quartal vollständig abrechnete. In der Industriellen Messtechnik spiegelte sich die anziehende Nachfrage aufgrund der Durchlaufzeiten noch nicht komplett im Umsatz wider, der sich jedoch im 3. Quartal weiter verbesserte. Das Segment-EBIT drehte mit 3,9 Mio Euro ins Positive (i.Vj. minus 5,8 Mio Euro). Es zeigten sich beim Ergebnis neben der Abrechnung des Großauftrags optimierte Kostenstrukturen aus Restrukturierungen und Optimierungen von Prozessen, u.a. der Fertigung, sowie aus den insbesondere in der Sparte Industrielle Messtechnik 2009 getroffenen Personalmaßnahmen. Der Auftragseingang stieg um mehr als 75 Prozent auf 104,4 Mio Euro (i.Vj. 59,4 Mio Euro). Die Sparte Verkehrssicherheit erhielt wichtige Aufträge aus dem Ausland. In der Sparte Industrielle Messtechnik belebte sich die Nachfrage aus der Automobilindustrie weiter und führt seit dem 3. Quartal zu anziehenden Umsätzen. Beide Sparten profitieren von ihrer breiten internationalen Präsenz.

Das Segment Verteidigung & Zivile Systeme setzte die stabile Entwicklung fort. Das Geschäft ist langfristig orientiert. Der Umsatz des Segmentes lag zum Ende des 3. Quartals mit 152,7 Mio Euro auf dem Niveau des Vorjahres (i.Vj. 152,5 Mio Euro). Das Segment-EBIT erreichte mit 7,7 Mio Euro nahezu das Vorjahresniveau (i.Vj. 7,9 Mio Euro). Der Auftragseingang erhöhte sich um 19,4 Prozent auf 178,4 Mio Euro (i.Vj. 149,4 Mio Euro). Das Geschäft ist von großen und langfristigen Aufträgen geprägt. Neben der neuen Tranche für die Radome des Eurofighters über 20 Mio Euro im 2. Quartal erhielt das Segment Ende des 3. Quartals von der US-Regierung einen Auftrag zur Lieferung von Stromversorgungsaggregaten für das Raketenabwehrsystem Patriot über mehr als 23 Mio US-Dollar.

Der Verkauf des Weltraumgeschäftes, das zu diesem Segment gehört, wirkte sich noch nicht in den Zahlen zum 3. Quartal aus. Der Abschluss des Verkaufsprozesses wird im laufenden 4. Quartal erwartet, sodass dadurch im Gesamtjahr 2010 kaum Umsatz- und Ergebnisbeiträge entfallen.

Prognose 2010 wird bestätigt. Der Umsatz soll rund 500 Mio Euro, das Konzern-EBIT mindestens 25 Mio Euro betragen.

Aufgrund der positiven Umsatz- und Ergebnisentwicklung bestätigt Jenoptik die im August angehobenen Prognosen für das laufende Geschäftsjahr: 2010 soll der Umsatz des Jenoptik-Konzerns rund 500 Mio Euro betragen, das Konzern-Betriebsergebnis mindestens 25 Mio Euro erreichen. Darin sind Erträge aus dem Verkauf der Jena-Optronik GmbH nicht enthalten. Die EBIT-Verbesserung wird sich ebenfalls im Jahresüberschuss widerspiegeln.

"Die insgesamt positive Entwicklung soll sich im laufenden 4. Quartal und darüber hinaus fortsetzen", so Jenoptik-Chef Michael Mertin. Treiber der künftigen Geschäftsentwicklung sind die anhaltend hohe Nachfrage aus der Halbleiterindustrie, eine weiter steigende Nachfrage aus der Automobilindustrie, die Bereiche Medizintechnik, Verkehrssicherheit sowie das stabile Geschäft des Segmentes Verteidigung & Zivile Systeme. "Darüber hinaus sehen wir, dass unsere Kostensenkungen und Prozessverbesserungen wirken", fasste der Jenoptik-Chef zusammen. 2011 rechnet Jenoptik mit einem organischen Umsatzwachstum und einem verbesserten Ergebnis.

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